5. Dezember 2019, 05:58
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Immobilie als Altersvorsorge?

Die eigenen vier Wände sind für die Mehrheit der Deutschen die ideale Form der Altersvorsorge, so eine aktuelle Postbank Umfrage. Warum Betongold allein als private Absicherung allerdings zu wenig ist.

Immobilie-altersvorsorge in Immobilie als Altersvorsorge?

Drei von vier Deutschen (75 Prozent) sind der Meinung, dass eine Immobilie die ideale Form der Altersvorsorge ist. Dies ergibt eine aktuelle Kantar-Emnid-Umfrage im Auftrag der Postbank. Vor allem die 18- bis 29-Jährigen sind von den Vorzügen der eigenen vier Wände überzeugt: 89 Prozent bezeichnen die Investition in Wohneigentum als ideal. Kein Wunder: „Wer in die eigenen vier Wände investiert, profitiert bereits vor Eintritt in den Ruhestand von dieser Vorsorge. Viele junge Menschen zögern, privat zum Beispiel mit einem Versicherungsvertrag vorzusorgen – die Rente liegt noch in weiter Ferne und Wünsche möchte man sich jetzt schon erfüllen. Aber Geld für die eigenen vier Wände zurückzulegen, das hat einen unmittelbar greifbaren Nutzen“, meint Jörg Koschate von der Postbank.

In die eigene Tasche sparen

Eine eigene Immobilie verspricht nicht nur ein Plus an Wohn- und Lebensqualität, sondern verschafft dem Besitzer einen finanziellen Vorteil gegenüber Mietern: Denn statt in die Taschen des Vermieters sparen Eigentümer in die eigene. Zudem „erzieht“ Immobilienbesitz zur Nachhaltigkeit. Investitionen in die eigenen vier Wände stehen bei den Immobilienbesitzern ganz oben auf der Rangliste, so die Postbank Umfrage. Eigentümer haben im Durchschnitt nur ein etwa doppelt so hohes Einkommen wie Mieter, bauen laut aktueller Zahlen des Statistischen Bundesamtes aber ein siebenmal größeres Vermögen auf: Mieterhaushalte besitzen ein durchschnittliches Nettogesamtvermögen von 45.900 Euro, Eigentümer hingegen von 331.500 Euro.

Finanzieller Spielraum

Ist das Wohneigentum zum Eintritt in den Ruhestand schuldenfrei, fällt für Eigentümer ein erheblicher Kostenfaktor weg – da weder ein Kredit zu bedienen noch Miete zu zahlen ist. Trotzdem kosten auch die eigenen vier Wände weiterhin Geld: Beispielsweise wird für eine Eigentumswohnung ein monatliches Hausgeld fällig, das meist mehrere Hundert Euro beträgt. Auch für ein Eigenheim müssen regelmäßig Rücklagen gebildet werden, etwa um Reparaturen zu bezahlen oder Renovierungs- oder Modernisierungsmaßnahmen durchführen zu lassen.

„Um seinen Lebensstandard im Alter zu halten, sollte man sich nicht allein auf die eigene Immobilie verlassen“, empfiehlt Jörg Koschate. „Das Kapital, das in der Immobilie angelegt wurde, ist gebunden und nicht unmittelbar verfügbar. Deshalb sollte man im Laufe des Berufslebens zusätzliche Rentenansprüche erwerben, etwa durch eine private Rentenversicherung oder eine betriebliche Altersvorsorge. Idealerweise ist eine Immobilie nur ein Teil vom Vorsorge-Mix – wenn auch ein ganz entscheidender.“

Foto: Shutterstock

1 Kommentar

  1. ich stimme Herrn Koschate zu, da man bei Renteneintritt nicht in die Immobilie beißen kann, auch ist sie nicht liquide genug, um kurzfristig Geld daraus zu machen. Die Wohnimmobilienkreditrichtlinie setzt viele Rentner mit Wohneigentum vor nicht gekannte Herausforderungen. Sie bekommen keine Kredite mehr, weil die Renteneinkünfte die Raten nicht decken würden. Im wesentlichen spielt aber auch eine Rolle, wann die Immobilie zur Altersversorgung angeschafft wird. Wenn ich mir bei Eintritt in die Rente eine eigengenutzte neue Eigentumswohnung zulege, kann man es als Altersversorgung sehr gut sehen, da ich sicher erst mal keine Risiken wie defekte Heizung, Dach, Bad usw. haben werde. Somit ist es planbar und kalkulierbar. Schaffe ich mir die Immobilie jedoch mit Ende 20 an, ist die Immobilie bei Renteneintritt ein Sanierungsfall, bei dem die Finanzierung der Kosten problematisch ist.

    Kommentar von Heinz-Bert Müssig Vermögensberatung — 5. Dezember 2019 @ 16:21

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