Baukindergeld lässt Eigenheimtransaktionen auf Rekordwert steigen

Das insgesamt geringere Transaktionsaufkommen ist laut Sebastian Wunsch weniger auf eine sinkende Nachfrage, als vielmehr auf das immer knapper werdende Angebot zurückzuführen. „Die Zahlen der Wohnungsinserate auf den Immobilienplattformen gehen sukzessive zurück. Hinzu kommen die teilweise bereits sehr hohen und überwiegend weiter steigenden Preise“, so Wunsch.

Bauüberhang um ein Zehntel angestiegen

Zusätzliches Angebot durch entsprechenden Neubau kommt nur schleppend auf den Markt. Mit bundesweit rund 64.900 fertiggestellten Eigentumswohnungen in 2018 befindet sich die Bautätigkeit in dem Segment im längerfristigen Vergleich weiter auf einem niedrigen Niveau, in den Neunzigerjahren wurden im Schnitt jährlich mehr als doppelt so viele Eigentumswohnungen gebaut.

In 2018 ist der Bauüberhang im Neubau von Eigentumswohnungen auf rund 180.700 genehmigte aber noch nicht fertiggestellte Wohneinheiten gestiegen (+8,4 % gegenüber 2017), hiervon waren rund 56.500 Einheiten bereits „unter Dach“, d.h. rohbaufertig. „Die Pipeline ist also gefüllt, nur dauert der Bau immer länger:

In 2018 ist die Abwicklungsdauer im Bau von Eigentumswohnungen im Bundesdurchschnitt auf 26 Monate gestiegen, in Berlin liegen derzeit rund 36 Monate zwischen Genehmigung und Fertigstellung einer Eigentumswohnung“, sagt Sebastian Wunsch.

Hamburg deutlich vor anderen Großstädten

Dementsprechend sind in 2018 – wie bereits im Vorjahr – insbesondere die Erstverkäufe von Neubaueigentumswohnungen zurückgegangen und dies vor allem in den großen Städten. In der Summe der zehn bevölkerungsreichsten deutschen Städte gingen diese um 18,1 % zurück auf rund 12.600, der mit diesen Verkäufen verbundene Geldumsatz lag im vergangenen Jahr bei rund 6,1 Mrd. Euro (-12,4 % gegenüber 2017).

Unter den Städten entwickelte sich die Transaktionsaktivität jedoch uneinheitlich: Während die Kauffallzahlen in Hamburg, Essen und Bremen gegenüber dem Vorjahr gestiegen sind – in Hamburg sogar sehr deutlich um 18,8 % auf rund 2.000 – waren in den übrigen Städten teils erhebliche Rückgänge der Kauffallzahlen zu verzeichnen. So zum Beispiel in Düsseldorf (-36,2 %), Stuttgart (-33,9 %) und Frankfurt am Main (-22,2 %).

„Erstverkäufe regelrecht eingebrochen“

„In Köln sind die Erstverkäufe regelrecht eingebrochen: Mit rund 500 Kauffällen standen in der Domstadt am Jahresende 2018 nur noch halb so viele Transaktionen zu Buche wie noch in 2017.

In Berlin sank die Zahl der Neubautransaktionen um 26,8 % auf rund 4.200, der entsprechende Geldumsatz belief sich in 2018 auf rund 1,8 Mrd. Euro“, sagt Sebastian Wunsch.

Auch in München – dem zweitumsatzstärksten regionalen Markt für Eigentumswohnungen – gingen die Erstverkäufe nach dem deutlichen Rückgang des Vorjahres in 2018 weiter zurück, um 9,1 % auf rund 2.700 Kauffälle.

Der entsprechende Geldumsatz lag in der bayrischen Landeshauptstadt im vergangenen Jahr bei rund 1,6 Mrd. Euro und damit – aufgrund des höheren Preisniveaus – nur leicht unter dem Volumen Berlins.

 

Foto: „obs/GEWOS GmbH“

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