Aareal Bank: Neugeschäft läuft besser als erwartet

Ein überraschend gutes Neugeschäft stimmt die Aareal Bank weiter optimistisch. Für das laufende Jahr rechnet der im M-Dax notierte Finanzierer gewerblicher Immobilien weiterhin mit einem Betriebsergebnis zwischen 260 und 300 Millionen Euro. Von der Türkei-Krise sieht sich das Institut nur wenig betroffen.

Die Aareal Bank baut Kreditbestände ab, die nicht mehr zu ihrem Kernportfolio passen.

Die Türkei-Krise bereitet dem Vorstand „keine größeren Kopfschmerzen“, wie Bankchef Hermann Merkens am Dienstag bei der Vorlage der Zwischenbilanz sagte.

Obwohl das Institut mit seinen Neuigkeiten eher positiv als negativ überraschte, schickten die Anleger den Aktienkurs an der Börse in den Keller. Ab dem Handelsstart ging es für die Aareal-Bank-Aktie am Morgen immer weiter abwärts. Zuletzt lag sie mit 4,86 Prozent im Minus bei 36,78 Euro und war damit einer der schwächsten Werte im M-Dax. Ihre seit Jahresbeginn eingefahrenen Kursgewinne büßte sie dabei komplett wieder ein.

Der für 2018 erwartete Gewinnrückgang ist keine Überraschung. Im Vorjahr hatte die Aareal Bank dank der Auflösung von Rückstellungen vor Steuern 328 Millionen Euro verdient. Zudem baut das Institut Kreditbestände ab, die nicht mehr zu seinem Kerngeschäft passen. Dies lässt den Zinsüberschuss sinken.

Gewinn geht um 22 Prozent zurück

Im ersten Halbjahr passte die Geschäftsentwicklung zu den Jahresprognosen. Das Betriebsergebnis fiel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 28 Prozent auf 129 Millionen Euro. Damit schnitt die Bank in etwa so ab wie von Experten erwartet. Unter dem Strich ging der Gewinn um 22 Prozent auf 84 Millionen Euro zurück.

„Wir sind damit auch nach der ersten Jahreshälfte auf Kurs, nicht nur unser Ergebnisziel für das laufende Jahr zu erreichen, sondern auch unsere mittel- bis langfristigen strategischen Ziele“, sagte Merkens.

Besser als von vielen Analysten gedacht lief das Neugeschäft bei strukturierten Immobilienfinanzierungen. Dank eines Schubs im zweiten Quartal legte es im ersten Halbjahr auf 4,2 Milliarden Euro zu. Ein Jahr zuvor hatte es nur 3,8 Milliarden erreicht. Branchenexperte Andreas Pläsier von Warburg Research hatte im Halbjahr mit einem Rückgang gerechnet.

Engagement in der Türkei geringer als vor wenigen Jahren

Kaum betroffen sieht sich das Institut von der Krise in der Türkei. Die Aareal Bank sei in der Türkei nur noch mit 110 Millionen Euro engagiert, stellte Merkens klar. Vor einigen Jahren habe sie dort noch rund 700 Millionen Euro im Feuer gehabt.

Die politische Konfrontation mit den USA hat den Wert der türkischen Landeswährung zuletzt deutlich abstürzen lassen. Dies brachte auch die Aktienkurse in der Türkei, aber auch in Europa unter Druck. Besonders Bankaktien waren betroffen, da einige Geldhäuser stark in der Türkei engagiert sind.

Zu einem angeblichen Interesse der Aareal Bank an der Düsseldorfer Hypothekenbank wollte sich Merkens nicht äußern. Allerdings halte der Vorstand hinsichtlich interessanter Übernahmegelegenheiten Augen und Ohren offen, sagte er. (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

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