Anzeige
20. Juli 2018, 07:15
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Wohnpolitik: “Angebotslücke schließen”

Cash. sprach mit Daniel Föst, bau- und wohnungspolitischer Sprecher der Freien Demokraten (FDP) im Bundestag, über das Baukindergeld und geeignete Maßnahmen, um Investitionen in den Wohnungsbau zu fördern.

Wohnpolitik: Angebotslücke schließen

Daniel Föst, FDP: “Wir brauchen ein Gesamtkonzept für die Stadtentwicklung und die schnelle Schaffung von mehr Wohnraum.”

Cash.: Wie beurteilen Sie das von der Großen Koalition beschlossene Baukindergeld?

Föst: Wir sehen das Baukindergeld als eine ineffiziente Fehlkonstruktion an. Es wird Milliarden verschlingen, bringt aber nur unwesentlich mehr Menschen ins Eigenheim. Das Pestel-Institut spricht von 0,1 bis 0,2 Prozent zusätzlichen Eigenheimnutzern.

Wir finden es zwar grundsätzlich richtig, Eigentumsbildung zu fördern. Wir wollen, dass die Menschen ins Eigenheim kommen, weil es vor Altersarmut schützt. Aber das Baukindergeld ist der falsche Ansatz.

Wir sehen stattdessen einen Freibetrag bei der Grunderwerbsteuer und das Senken der Baunebenkosten als geeignete Instrumente. Vor allem durch die Grunderwerbsteuer entstehen staatlich gemachte Kosten, die in diesem Umfang nicht nötig sind.

In den vergangenen zehn Jahren sind die Einnahmen aus der Grunderwerbsteuer um mehr als das 2,5-Fache gestiegen. Zum Teil resultiert dies daraus, dass die Grundstücke teurer geworden sind, aber wesentlicher sind die häufigen Anhebungen der Steuersätze durch die Bundesländer in den vergangenen Jahren.

Die Grunderwerbsteuer ist allerdings Sache der Bundesländer.


Wir sehen eine große Debatte über den Wohnungsbau in Deutschland und die Kosten als notwendig an, an der sich sowohl die Bundesregierung als auch die Länder beteiligen sollten. Im Rahmen der anstehenden Grundsteuerreform gibt es ohnehin Beratungen.

Man könnte etwa eine Regelung finden, dass die Bundesregierung beim sozialen Wohnungsbau mitfinanziert und im Gegenzug die unterschiedlichen Bauordnungen vereinheitlicht werden.

Wir fordern einen Baukosten-TÜV um zu überprüfen, ob bei all den Normen, die wir uns selbst gegeben haben, der Aufwand in vernünftigem Verhältnis zum Ertrag steht.

Man kann an vielen Punkten ansetzen, um den Wohnungsbau zu erleichtern, auch bei Typengenehmigungen für die Musterbauordnung zum Beispiel.

Warum ist Ihrer Einschätzung nach die Wohneigentumsquote in Deutschland so niedrig?

Es hat zum einen historische Gründe: In der Nachkriegszeit musste sehr schnell Wohnraum geschaffen werden, da wurden viele Menschen in ein Mietverhältnis gebracht. Wohneigentum ist aber in Deutschland auch schlichtweg zu teuer.

Wenn Sie eine Immobilie in einer deutschen Metropole, in Märkten wie München, Berlin, Düsseldorf oder Köln erwerben wollen, schaffen sie es selbst als Gutverdiener kaum noch. Aber auch im ländlichen Raum oder in den Mittelzentren können sich immer weniger Menschen Eigentum leisten.

Zum einen ist der Boden knapp, die Kommunen weisen zu wenig Bauland aus. Manche Großstädte sind auch zurückhaltend, neue Quartiere auszuweisen, da eine Infrastruktur mit Nahverkehr und Schulen geschaffen werden muss.

Das müssen wir in den Griff bekommen mit einem Gesamtkonzept aus Mobilität, Infrastruktur, Nahversorgung und Wohnungsbau. Mehr Bauland schaffen, damit das Bauen günstiger wird und die Baukosten senken.

Seite zwei: “Eigentum wird gezielt schlecht gemacht”

Weiter lesen: 1 2 3

Newsletter bestellen Alle News zu Objekten, Standorten und Finanzierungen... werktags 16.30 Uhr!

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 09/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

PKV – Nachhaltige Geldanlage – Wohnen auf Zeit – Hitliste der Maklerpools

Ab dem 16. August im Handel.

Special Investmentfonds

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Nachhaltig anlegen: Mehr Rendite mit gutem Gewissen
Gewinne im Fokus: Die besten Dividenden-Fonds

Versicherungen

Assekuranz 4.0: Wie der Sprung in die Zukunft gelingt

In zehn bis fünfzehn Jahren wird die Branche kaum wiederzuerkennen sein. Welche Änderungen und Herausforderungen auf die einzelnen Geschäftsbereiche jetzt zukommen.

Gastbeitrag von Dr. Holger Rommel, Adcubum AG und Vincent Wolff-Marting, Versicherungsforen Leipzig

mehr ...

Immobilien

Bauboom schließt Lücken auf dem Wohnungsmarkt nicht

Auf dem Bau in Deutschland herrscht Hochkonjunktur – trotzdem mangelt es an bezahlbarem Wohnraum in Ballungsräumen. Die aktuelle Entwicklung reicht nicht aus, um den Bedarf zu decken, konstatieren die Immobilienverbände und mahnen weitere Maßnahmen an.

mehr ...

Investmentfonds

Türkei-Krise: Nach 2008 haben sich Anleger viel Hornhaut zugelegt

Die Währung ist der Aktienkurs eines Landes. Angesichts des aktuellen dramatischen Verfalls der türkischen Lira haben wir es also mit einem “Mega-Aktiencrash” zu tun. Dabei war das Land früher ein wahrer Outperformer, ein Aktienstar. In seiner Amtszeit als Ministerpräsident ab 2002 hat ein gewisser Herr Erdogan eine marode türkische Volkswirtschaft mit harten Wirtschaftsreformen in eine blühende Landschaft verwandelt. Doch dann wiederholten sich die typischen Fehler von Schwellenländern. Die Halver-Kolumne

mehr ...

Berater

Neue Bestmarke von Fonds Finanz

Der Münchner Maklerpool Fonds Finanz meldet einen positiven Verlauf für das Geschäftsjahr 2017 mit erneut gestiegenem Umsatz.

mehr ...

Sachwertanlagen

Zweitmarkt-Börse forciert ihre Erstmarkt-Aktivität

Die Fondsbörse Deutschland Beteiligungsmakler AG hat ihre Website Erstmarkt.de einem Relaunch unterzogen und unternimmt einen Neustart mit zunächst fünf Fonds. Zielsetzung ist der Online-Vertrieb neuer Publikums-AIFs.

mehr ...

Recht

Umsatzsteuerkartell aufgeflogen – Betrug im größten Stil

Jahrelang wurde ermittelt. Nun wird ein Riesenerfolg im Kampf gegen Steuerhinterziehung vermeldet. Die Betrüger hatten es auf einen begehrten Rohstoff abgesehen. Der Schaden könnte mehrere 100 Millionen Euro betragen.

mehr ...