Italien-Streit und Handelskonflikt: Was bedeutet das für die Baufinanzierungszinsen?

Mehr als ein halbes Jahr dauert der Handelsstreit zwischen den USA und China bereits an – und die Strafzölle werden in immer neue Höhen geschraubt. Aktuell sind chinesische Waren im Wert von 250 Milliarden Dollar mit Strafzöllen durch die USA belegt – also praktisch die Hälfte aller Einfuhrgüter aus China.

Am Wochenende findet das G20-Treffen in Argentinien statt. Am Rande der Zusammenkunft wollen sich US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping zu einem Gespräch treffen. Die Hoffnung auf eine Deeskalation des Konfliktes wurde allerdings während des Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsforums (Apec) Mitte November getrübt: US-Vizepräsident Mike Pence drohte dort mit einer weiteren drastischen Erhöhung der Strafzölle gegen China.

Renditen für US-Staatsanleihen steigen

Der amerikanischen Wirtschaft schadet der schwelende Handelsstreit bisher nicht und das starke Wachstum hält an. Gleichzeitig steigen die Renditen der US-Staatsanleihen weiter: ein Anzeichen dafür, dass Anleger eine höhere Inflation erwarten. Ein weiterer Zinsschritt im Dezember auf eine Spanne von 2,25 bis 2,5 Prozent gilt daher als sicher.

„Im Jahr 2019 wird die Fed voraussichtlich drei weitere Zinsschritte durchführen – und den Leitzins damit über das neutrale Niveau von drei Prozent hinaus anheben“, meint Neumann. Vom Markt sei das allerdings bereits eingepreist.

Deutsche Baufi-Zinsen vorerst auf niedrigem Niveau

Nachdem die Baufinanzierungszinsen im letzten Monat leicht angezogen hatten, pendeln sie sich im November wieder auf niedrigerem Niveau ein. Ein Grund dafür sind die sinkenden Renditen der zehnjährigen Bundesanleihe.

„Dass die Anleihe trotz der geringen Rendite weiterhin stark nachgefragt wird, liegt auch daran, dass die Bonität anderer Schuldner wie Italien oder einiger Schwellenländer angezweifelt wird. Anleger flüchten sich in die Bundesanleihe als sicheren Hafen“, kommentiert Neumann.

Der Bestzins für zehnjährige Hypothekendarlehen liegt aktuell bei 1,07 Prozent. Mittelfristig wird sich an diesem Wert nicht viel ändern, langfristig ist allerdings weiterhin mit steigenden Zinsen zu rechnen. (bk)

Foto: Shutterstock

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