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13. Juli 2018, 11:37
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Versteckte Kosten des Wohnens im Umland

München ist so teuer, dass sich viele Arbeitnehmer überlegen, lieber günstiger im Umland zu wohnen und die tägliche Fahrt zur Arbeit auf sich zu nehmen. Doch wer nur die Immobilienpreise vergleicht, bezahlt man Ende eventuell drauf. In welchen Münchner Landkreisen lohnt sich der weite Weg zur Arbeit?

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Die Immobilienpreise in München sind so hoch, dass viele Käufer aufs Umland ausweichen.

München ist die teuerste Großstadt Deutschlands und so weichen immer mehr Immobilienkäufer auf die umliegenden Landkreise aus und pendeln täglich zur Arbeit nach München. Kaufinteressenten sollten jedoch bedenken, dass dabei Kosten anfallen, die sie ein ganzes Berufsleben lang zahlen müssen.

Das Hamburger Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) hat für die Postbank eine Modellrechnung entwickelt, mit der sich diese Kosten erstmals beziffern lassen. Der Postbank Wohnatlas 2018 zeigt, wann Fahrtkosten und -zeit den Preisvorteil des günstigeren Immobilienkaufs im Münchner Umland aufgezehrt haben.

So teuer ist Pendeln

Verglichen wird jeweils der Kauf einer durchschnittlich teuren 70-Quadratmeter-Wohnung in München und in den Umlandkreisen. Die Kosten werden für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel (Fahrkartenpreise) und des eigenen PKW (Abschreibung, Benzinkosten, Versicherungen etc.) errechnet, berücksichtigt werden auch die unterschiedlichen Fahrtzeiten, die mit dem durchschnittlichen Stundenlohn in München multipliziert werden.

Die günstigsten Ergebnisse ergab die Analyse für Dachau. Die 18 Kilometer zum Münchener Hauptbahnhof sind mit der Bahn in 15 Minuten zu schaffen. Der Kaufpreisvorteil hat bei täglicher Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel für den Arbeitsweg 38,3 Jahre Bestand. Wer mit dem Auto fährt, ist doppelt so lange unterwegs. Deshalb reduziert sich bei täglicher Pkw-Fahrt die Zeitspanne auf 16,3 Jahre.

Wo sich die Fahrt nach München lohnt

In den Kreisen Fürstenfeldbruck, Ebersberg und Freising ist der Quadratmeter noch etwas günstiger zu haben als in Dachau. Allerdings dauert die Bahnfahrt aus den Städten Germering, Vaterstetten und Freising länger, sodass der Kaufpreisvorteil schneller verfahren ist. In Germering und Vaterstetten besteht er 26,1 Jahre, in Freising 25,2 Jahre.

Von den Verwaltungssitzen der Kreise Fürstenfeldbruck und Ebersberg dauert die Bahn-Fahrt sogar 28 Minuten beziehungsweise 38 Minuten. Daher bleiben die Kaufpreisvorteile nur 21,8 Jahre in Fürstenfeldbruck und 15,8 Jahre in Ebersberg erhalten, wenn öffentliche Verkehrsmittel genutzt werden.

Bei Nutzung des Pkw sind die Zeitspannen überall deutlich kürzer – sie liegen zwischen 10,1 Jahren (Ebersberg) und 18,4 Jahren (Germering). Keine der untersuchten Städte zeigt Kostenvorteile für Auto-Pendler im Vergleich zur Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel.

Was noch zu beachten ist

Die günstigsten Immobilienpreise hat der Landkreis Landsberg am Lech zu bieten. Mit 3.301 Euro ist der Quadratmeter Wohneigentum im Schnitt nur halb so teuer wie in der Landeshauptstadt. Zugleich ist die Stadt Landsberg aber am weitesten entfernt. Für die 60 Kilometer weite Strecke müssen Bahn-Fahrer 54 Minuten einkalkulieren, Autofahrer 50 Minuten. Das mit dem Kauf in Landsberg gesparte Geld ist nach 16,8 Jahren verfahren, Auto-Pendler sind sogar nur zwölf Jahre im Vorteil.

Ob es sich lohnt, ins Umland zu ziehen, hängt natürlich auch vom Preis der eigenen Immobilie ab, wie viele Jahre man noch arbeitet und ob es eine Homeoffice-Regelung gibt, ob zusätzliche Kosten für die Kinderbetreuung anfallen und wie hoch der eigenen Stundenlohn ist. Beachtet werden müssen auch die unterschiedlich hohen Tilgungskosten. (kl)

Foto: Shutterstock

 

 

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