4. September 2018, 14:22
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Zinshäuser: So teuer sind die Metropolen

Der Kaufbereitschaft tue das jedoch keinen Abbruch. „Das Kapital ist vorhanden und wird investiert, weil Immobilien in guter Lage Sicherheit verheißen und die Zinsen noch niedrig sind. Natürlich setzen Investoren auch auf steigende Preise um teurer weiterzuverkaufen oder auf steigerbare Mieten, sodass sich die Renditen verbessern. Ob die Preisentwicklung so weitergeht bezweifeln jedoch inzwischen viele Immobilienökonomen oder gehen zumindest von einer gebremsten Entwick­lung aus“, erläutert Immoverkauf24-Geschäftsführer Dr. Niels Jacobsen.

Denn zwar spreche eine starke lokale Wirtschaft und eine wachsende Bevölkerung für weiter steigende Preise. Ein durch Neubauten vergrößertes Angebot könne die Nachfrage und auch die Bereitschaft, hohe Mieten zu zahlen, jedoch bremsen.

Und auch steigende Zinsen – die Zeichen sprechen dafür – würden bei einem hohen Fremdkapitalanteil zur Belastung. „Ein günstigerer Kaufpreisfaktor ist nur noch dort zu erreichen, wo die Immobilienpreise noch nicht so extrem hoch sind, also in weniger guten Lagen. Damit einher geht jedoch auch ein höheres Mietausfallrisiko, denn Leerstände sind in solchen Lagen wahrscheinlicher“, erklärt Jacobsen.

München

In München liegt der durchschnittliche Kaufpreisfaktor von Mehrfamilienhäusern (Gewerbeanteil von null bis 30 Pro­zent) nach Angaben von Immoverkauf24 im Städtevergleich seit Jahren am höchsten: In 2017 betrug er 40 – und war damit doppelt so hoch wie die Faustregel für eine lohnende Immobilieninvestition empfiehlt. 2013 lag der Faktor noch bei 26, innerhalt von fünf Jahren steigerte er sich damit um 54 Prozent. Ein Kauf solcher Objekte könne nur dann lohnend sein, wenn man auf deutliche Mietsteigerungen setze.

Ein Mittelwert von 40 bedeutee auch, dass es Transaktionen mit noch sehr viel höherem Kaufpreisfaktor gab: Bei der teuersten Münchner Immobilientransaktionen im Jahr 2017 lag der Faktor bei 70. Da helfen laut Immoverkauf24 auch höhere Mieten nicht mehr, bei solchen Einsätzen spekulierten Investoren auf weiter steigende Preise und einen renta­blen Wiederverkauf.

Aus dem gleichen Grund seien in München vergleichsweise wenige Objekte auf den Markt: In 2017 fanden nur 125 Transaktionen von Mehrfamilienhäusern statt, in Berlin hingegen waren es 580, in Hamburg 439. Wer hier eine Immobilie besitze, sehe angesichts steigender Immobilienwerte derzeit schlicht keinen Grund zu verkaufen.

Berlin

In Berlin lag der durchschnittliche Kaufpreisfaktor für Mehrfamilienhäuser (reine Wohnhäuser) laut Immoverkauf24 im Jahr 2017 bei 29. Betrachtet man die Entwicklung des Wertes, haben sich die Berliner Immobilien am stärksten verteuert, nämlich um 63 Prozent. So lag der Kaufpreisfaktor im Jahr 2013 in der Hauptstadt noch bei 18.

Seite 3: Hamburg: Hohe Nachfrage in mittleren und einfachen Lagen

Weiter lesen: 1 2 3 4

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Tief Axel: Was zahlt die Versicherung?

Das Tief Axel sorgt mit Starkregen und sturmartigen Böen vielerorts für Überschwemmungen. Entstehende Schäden werden bei Naturgewalten zwar unter Umständen von den Gebäude- und Hausratversicherungen abgedeckt. Gerade bei Starkregen und Überschwemmungen bedarf es eines zusätzlichen Schutzes durch eine Elementarschadenversicherung. Arag Experten erklären, welche Versicherung wann einspringt.

mehr ...

Immobilien

„Zur Miete wohnen ist rausgeschmissenes Geld“: Alle wollen ins Wohneigentum

Jeden Monat Geld auf die hohe Kante legen, um sich so schnell wie möglich nach Ausbildung oder Studium den Traum von den eigenen vier Wänden zu erfüllen? Studien zeigen: Die meisten jungen Leute wünschen sich eine eigene Immobilie und arbeiten zielstrebig darauf hin. Sebastian Flaith von der Bausparkasse Schwäbisch Hall analysiert die wichtigsten Studienergebnisse und stellt einen Vertreter der jungen Generation vor.

mehr ...

Investmentfonds

Dr. Lück (BlackRock): Europa wählt

Irgendwie dreht sich in dieser Woche alles um Europa. Zunächst stellt sich die Frage, ob die gesamtwirtschaftliche Abkühlung, die im zweiten Halbjahr Italien in die Rezession kippte und Deutschland nur haarscharf daran vorbeischrammen ließ, eventuell schon wieder am Abklingen ist. Gastbeitrag von Dr. Martin Lück, Leiter Kapitalmarktstrategie in Deutschland, der Schweiz, Österreich und Osteuropa bei BlackRock.

mehr ...

Berater

Keinen Bock auf Online-Banking: Senioren weiter zurückhaltend

7 von 10 Bundesbürgern erledigen ihre Bankgeschäfte bereits heute im Internet. Der Trend hält weiter an: Jeder Achte will in den nächsten zwölf Monaten zu einer reinen Online-Bank wechseln. Grund dafür ist, dass digitale Angebote der Bank wichtiger als eine bekannte Marke sind.

mehr ...

Sachwertanlagen

MiFID II: Das Debakel mit der Geeignetheit

Eine Untersuchung der Finanzaufsicht BaFin zur Praxis der Umsetzung der EU-Richtlinie MiFID II in Banken und Sparkassen brachte durchwachsene Ergebnisse. Vor allem ein Element überfordert fast alle Institute. Der Löwer-Kommentar

mehr ...

Recht

Bundesrat sagt ja zu E-Scootern 
- Das müssen Sie beachten

E-Scooter liegen voll im Trend. Neben den USA haben viele europäische Länder die elektrischen Tretroller bereits zugelassen. Nun zieht Deutschland nach. Am 3. April dieses Jahres hatte das Bundeskabinett die Zulassung von Tretrollern mit Elektromotor beschlossen. Heute folgte der Bundesrat. Arag Rechtsexperte und Rechtsanwalt Tobias Klingelhöfer erklärt, worauf man als Fahrer zu achten hat.

mehr ...