Anzeige
26. Juni 2017, 08:01
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Mieter sind mehrheitlich zufrieden

Die meisten deutschen Mieter sind zufrieden, auch wenn sie beengter als Wohnungs- und Hauseigentümer leben. Das hat eine Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach ergeben. Dennoch gibt es Potenzial für Vermieter, ihr Angebot zu verbessern.

Paar-wohnung-zufrieden-glucklich-gluecklich-haus-schlussel-schluessel-shutterstock 73457929 in Mieter sind mehrheitlich zufrieden

Ein Großteil der deutschen Mieter ist mit seiner Wohnsituation zufrieden.

81 Prozent aller Mieterinnen und Mieter sind zufrieden bis sehr zufrieden mit ihrer Wohnsituation, unabhängig von der sozialen Zugehörigkeit. Zu diesem Ergebnis kommt die  Studie “Mieterzufriedenheit in Deutschland”, welche das Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Wertgrund Immobilien AG durchgeführt hat. Befragt wurden 1.459 Personen.

“Es wird deutlich, dass die öffentliche Diskussion um Wohnungsnot und Mietpreise die Tatsache verdeckt, dass knapp ein Viertel der Mieter sehr zufrieden und weitere 57 Prozent zufrieden mit ihrer jetzigen Wohnsituation sind”, sagt Thomas Meyer, Vorstandsvorsitzender der Wertgrund Immobilien AG.

Mieter von Privatpersonen zufriedener

Mieter von Wohnungen im Eigentum einer Privatperson oder eines privaten Immobilienunternehmens sind laut der Studie besonders zufrieden. Der Anteil zufriedener Mieter liegt über 80 Prozent, bei Mietern von kommunal verwalteten Wohnungen ist er mit 74 Prozent niedriger.

“Qualitätsdefizite empfanden die kommunalen Mieter besonders bei der Schnelligkeit der Behebung von Mängeln sowie dem Mieter-Vermieter-Verhältnis. Hierbei äußerte sich nur ein geringer Teil der kommunalen Mieter sehr positiv, weshalb die Zufriedenheitsunterschiede sich nicht allein aus der Tatsache ergeben, dass es sich bei den städtischen Wohnungen vorwiegend um Sozialwohnungen im unteren Preissegment handelt. Vielmehr lassen sich Defizite im Bereich Mieternähe konstatieren”, sagt Dr. Thomas Petersen vom Institut für Demoskopie Allensbach.

Zu hohe Mieten?

71 Prozent der befragten Mieter seien mit der Miethöhe insgesamt zufrieden oder sehr zufrieden. Für sieben Prozent aller Mieter, sie die Miete eine sehr große Belastung. “Bestandsmieter, die seit zehn bis 19 Jahren in ihrer aktuellen Wohnung leben, beurteilten ihre Kaltmiete erstaunlicherweise am häufigsten als größere Belastung und das noch vor Mietern, die erst innerhalb der vergangenen fünf Jahre umgezogen sind und deshalb vom Anstieg der Angebotsmieten betroffen sind”, sagt Petersen.

Die Durchschnittsmiete aller Umfrageteilnehmer belaufe sich inklusive Nebenkosten auf 673 Euro, wobei die Bewohner ländlicher Gebiete im Schnitt 642 Euro für ihre Wohnung aufwenden mussten. Mieter in den Top fünf Städten Berlin, Hamburg, München, Köln und Frankfurt am Main zahlten durchschnittlich 725 Euro.

“Immobilienunternehmen erhöhen die Miete nicht häufiger als städtische Unternehmen. Zukünftige Mieterhöhungen befürchten lediglich 45 Prozent aller Mieter. Da fallen die Ergebnisse je nach Standort allerdings sehr unterschiedlich aus, während auf dem Land nur 34 Prozent der Befragten an eine mittelfristige Erhöhung ihrer Miete glaubten, lag der Anteil in den Top-5-Städten bei ganzen 73 Prozent”, sagt Petersen.

Eigentümer sind zufriedener

Die erste Bewertung des Mieter-Zufriedenheitsindex fiel mit 72 von möglichen 100 Punkten positiv aus. Dennoch sollten Vermieter ihren Service verbessern. Besonders wenig Mieter seien mit der Einbruchsicherheit zufrieden (53 Prozent), dem Parkplatzangebot (54 Prozent) und der Behebung von Mängeln (62 Prozent).

Besonders zufrieden seien Mieter über die Warmwasserversorgung (88 Prozent zufriedene bis sehr zufriedene Antworten), gefolgt von der Lage und Größe ihrer Wohnungen (86 und 81 Prozent). Das Verhältnis zu Nachbarn sei bei 81 Prozent der Befragten positiv, das zum Vermieter bei 79 Prozent.

Eigentümer sind zufriedener als Mieter. “Während sich 24 Prozent der befragten Mieter sehr zufrieden über ihre Wohnsituation äußerten, waren es bei den Selbstnutzern 60 Prozent”, sagt Petersen. Auch seien Eigentumswohnungen im Schnitt 94 Quadratmeter groß, Mietwohnungen nur 73 Quadratmeter.

Die Zufriedenheit der befragten Mieter sorge dafür, dass sie selten umziehen, im Schnitt würden sie elf Jahre in einer Wohnung verweilen. Lediglich 16 Prozent der Befragten hätten Interesse daran, Wohneigentum zu erwerben. (kl)

Foto: Shutterstock

Newsletter bestellen Alle News zu Objekten, Standorten und Finanzierungen... werktags 16.30 Uhr!

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

Axa strukturiert Vorstand um – Dahmen geht

Die Axa gibt ihrem Konzern in Deutschland zum 1. Januar eine neue Struktur. Dazu wird der Versicherer die Vorstandsressorts bündeln, um damit gezielt für weiteres Kundenwachstum aufgestellt zu sein.

mehr ...

Immobilien

Gebrauchtimmobilie: Gekauft wie gesehen?

Beim Kauf einer gebrauchten Immobilie sollte nicht gleich der erste Eindruck entscheiden. Wer genauer hinschaut, kann teure Überraschungen vermeiden. Ist der Vertrag erst unterschrieben, wird es schwierig, Baumängel geltend zu machen.

mehr ...

Investmentfonds

Der Weg zur Planwirtschaft

Die expansive Geldpolitik lähmt Innovationen und lässt Blasen entstehen, die platzen werden. Die größte Gefahr ist, dass gescheiterte Unternehmen verstaatlicht werden. Davor warnte gestern auf dem Faros Institutional Investors Forum Professor Gunther Schnabl. Gibt es einen Ausweg aus diesem Szenario?

mehr ...

Berater

EZB-Präsident und Deutsche-Bank-Chef fordern Kapitalmarktunion

EZB-Präsident Mario Draghi und Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing haben einmal mehr einheitliche Regeln für Banken und die Kapitalmärkte in Europa gefordert. Das sei die einzige Antwort auf die Bedrohungen denen sich die Währungsunion ausgesetzt sehe.

mehr ...

Sachwertanlagen

Noch immer Prozesse rund um die Göttinger Gruppe anhängig

Die Pleite der Securenta/Göttinger Gruppe im Jahr 2007 beschäftigt noch immer die Gerichte. Das belegt ein aktueller Beschluss des BGH: Er hatte in Zusammenhang mit einer überlangen Verfahrensdauer eines der Prozesse zu entscheiden. 

mehr ...

Recht

Kampf ums “Bayerische”: Watschn vom Richter

Nach langwierigem Prozess über zwei Instanzen wird ein Hahnenkampf zweier Versicherungen ums “Bayerische” aller Wahrscheinlichkeit nach mit dem Offensichtlichen enden: Ein bayerisches Unternehmen darf sich auch bayerisch nennen.

mehr ...