Berlin: Grünanlagen verwahrlosen immer mehr

Seit jeher schätzen die Berliner ihre grünen Oasen in der Innenstadt. Parks und Wiesen dienen als Ausgleich zum hektischen Stadtalltag und sind gern aufgesuchte Ruheplätze. Doch die Realität sieht erschreckend aus.

Gastbeitrag von Gregor Marweld, Formac Consult Real Estate GmbH

Gregor Marweld: „Berlin braucht eine Kehrtwende in der Strategie der Finanzierung der Bewirtschaftung unserer Grünflächen.“

„Seit über 20 Jahren bin ich im Bereich Immobilien in Berlin tätig und sehe täglich, wie sich das Stadtbild verändert“, schreibt Marweld.

Der Stadtrat spricht von einer Übernutzung, die Baudirektorin des Senats bestätigt ihn in seiner Aussage. „Sicherlich“, so Gregor Marweld, „werden Parkanlagen heute häufiger genutzt. Schließlich wächst die Bevölkerung Berlins kontinuierlich an und dort, wo mehr Menschen leben, sind die Grünanlagen frequentierter als in dünn besiedelten Gebieten.“

Das sind die Fakten, für die Berlin bisher noch keine praxisorientierte Lösung vorgelegt hat. „Anstelle der Verpflichtung bei Neubauvorhaben neue Grünflächen oder (auf den Grundstücken) nicht genutzte Spielplätze zu schaffen, könnten die Städte einen Fonds für die Erhaltung und Pflege vorhandener Grünanlagen schaffen.

Bauvorhaben nicht durchdacht

Ein prägnantes Beispiel für eine verwahrloste Grünfläche ist der Cosimaplatz in 
Berlin-Friedenau. „Zwischen 2002 und 2012 habe ich beobachtet, wie aus einem gepflegten runden Schmuckstück ein ungepflegtes, verwahrlostes Areal wurde“, sagt Marweld.

Seit der Bauträger mit der Neugestaltung begonnen hat, hat sich der Cosimaplatz zum Negativen entwickelt. „Dass die Pflege nicht gewährleistet werden kann, liegt meiner Meinung nach am nicht zu Ende gedachten Bauvorhaben. Hier braucht es eine Lösung, von der vor allem die Anwohner profitieren“, gibt er zu bedenken.

„Ebenfalls neu überdacht werden müssten der Platz an der Apostel-Paulus-Str./Salzburger Str. im Bayerischen Viertel, sowie der Platz, der sich hinter dem Forum Steglitz an der Bornstraße anschließt.“

Seite zwei: Stadtbild verändert sich zum Schlechten

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