11. Dezember 2018, 14:37
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Erbpacht: Hausbau ohne Grundstückskauf

Ein eigenes Haus ist für viele ein Traum, doch häufig scheitert die Verwirklichung an den Kosten, auch wegen hohen Grundstückspreisen. Diese lassen sich aber mit einer bisher nur wenigen bekannten Option umgehen: der Erbpacht.

Erbpacht: Hausbau ohne Grundstückskauf

Die Konditionen einer Erbpacht sind Verhandlungssache. Der bauwillige Pächter hat also einen gewissen Spielraum.

In normaler Wohnlage in Leipzig kostet ein Baugrundstück laut BHW Bausparkasse ganze 165 Euro pro Quadratmeter, in Köln sogar 500 Euro. Je nach Stadt kann der Anteil des Grundstücks an den Gesamtkosten weit mehr als 40 Prozent betragen.

Der Erwerb nach Erbbaurecht kann da deutlich günstiger sein: Bei diesem Modell wird der Grund für bis zu 99 Jahre gepachtet und ein jährlicher Zins gezahlt.

Solche Grundstücke werden von Kommunen, Stiftungen und Kirchen angeboten. Städte nutzen das Erbbaurecht, um beim Sprung ins Wohneigentum zu helfen, so wie Berlin auf dem Flughafenareal Tempelhof.

Einzelheiten sorgfältig prüfen

Im Jahr 2017 lag der Erbpachtzins für Wohnimmobilien bei durchschnittlich 3,1 Prozent, wie eine Studie des Deutschen Erbbaurechtsverbands belegt. Für ein Grundstück im Wert von 100.000 Euro wären somit jährlich 3.100 Euro zu überweisen.

Nur für eine Immobilie, die darauf gebaut werden soll oder bereits vorhanden ist, fallen Finanzierungs- und Nebenkosten wie beim konventionellen Erwerb an.

“Wer auf den einschlägigen Plattformen auf ein Angebot für den Kauf in Erbpacht stößt, sollte es sich näher anschauen”, ermuntert Thomas Mau von der BHW Bausparkasse. “Interessenten sollten die Finanzierungsmöglichkeiten und vertraglichen Einzelheiten der Pacht aber auf jeden Fall sorgfältig prüfen.”

Seite zwei: Pächter haben Spielraum

Weiter lesen: 1 2

1 Kommentar

  1. Der Artikel sollte besser mit “Vorsicht vor Erbpachtgrundstücken” betitelt werden. Problem: Die Belastung eines solchen Grundstücks (meist die Bau- bzw. Kaufkosten) ist bei Abschluss des Vertrages vorgegeben. Eine völlig unterschätzte Gefahr. Beispiel: Ein Kunde aus Bayern musste anbauen um die pflegebedürftigen Eltern zu sich zu nehmen. Die Genehmigung zum Anbau wurde von der Gemeinde, gleichzeitig Erbpachtgeber, erteilt. Die Eintragung einer weiteren Grundschuld zur Absicherung der Baukosten wurde versagt. Und das, obwohl der Immobilienwert innerhalb weniger Jahre um 40% gestiegen war. Die Eltern mussten ins Pflegeheim, was die Kunden letzlich nicht stemmen konnten. Das Haus musste verkauft werden. Das ist nur ein Beispiel von vielen Dramen, die wir bei Kunden mit Erbpachtgrundstücken erleben mussten. Die Liste wäre lang – sehr lang. Fazit: Erbpachtnehmer sind Mieter die Ihren Wohraum mitbringen und in Stand halten. Tipp eines Praktikers mit 40 Jahren Erfahrung – Finger weg!!!

    Kommentar von Peter Oberhoff, OFADO Finanzanalysen — 12. Dezember 2018 @ 13:28

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Thomas-Cook-Kunden sollen Ansprüche beim Insolvenzverwalter anmelden

Das Justizministerium hat Pauschalreise-Kunden der insolventen Thomas Cook aufgefordert, ihre Ansprüche nicht nur bei der Versicherung, sondern auch beim Insolvenzverwalter anzumelden. Das sei Voraussetzung dafür, das versprochene Geld vom Bund zu erhalten, teilte das Ministerium am Freitag mit.

mehr ...

Immobilien

Neues Finanzierungskonzept: Sorgenfrei im Alter

Viele Menschen möchten sich im Rentenalter Wünsche und Träume erfüllen. Die notwendigen Geldmittel stecken dabei oftmals im Eigenheim fest. Um sich mithilfe der Immobilie den Lebensabend zu finanzieren, gibt es gleich mehrere Möglichkeiten. Welche das sind und welche Vor- und Nachteile sie bieten, zeigt der Vergleich der Immobilienverkaufsmodelle.

mehr ...

Investmentfonds

London: Werden keine “Empfänger von EU-Regeln” nach Brexit

Unternehmerverbände in Großbritannien zeigen sich vor dem Brexit besorgt. Sie fürchten hohe Kosten durch Handelsbarrieren und warnen vor Preiserhöhungen für britische Verbraucher. Doch ihre Forderungen angesichts der Befürchtungen finden beim Finanzminister kein Gehör.

mehr ...

Berater

Sonntagsfrage unter Vermittlern: FDP siegt, SPD ohne Chance

Bei Finanzvermittlern steht weiterhin die FDP in der Gunst ganz oben, wenn es um die nächste Bundestagswahl geht. Das hat das 12. AfW-Vermittlerbarometer im November 2019 mit über 1.500 teilnehmenden Vermittlern ergeben.

mehr ...

Sachwertanlagen

Habona erreicht Vollinvestition des Einzelhandelsfonds 06

Der Frankfurter Fondsinitiator und Asset Manager Habona Invest hat für seinen Einzelhandelsfonds 06 zum Jahresende 2019 sechs weitere Nahversorgungsimmobilien mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von über 44 Millionen Euro und einer Gesamtmietfläche von circa 19.500 Quadratmetern erworben.

 

mehr ...

Recht

Winzerverband schlägt Schadenersatz statt Strafzölle auf Wein vor

Statt der Strafzölle auf Wein sollte die Bundesregierung den USA nach einem Vorschlag des Weinbauverbands Rheinhessen eine Schadenersatzzahlung anbieten. “Die deutsche Politik sollte jetzt unkonventionelle Lösungen anstreben”, erklärte Verbandspräsident Ingo Steitz.

mehr ...