20. März 2018, 14:39
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Fünf-Jahresvergleich: Mieten in Deutschlands Großstädten um bis zu 51 Prozent gestiegen

Seit dem Jahr 2012 haben die Mieten deutschlandweit im Schnitt um 16 Prozent zugelegt, so das aktuelle Mietpreisbarometer von Immowelt. In Metropolen stieg das Niveau um bis zu 51 Prozent. Am stärksten verteuerte sich das Wohnen in Berlin.

Wohnhaeuser-wohnungsbau-shutt 313752242 in Fünf-Jahresvergleich: Mieten in Deutschlands Großstädten um bis zu 51 Prozent gestiegen

In den meisten deutschen Großstädten ist das Mietniveau in den vergangenen fünf Jahren deutlich gestiegen.

Die Mieten in Deutschlands Großstädten klettern unaufhaltsam weiter. In 77 von 78 untersuchten Städten kosten Wohnungen mehr als noch vor fünf Jahren, so das Portal Immowelt.

Die größte Steigerung verzeichnet den Daten zufolge Berlin. Mieter müssten in der Hauptstadt 51 Prozent mehr bezahlen als in 2012. Das habe zur Folge, dass der Quadratmeterpreis über die Zehn-Euro-Marke gesprungen sei.

2017 zahlten Berliner demnach im Median 10,40 Euro pro Quadratmeter, fünf Jahre zuvor waren es noch 6,90 Euro. Zu diesem Ergebnis kommt das Mietpreisbarometer von Immowelt, für das die Mieten in ausgewählten deutschen Großstädten über 100.000 Einwohnern untersucht wurden.

Bundesweiter Anstieg von 16 Prozent

Wie stark die Mieten in Berlin gestiegen sind, zeige der Vergleich mit dem Bundesschnitt, wo sich die Preise lediglich um 16 Prozent verteuert haben. Berlin liege dagegen 35 Prozentpunkte darüber. Der Preissprung ist laut Immowelt die Folge des Booms in der Hauptstadt. Seit Jahren steigen die Bevölkerungszahlen – inzwischen hat Berlin rund 3,7 Millionen Einwohner.

Immer mehr Menschen ziehen dorthin, da sich in Berlin zukunftsorientierte Unternehmen mit zahlreichen Arbeitsplätzen ansiedeln. Dieser Bevölkerungsanstieg hat Auswirkungen auf den Immobilienmarkt, da das Angebot an preiswerten Wohnungen die gestiegene Nachfrage nicht befriedigen kann.

Große Preissprünge in Bayern

Neben Berlin befinden sich zudem bayerische Großstädte unter den Städten mit den größten Preissprüngen. Erwartungsgemäß sind laut Immowelt in München (plus 35 Prozent) und in Ingolstadt (plus 28 Prozent) die Mieten in den vergangenen fünf Jahren in die Höhe geschossen. Gleiches gelte für Würzburg (plus 29 Prozent), Fürth (plus 27 Prozent) und Nürnberg (plus 25 Prozent).

Die zweithöchste Steigerung aller untersuchten Städte gebe es jedoch in Augsburg (plus 38 Prozent). Dank dem breiten Kulturangebot und attraktiven Jobs in der Hochtechnologie-Branche sei Augsburg immer häufiger eine Alternative zum teuren München. Das zeigt sich auch an der steigenden Einwohnerzahl, die voraussichtlich in Kürze die 300.000-Einwohner-Marke knacken werde. Mit Mieten von 9,80 Euro pro Quadratmeter ist Augsburg laut Immowelt verglichen mit anderen Städten Bayerns dennoch preiswert.

Auch in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Baden-Württemberg schießen nach Abgaben von Immowelt mancherorts die Mietpreise in die Höhe. So sei in Lübeck (plus 31 Prozent) und Hannover (plus 30 Prozent) Wohnen deutlich teurer geworden.

Allerdings sei das Preisniveau im Gegensatz zu Bayern niedriger: In Lübeck koste der Quadratmeter 8,00 Euro, in Hannover 8,20 Euro. Auch die beiden Universitätsstädte Göttingen (plus 29 Prozent) und Heilbronn (plus 28 Prozent) verbuchten hohe Steigerungen.

Lediglich in Rostock gehen die Preise zurück

Ein anderes Bild zeichne sich dagegen in großen Teilen Nordrhein-Westfalens und Ostdeutschlands ab. Chemnitz (plus sechs Prozent), Siegen (plus drei Prozent) und Jena (plus ein Prozent) verzeichneten die geringsten Steigerungen. Rostock (minus vier Prozent) sei die einzige Stadt, in der die Mieten sogar rückläufig sind.

Der aktuelle Rückgang sei noch eine Folge des starken Wegzugs in den 1990er-Jahren: 1992 lebten 240.000 Einwohner in der Hansestadt, im Jahr 2000 waren es nur noch 198.000. Die Folge: Zahlreiche Wohnungen standen leer. Inzwischen befinde sich die Stadt aber im Aufwärtstrend, die Einwohnerzahlen gehen erneut nach oben, aktuell sind es 208.000.

München mehr als dreimal so teuer wie Chemnitz

Betrachte man die absoluten Mietpreise, liege München deutlich an der Spitze: 17,10 Euro kostet der Quadratmeter in der bayerischen Landeshauptstadt. Erst mit großem Abstand folgen laut Immowelt Frankfurt (12,90 Euro), Stuttgart (11,80 Euro) und Ingolstadt (11,50 Euro).

Während unter den teuersten Städten größtenteils die Metropolen und kleinere Universitätsstädte zu finden seien, bildeten einige NRW-Gemeinden zusammen mit ostdeutschen Städten das Ende der Rangliste. Die günstigsten aller untersuchten Großstädte sind laut Immowelt Bremerhaven und Chemnitz: Gerade einmal fünf Euro pro Quadratmeter kosteten Mieten dort im Median – das sei weniger als ein Drittel des Preises, den Münchner Mieter bezahlen müssen. (bk)

Foto: Shutterstock

Newsletter bestellen Alle News zu Objekten, Standorten und Finanzierungen... werktags 16.30 Uhr!

1 Kommentar

  1. Also kaufen solange noch etwas da ist!

    Kommentar von Jan Lanc Neu-Isenburg — 20. März 2018 @ 20:42

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 05/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Private Equity – Büroflächenmangel – Datenschutz

Rendite+ 1/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Marktreport Sachwertanlagen – Windkraft – Vermögensanlagen – Bitcoin & Co.

Ab dem 22. März im Handel.

Versicherungen

Universa baut Fondspalette aus und bringt neue Kfz-Versicherung

Die Universa Versicherungen, Nürnberg, stockt die Fondspalette auf und bietet jetzt fünf iShare-ETFs von Blackrock Asset Management an. Neben einem weltweiten und deutschen Aktienindex werden somit nun auch ETFs angeboten, die einen Aktienindex in Europa und in Schwellenländern sowie einen Index aus Unternehmensanleihen in der Eurozone nachbilden.

mehr ...

Immobilien

Deutsche wollen smarter wohnen

Das Smart Home gilt seit einigen Jahren als der Standard von morgen. Eine Deloitte-Studie zeigt: Das Interesse an diesen Anwendungen ist groß, der Datenschutz bleibt jedoch ein wichtiges Thema. Immerhin 13 Prozent der Haushalte verfügen bereits über einen intelligenten Lautsprecher. Bei der Art der bevorzugten Smart-Home-Lösungen gibt es zudem Unterschiede zwischen den Altersgruppen.

mehr ...

Investmentfonds

BaFin präzisiert Vorschriften der MiFID II

Die Finanzaufsicht BaFin hat die Neufassung ihres Rundschreibens “MaComp” veröffentlicht und präzisiert darin unter anderem die Grundsätze zur “Zielmarktbestimmung” und diverse weitere neue Vorschriften. Zwei Punkte allerdings fehlen noch.

mehr ...

Berater

Neue Kooperationspartner der BCA AG

Der Oberurseler Maklerpool BCA präsentiert mit der xbAV Beratungssoftware GmbH sowie Honorar Konzept GmbH zwei Unternehmen, die ihre Services den BCA-Partnern zur Verfügung stellen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Umbau von Aktionärsstruktur und Aufsichtsrat abgeschlossen

Die Lloyd Fonds AG teilt mit, dass die im März angekündigten Änderungen in ihrer Aktionärsstruktur nun umgesetzt und die üblichen Vorbehalte aufgehoben wurden. Zudem wurde der Aufsichtsrat mehrheitlich neu besetzt.

mehr ...

Recht

Bürgschaften sind keine nachträglichen Anschaffungen

Wird ein Gesellschafter im Insolvenzverfahren als Bürge für Verbindlichkeiten der Gesellschaft in Anspruch genommen, so kann er dies nicht mehr als nachträgliche Anschaffungskosten werten und somit auch nicht mehr steuermindernd geltend machen. Dies entschied der Bundesfinanzhof (BFH) in einem aktuellen Urteil (Aktenzeichen: IX R 36/15). Gastbeitrag von Holger Witteler, Kanzlei Husemann, Eickhoff, Salmen & Partner

mehr ...