30. November 2018, 14:51
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Italien-Streit und Handelskonflikt: Was bedeutet das für die Baufinanzierungszinsen?

Das italienische Defizit, der Brexit und der Handelskonflikt mit den USA – es gibt viele Faktoren, die die Zinsentwicklung mit beeinflussen. Der Finanzdienstleister Dr. Klein untersucht das Marktumfeld und die Auswirkungen auf die Baufinanzierungszinsen in Deutschland.

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Werden die Zinsen für Immobiliendarlehen in Deutschland weiterhin niedrig bleiben?

Italien wird gern als Europas Problemkind bezeichnet – und wie ein solches verhält sich aktuell die italienische Regierung. Nach Ablehnung des italienischen Haushaltsentwurfes und Androhung eines Defizitverfahrens durch die EU reagierte Italiens Vizepremierminister Matteo Salvini zunächst mit Spott: Er warte auch noch auf einen Brief vom Weihnachtsmann.

Doch auch wenn sich die Regierung scheinbar gelassen gibt, Verbraucher und Unternehmen in Italien geraten zunehmend unter Druck. Denn: Die Rendite zehnjähriger italienischer Staatsanleihen hat sich im letzten halben Jahr nahezu verdoppelt und liegt aktuell bei 3,27 Prozent.

„Die wirtschaftlichen und politischen Unsicherheiten haben dazu geführt, dass Investoren italienische Staatsanleihen verkaufen. Dadurch fallen deren Kurse und die Renditen steigen“, erklärt Michael Neumann, Vorstandsvorsitzender der Dr. Klein Privatkunden AG.

Kreditkosten Italiens steigen

Die gestiegenen Zinsen belasten zum einen Wirtschaft und Konsumenten durch höhere Kreditkosten, zum anderen sind sie auch für den Staat problematisch. Schon jetzt zahlt Italien jedes Jahr einen Schuldendienst im hohen zweistelligen Milliardenbereich.

Bei der Gesamtverschuldung von 2,3 Billionen Euro treiben bereits geringe Zinsanstiege die Finanzierungskosten um mehrere Milliarden Euro weiter in die Höhe – und noch mehr Zinszahlungen kann sich das Land kaum leisten, vor allem weil das Wirtschaftswachstum seit der Krise im Jahr 2009 nur zögerlich wieder anzieht.

„Die Finanzmärkte führen der italienischen Regierung gerade die Folgen ihres Konfrontationskurses vor Augen. Meines Erachtens wird es daher nicht zu einer Eskalation des Haushaltsstreites kommen, sondern einen ,faulen’ Kompromiss geben, mit dem sowohl Italien als auch die EU ihr Gesicht wahren können“, resümiert Neumann.

Italien-Krise, Brexit und schwächelnde Wirtschaft: Wachsende Unsicherheiten in der EU?

Im dritten Quartal 2018 wuchs die Wirtschaft im Euroraum langsamer als zuvor, in Deutschland sank das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Vergleich zum Vorquartal sogar leicht. Trotz dieser Konjunkturdelle sieht EZB-Präsident Mario Draghi den Aufschwung in der Euro-Zone nicht in Gefahr.

Eine Verlangsamung des Wachstums sei ein normaler Teil des Konjunkturzyklus’. Für eine nachhaltige Erholung der Wirtschaft spricht auch die allmählich steigende Inflation. In Deutschland liegt die Kerninflation im Oktober bei 1,6 Prozent, im Euroraum bei 1,2 Prozent.

Neumann rechnet nicht mit einer Änderung des EZB-Fahrplans: „Ich erwarte, dass die EZB in ihrer Sitzung am 13. Dezember den Ausstieg aus dem Anleihekaufprogramm zum Jahreswechsel bestätigen wird.“ Ob es einen ersten Zinsschritt Ende 2019 gibt, ist allerdings alles andere als sicher. „Die Entscheidung der Geldpolitiker wird davon abhängen, wie sich Inflation und Wachstumsaussichten im kommenden Jahr entwickeln.“

Seite 2: So entwicklen sich die Baufinanzierungszinsen in Deutschland

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