München bleibt bei Wohnimmobilien sehr teures Pflaster

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Die bayerische Landeshauptstadt und die umliegende Region wachsen rasant und schneller als Experten bislang angenommen haben. Das ist eines der Ergebnisse des neuen Reports zum Münchener Wohnimmobilienmarkt der Hypo Vereinsbank.

Wohnen in der Landeshauptstadt Bayerns wird allmählich zum Luxus.

„Der Wohnungsmarkt in München erlebt eine nie dagewesene Boomphase mit großen Engpässen in allen Segmenten und flächendeckend stark steigenden Miet- und Kaufpreisen„, sagt Markus Gröbel, Regionalbereichsleiter für das Privatkundengeschäft der Hypo Vereinsbank in München. Während in mittleren und einfachen Lagen derzeit die größten Steigerungsraten zu beobachten sind, zeichnet sich im Segment der Eigentumswohnungen und beim exklusiven Wohnungsbau erstmals ein etwas geringerer Anstieg ab. Nachdem im vergangenen Jahrzehnt viel zu wenig neu gebaut wurde, ist nun eine Trendwende beim Wohnungsbau absehbar. Die rund 8.340 neu gebauten Wohneinheiten in 2017 erreichen nahezu die von der Stadt vorgegebene Zielgröße. Baurecht wurde im vergangenen Jahr für knapp 13.400 Wohneinheiten geschaffen, was auf eine deutliche Belebung hindeutet, sollten die Projekte realisiert werden. Eine bedeutende Entspannung ist allerdings nicht zu erwarten.

Nahezu keine Neubaugebiete

„Die „Explosion“ der Preise für Wohnbaugrundstücke hält an“, so Thomas Sattler, Experte für private Immobilienfinanzierung im Privatkundengeschäft in München. Der Gutachterausschuss GAA gibt für 2017 das siebte Jahr in Folge mit einem Plus von 14 Prozent einen Preisauftrieb im zweistelligen Prozentbereich für individuelles Wohnbauland bekannt. Die durchschnittlichen Grundstückspreise in guten Lagen bewegen sich heute bei rund 2.400 Euro pro Quadratmeter, eine Steigerung allein seit 2015 von 30 Prozent.

Neubaugebiete für Eigenheime gibt es in München so gut wie keine. Die geringe Zahl von 207 Verkaufsfällen neuer Eigenheime in der Millionenstadt belegt die extrem enge Marktlage. Mittelfristig ist keine Änderung zu erwarten, denn in den geplanten Neubauarealen ist nur sehr begrenzt Eigenheimbau vorgesehen. Objekte in gewachsenen Wohnvierteln, die im Zuge des Generationswechsels auf den Markt gelangen, erzielen demnach immer höhere Liebhaberpreise. Doppel- und Reihenhäuser (Neubau- und Bestand) verteuerten sich jährlich um mindestens 60.000 Euro. Für eine neue Doppelhaushälfte (130 Quadratmeter Wohnfläche, durchschnittliche bis gute Lage) sind heute rund 1,12 Millionen Euro zu bezahlen (GAA 2018). Häuser und Villen in besten Lagen mit Kaufpreisen ab zwei Millionen Euro erzielen einen durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 15.700 Euro.

Seite zwei: Eigentumswohnungen: Verteuerung schreitet voran

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