Mietendeckel, Enteignungsdebatte, Mietpreisbremse: Deutschland der Schrecken der Investoren?

Mietendeckel, Berliner Enteignungsdebatte, Verschärfung der Mietpreisbremse, Share-Deal-Kontroverse: Die Politik zieht derzeit die Zügel bei der Wohnungsmarktregulierung an. Mancher Beobachter prognostiziert schon einen Einbruch der Investitionsbereitschaft der Immobilienwirtschaft. Ein Kommentar von Andre Schmöller, Geschäftsführer, Domicil Real Estate Group. 

Neben den Rückgängen von Investitionen ist auch von einem kompletten Ausweichen auf weniger streng regulierte Wohnungsmärkte die Rede. Doch ist Deutschland tatsächlich der Schrecken der langfristig orientierten Investoren?

Renditen trotz Niedrigzinsen

Während die Politik dazu beiträgt, dass sich Privatpersonen unfair behandelt fühlen könnten, tangieren die momentanen Wohnungsdebatten den Profi kaum. Seine Investitionsentscheidungen sind schließlich faktengetrieben – und die zeigen: Wohnimmobilien sind weiterhin eine langfristig rentable Kapitalanlage.

Bei Core-Investments verzeichnen Wohnimmobilien zwar sinkende Cashflow-Renditen von derzeit drei bis vier Prozent, dank der extrem niedrigen Finanzierungskosten wird trotzdem eine auskömmliche Rendite erzielt. Führt man sich noch das in den Ballungsräumen nicht existente Leerstandsrisiko vor Augen, lässt sich schwer verleugnen, dass das Investment in Wohnimmobilien weiterhin risikoarm ist.

Darüber hinaus erzielen Investoren nach Abzug der Inflation in den meisten Fällen sogar noch eine positive reale Rendite. Unter diesen Umständen kommen professionelle Investoren gar nicht am Wohnungsmarkt vorbei.

Struktureller Überhang besteht

Ein Ausweichen auf andere Länder kommt aufgrund der damit verbundenen Währungsrisiken und des erhöhten Verwaltungsaufwandes ebenfalls nicht in Frage.

Zusätzlich besteht auf Nachfrageseite ein struktureller Überhang. Immer mehr Menschen wollen in den großen, schnell wachsenden Städten wohnen, allerdings wird nur unzureichend neuer Wohnraum geschaffen.

 

Seite 2: Verschoben ist nicht aufgehoben

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