19. September 2019, 11:00
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Eigenkapitalersatzdarlehen könnte Politikversagen kompensieren

Der Bundesverband für Immobilienwirtschaft (BVFI) bemängelt fehlende Förderungen in der Eigentumsbeschaffung und fordert ein Eigenkapitalersatzdarlehen. Wie der BVFI mitteilte, ist Deutschland mit einer Eigentümerquote in der Gesamtbevölkerung von 51 Prozent Schlusslicht im europäischen Vergleich. Was zur Änderung gefordert ist.

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„Die Politik hat in den letzten zehn bis 20 Jahren total versagt. Statt gezielt zu fördern wurden Fördermittel gestrichen. Vom neue Baukindergeld profitieren vor allem Familien, die keine Finanzierungsprobleme haben“, rügt Jürgen Engelberth, Vorstandsvorsitzender des BVFI.

„Das größte Problem eines Immobilienkäufers besteht fast immer im fehlenden Eigenkapital. Diese Problematik könnte durch Eigenkapitalersatzdarlehen erheblich entschärft werden. Bei historisch niedrigen Zinsen könnten hunderttausende Wohnungen und vor allem neue Eigentümer geschaffen werden.“

Eigenkapitalersatzdarlehen würde Eigentumserwerb ankurbeln

Die Vorteile liegen Engelberth zufolge auf der Hand. Anders als das aktuelle Baukindergeld, das einkommensschwache Familien nicht in die Lage versetzt, Eigentum zu erwerben, wäre ein Eigenkapitalersatzdarlehen keine verloren Subvention, sondern würde als Darlehen komplett an den Staat zurückfließen.

Die Bauwirtschaft würde angekurbelt, einkommensschwache Familien in die Lage versetzt, Eigentum aufzubauen. Mit einem Eigenkapitalersatzdarlehen von zum Beispiel 30 Prozent der Kaufsumme, maximiert auf 100.000 Euro bei Ledigen und 200.000 Euro bei Verheirateten, würden viele tausend Menschen in die Lage versetzt Eigentum zu bilden. Ganz wie die CDU-Parteivorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer dies unlängst gefordert habe, so Engelberth.

Förderung einkommensschwächerer Bevölkerungsschichten unabdingbar

Die erforderlichen Mittel dürften aufgrund der Politik des billigen Geldes der europäischen Zentralbank kein Problem darstellen. Aktuell beträgt die Wohneigentumsquote bei den unteren und mittleren Einkommen bis zu einem Monatsnettoeinkommen von 3.000 Euro einer Allensbach-Umfrage für die Sparda-Bank zufolge zwischen 22 und 50 Prozent.

 „Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels, des derzeitig guten Zinsniveaus für Bauherren und der Notwendigkeit Vorkehrungen gegen Altersarmut zu treffen, ist die Förderung gerade einkommensschwächerer Bevölkerungsschichten unabdingbar“, so Engelberth weiter.

Viele nord- und osteuropäische Länder wie Norwegen oder Rumänien sind mit Wohneigentumsquoten von 82 bis 97 Prozent Spitzenreiter im europäischen Vergleich.

Foto: Shutterstock

1 Kommentar

  1. Ich bin Lehrkraft an einer Förderschule, unbefristet im öffentlichen Dienst. Meine Frau ist Hauswirtschaftsleitung, ebenfalls unbefristet in einem Altenheim. Beides bombensichere Jobs mit mittlerem Einkommen. Wir haben keine Schulden. Wir wollen aus der Dienstwohnung raus, um unabhängiger zu sein. Wir haben 2 schulpflichtige Kinder mit Wohnraumbedarf. Ich brauche als Lehrer zusätzlich ein Arbeitszimmer. Die Lösung wäre eine eigene Immobilie, die wir auch schon gefunden hätten. Die astronomisch hohen Anschaffungskosten obwohl nur DHH mit 112qm Wohnfläche wären finanzierbar – was soll ich sagen? Es scheitert am Eigenkapital!!! 👎 Arme Politik!!! Totalversagen nennen wir so etwas! Bei den nächsten Wahlen werden wir unseren Senf dazugeben!

    Kommentar von Marco Feibel — 19. Februar 2020 @ 21:39

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