2. Mai 2019, 12:21
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Juso-Chef Kühnert: Kollektivierung und Absage an Vermietung

Juso-Chef Kevin Kühnert möchte große Firmen eigenen Worten zufolge kollektivieren. In einem “Zeit”-Interview sagte er, er wolle eine Kollektivierung von Unternehmen wie BMW “auf demokratischem Wege” erreichen.

Juso-Chef Kühnert: Kollektivierung und Absage an Vermietung

Kevin Kühnert (SPD): “Konsequent zu Ende gedacht, sollte jeder maximal den Wohnraum besitzen, in dem er selbst wohnt.”

Ohne Kollektivierung sei “eine Überwindung des Kapitalismus nicht denkbar”, so der Juso-Chef.

Am Beispiel des Autobauers führte er weiter aus: “Mir ist weniger wichtig, ob am Ende auf dem Klingelschild von BMW “staatlicher Automobilbetrieb” steht oder “genossenschaftlicher Automobilbetrieb” oder ob das Kollektiv entscheidet, dass es BMW in dieser Form nicht mehr braucht.”

Entscheidend sei, dass die Verteilung der Profite demokratisch kontrolliert werde. “Das schließt aus, dass es einen kapitalistischen Eigentümer dieses Betriebes gibt.”

Auch Immobilienbesitz im Visier

Außerdem will Kühnert den Besitz von Immobilien in Deutschland beschränken. “Ich finde nicht, dass es ein legitimes Geschäftsmodell ist, mit dem Wohnraum anderer Menschen seinen Lebensunterhalt zu bestreiten”, sagte er. “Konsequent zu Ende gedacht, sollte jeder maximal den Wohnraum besitzen, in dem er selbst wohnt.”

Noch besser seien genossenschaftliche Lösungen, im Optimalfall gebe es überhaupt keine privaten Vermietungen mehr, sagte der Vorsitzende der SPD-Jugendorganisation.

CSU befürchtet Sozialismus

CSU-Generalsekretär Markus Blume kritisierte den Juso-Chef scharf: “Kühnert soll in die Linkspartei eintreten. Mit solchen Leuten ist kein Staat zu machen und kann eine Regierung nicht funktionieren”, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Die systemverändernden Sozialismus-Phantasien des Juso-Vorsitzenden seien ein schwerer Rückfall der SPD in klassenkämpferische Zeiten. “Die SPD-Spitze muss sich deutlich von solchen Hirngespinsten distanzieren.”

Mit solchen Vorstößen mache sich die SPD lächerlich und verunsichere gleichzeitig diejenigen, die Wohnraum schaffen wollten. (dpa-AFX)

Foto: Picture Alliance

 

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1 Kommentar

  1. Demokratie und Sozialismus? Demokratie und Enteignungen? Das passt nicht zusammen. Zu viel ist in der Vergangenheit geschehen. Bereits Walter Ulbricht sagte, “es muss demokratisch aussehen, wir müssen aber alles in der Hand behalten. Verstaatlichungen sind immer nur ein kurzfristiges Mittel. Wir haben in Deutschland einfach die falsche Denke. Während in den USA der erfolgreiche Geschäftsmann bewundert wird, wird er in unseren Gefilden angefeindet. Nur die kreativen Köpfe können ein Land voran bringen. Eigeninitiative und unternehmerische Ideen statt Verstaatlichung und Kollektivierung. Immobiliengeschäfte sind legitim. Die soziale Marktwirtschaft hat darauf zuachten, das alles fair zugeht. Noch nie hat Verstaatlichung zu etwas geführt. Nur zum Verfall der Städte. Man sollte mehr in Bildung und Startups investieren, statt längst überholte Modelle zu rezitieren.

    Kommentar von ak — 4. Mai 2019 @ 13:23

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