18. Oktober 2019, 10:52
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

IVD zur Grundsteuer-Reform: „Chance zur Vereinfachung verpasst!“

“Mit der Grundsteuerreform haben wir eine große Chance zur Steuervereinfachung verpasst.“ Das sagt der Leiter der Abteilung Steuern beim Immobilienverband IVD, Hans-Joachim Beck, anlässlich der heutigen Bundestagssitzung.

Grundsteuer in IVD zur Grundsteuer-Reform: „Chance zur Vereinfachung verpasst!“

 

Der Deutsche Bundestag stimmt am Morgen über das von der Bundesregierung und den Koalitionsfraktionen eingebrachte Gesetzespaket zur Reform der Grundsteuer ab. Nach dem Gesetzentwurf der Großen Koalition soll für die Erhebung der Steuer bei Wohngrundstücken zukünftig der Ertragswert maßgeblich sein. Für die Bundesländer ist eine Öffnungsklausel vorgesehen, damit sie die Grundsteuer nach anderen Bewertungsverfahren erheben können.

„Der Aufwand für die Grundstückseigentümer und die Finanzverwaltung steht in keinem Verhältnis zu den Steuereinnahmen. Die Steuer ist keineswegs gerecht, weil unterschiedliche Wohnungsmieten nicht ausreichend abgebildet werden und der Grundstückswert vor allem von dem Bodenwert bestimmt wird“, sagt Beck. Der IVD-Steuerexperte weiter: „Steigende Bodenwerte werden zu einem ständigen Anstieg der Grundsteuer führen. Die Anwendung des Sachwertverfahrens für Geschäftsgrundstücke wird gegenüber dem Ertragswertverfahren zu sehr viel höheren Werten führen.“

Die Einführung einer Öffnungsklausel im Grundgesetz begrüßt der IVD hingegen ausdrücklich. „Hoffentlich nutzen die Länder ihre Chance, ein einfacheres Gesetz einzuführen. Der Länderfinanzausgleich steht dem glücklicherweise nicht mehr im Wege“, kommentiert Beck.

„Steuer ohne gewünschte Effekte“

Der Vorschlag der CDU/CSU sowie der SPD, den Anwendungsbereich der Grundsteuer C für baureife aber unbebaute Grundstücke zu konkretisieren, trifft auf verhaltene Zustimmung beim IVD. Grundsätzlich lehnt der Steuerexperte die Grundsteuer C ab. „Ohnehin dürfte die Einführung einer solchen Steuer nicht die gewünschten Effekte haben. In den 60er Jahren hat der Gesetzgeber die Grundsteuer C bereits kurze Zeit nach ihrer Einführung aufgehoben, weil sie sich als nicht sinnvoll erwiesen hat“, so der ehemalige Vorsitzende Richter des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg.

Dass die von den Grünen und auch den Linken geforderte Abschaffung der Umlage der Grundsteuer auf die Miete nicht umgesetzt wurde, bezeichnet der IVD-Steuerexperte als zumindest vorläufigen Sieg der Vernunft und der Gerechtigkeit. Allerdings gibt es im Bundesrat weitere Bemühungen, die Umlage abzuschaffen. „Das würde zahlreiche Gemeinden ermuntern, die Hebesätze weiter anzuheben“, so Beck.

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Digitaler Antragsprozess: Diese Lebensversicherer haben es drauf

Die IT-Sparte des Analysehauses Franke und Bornberg unterstützt Versicherer auf ihrem Weg in digitale Antragsprozesse. Die größten Fortschritte verzeichnet Franke und Bornberg im Bereich Lebensversicherung. Jeder vierte Lebensversicherer setzt bereits auf digitale Antragsprozesse von Franke und Bornberg.

mehr ...

Immobilien

Immobilien als Anlage gegen den Minuszins

Die überwiegende Mehrheit der Deutschen hält Investitionen in Immobilien für sehr wertstabil und für eine gute Maßnahme, sich vor einer Minderung des Geldwertes zu schützen. Das sind die zentralen Ergebnisse einer Online-Umfrage des Hamburger Fintechs Exporo zum Thema „Anlageverhalten in der Niedrigzinsphase”, zu der im November diesen Jahres 1.000 Bundesbürger befragt wurden.

mehr ...

Investmentfonds

Globaler Fonds für Nachranganleihen kommt von Bantleon

Der Asset Manager Bantleon hat den globalen Publikumsfonds Bantleon Select Corporate Hybrids aufgelegt, der primär in nachrangige Unternehmensanleihen von etablierten Investment-Grade-Schuldnern investiert. Den Hauptbestandteil des Fonds bilden in Euro denominierte Anleihen. Um die Renditechancen zu steigern, kann das Portfolio Management zudem in Anleihen anderer Währungen aus Industrieländern investieren. Das Fremdwährungsrisiko wird nahezu vollständig abgesichert. Die Fokussierung auf Nachranganleihen von Schuldnern mit guter bis mittlerer Bonität ermöglicht eine höhere Rendite als bei Portfolios, die ausschließlich aus erstrangigen Anleihen derselben Schuldner bestehen, ohne ein höheres Insolvenzrisiko einzugehen.

mehr ...

Berater

Verbrauchertipps zum Weihnachtsgeld   

Gibt es bei Kündigung anteiliges Weihnachtsgeld für das laufende Jahr? Haben alle Mitarbeiter den gleichen Anspruch? Und wie viel Geld steht dann Teilzeitkräften zu? ARAG klärt die wichtigsten Fragen zur betrieblichen Bescherung.

mehr ...

Sachwertanlagen

Marvest startet drittes Crowdinvesting-Projekt

Die auf den maritimen Sektor spezialisierte Online-Plattform Marvest hat ihr drittes Projekt für Investoren veröffentlicht. Die Anleger können über eine “Schwarmfinanzierung” in ein Darlehen für einen Mehrzweckfrachter investieren. 

mehr ...

Recht

Betriebskostenabrechnung: 5 Tipps für Vermieter

Heizung, Wasser, Abwasser, Müllentsorgung, Versicherungen, Gebäudereinigung, Verwaltungskosten, Leerstand und mehr: Was ist umlagefähig, was nicht? Vor dieser Frage stehen Eigentümer von Mietimmobilien spätestens dann, wenn sie die jährliche Betriebskostenabrechnung erstellen und bestimmte Mindestanforderungen beachten müssen. Gerade Vermieter von kleineren Immobilien, die diese selbst verwalten, werden dabei vor einige Herausforderungen gestellt. Der Full-Service Immobiliendienstleister McMakler fasst daher zusammen, was zu einer rechtssicheren und ordnungsgemäßen Betriebskostenabrechnung gehört.

mehr ...