5. Juni 2019, 05:20
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Bestellerprinzip hat sich als untauglich erwiesen”

Seit der Einführung des sogenannten “Bestellerprinzips” bei Vermietungen in Deutschland im Mai 2015 ist keinerlei Effekt in Richtung Entlastung der Mieter feststellbar.

Haus-verkauf-kauf-makler-paar-besichtigung-maklerin-shutterstock 580640611 in Bestellerprinzip hat sich als untauglich erwiesen

Das Bestellerprinzip sorgt nicht dafür, das Wohnobjekte erschwinglicher werden.

Seit der Einführung trägt laut Von Poll Immobilien, international tätiges Maklerhaus mit Sitz in Frankfurt am Main, allein der Vermieter die Courtage für die Vermittlungsleistungen des Maklers. Dies sollte zu einer finanziellen Entlastung der Mieter führen. Nach Recherchen des Maklerhauses ist die gewünschte Wirkung jedoch ausgeblieben. Ein erschwinglicheres Wohnangebot wurde nicht erreicht, ein Mietstillstand ebenso wenig. Das sogenannte “Bestellerprinzip” als Regulativ der Miethöhe ist damit gescheitert.

Suche nach Objekte wird deutlich erschwert

Von Poll Immobilien beobachtet vielmehr, dass das “Bestellerprinzip” vor allem Menschen benachteiligt, die von auswärts an nachgefragte Standorte hinzuziehen, beispielsweise aus beruflichen Gründen. Denn viele Mietwohnungen werden jetzt nicht mehr über Makler vermittelt und öffentlich beworben, sondern vor Ort unter der Hand angeboten. Wäre es möglich, von auswärts entsprechende Maklerangebote abzurufen, hätten solche Personen bessere Chancen, bei der Wohnungssuche schnell fündig zu werden.

Die Lösung lautet Wohnraum zu schaffen

“Das Bestellerprinzip bei Vermietungen schadet vielen Suchkunden und hat sich auch als Mittel zur Eindämmung der Mietpreisentwicklung als untauglich erwiesen”, so Sassan Hilgendorf, geschäftsführender Gesellschafter der von Poll Immobilien GmbH. Er vermutet, dass die geplante Ausweitung des Bestellerprinzips auf den Kauf ihr Ziel ebenso wenig erreichen wird, den Erwerb von Wohnimmobilien für mehr Personen als bisher erschwinglich zu machen. “Die wirkliche Lösung des Problems heißt Wohnraum schaffen. Beim Bestellerprinzip hingegen handelt es sich eher um eine erzwungene Eigentümerprovision”, so Hilgendorf.

Foto: Shutterstock

3 Kommentare

  1. Ich bin für die ABSCHAFFUNG des Bestellerprinzips bei Mietwohnungen.
    Da ich beruflich sehr viel innerhalb Deutschland umziehen muss, stelle ich und auch diverse Kollegen von mir folgendes fest.
    Keine einzige Maklerfirma unterstützt uns bei der Wohnungssuche in den Städten.
    Unsere Firma übernimmt grundsätzlich die Umzugskosten und auch die Maklergebühren.
    Ich treffe immer wieder Leute an, die einen Nachmieter suchen. Diese sog. Vormieter verlangen dann horrende Ablösebeiträge um mich bei einem Vermieter vorzustellen.
    Es ist seit Einführung dieses Bestellerprinzip alles viel schlimmer geworden.
    Eine möglichst schnelle Abschaffung dieses Bestellerprinzip wäre echt notwendig.

    Kommentar von Josef Maier — 6. Juni 2019 @ 13:11

  2. Das “Bestellerprinzip hat alles verschlechtert. Wohnungen werden regelrecht versteigert an den der bereit ist mehr Miete zu zahlen. Ohne Massenbesichtigung ist so gut wie keine Wohnung mehr zu bekommen und die Vermieter sind heillos überforder mit der Vermietung. In Facebook gibt es zahlreiche Wohnbörsen in denen Nachmieter gesucht werden. Gegen eine “Provision” gibts dann eine Empfehlung beim Vermieter.

    Kommentar von Ralf Benz — 5. Juni 2019 @ 18:20

  3. Als Vermieter kann ich sehr gut einschätzen wie das Bestellerprinzip bei Mietwohnungen wirkt. Sinn und Zweck war es den Mieter finanziell zu entlasten und nicht wie im Bericht geschrieben mehr Wohnraum zu schaffen. Der Mieter wird meiner Einschätzung nach sehr stark entlastet da der Vermieter sehr sensibel gegenüber dem Preis für den Makler ist was vorher nicht der Fall war. Makler konnten nahezu verlangen was sie wollten da der Mieter sonst keine Chance auf die Wohnung gehabt hätte.

    Kommentar von Michael Brusnik — 5. Juni 2019 @ 13:38

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Kfz-Versicherung: Preiswettbewerb zeigt sich auch bei Kosten für Werbung bei Google

Der Preiskampf der Kfz-Versicherer zur Wechselsaison macht sich bereits bemerkbar: Verbraucher zahlen aktuell im Schnitt 301 Euro für die Kfz-Haftpflichtversicherung. Das sind 13 Prozent weniger als im August (346 Euro). Wo sich der Preiswettbewerb noch zeigt.

mehr ...

Immobilien

Immobilie geerbt? Freibeträge senken die Erbschaftssteuer

In Deutschland sind Erben verpflichtet, eine hohe Erbschaftssteuer zu zahlen. McMakler erklärt, welche Freibeträge existieren und wie Erben sie geschickt nutzen.

mehr ...

Investmentfonds

Asset Management: Diese Trends bestimmen die Zukunft

Sechs Trends und vier Geschäftsmodelle werden die Asset-Management-Industrie weltweit im nächsten Jahrzehnt entscheidend beeinflussen. Welche das sind, sagt Thilo Wolf, Deutschland-Chef von BNY Mellon Investment Management.

mehr ...

Berater

Branchendienst “Fondstelegramm” wird eingestellt

Der in erster Linie auf Sachwertanlagen fokussierte Branchendienst “Fondstelegramm” wurde von dem Verlag “Fonds professionell” (FP) übernommen und wird nach zwölf Jahren eingestellt. Der Gründer und Chefredakteur Tilman Welther wechselt zu FP.

mehr ...

Sachwertanlagen

DNL Real Invest: Klarstellung zu TSO-DNL Vermögensanlagen

Die DNL Real Invest AG aus Düsseldorf stellt gegenüber ihren Vertriebspartnern klar, dass sie in den von ihr vertriebenen TSO-DNL Vermögensanlagen weiterhin Partner des Initiators TSO Europe Funds bleibt. Die gestrige Mitteilung zu einer neuen TSO-Emission ohne DNL hatte offenbar für Missverständnisse gesorgt.

mehr ...

Recht

Roland: Die Wahrheit über die häufigsten Rechtsirrtümer

Eric Schriddels, Partneranwalt der Roland Rechtsschutz-Versicherungs-AG von der Kanzlei Kaiser und Kollegen, klärt in einer aktuellen Presse-Information des Versicherers über die häufigsten Rechtsirrtümer auf. Welche das sind, lesen Sie hier.

mehr ...