15. August 2019, 11:02
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Nie waren Baudarlehen günstiger – und noch nie so hoch

Immobiliensuchende müssen weiterhin steigende Preise akzeptieren – und sie mit immer höheren Krediten finanzieren. Für die eigenen vier Wände schließen sie im Juli Darlehensverträge über durchschnittlich 263.000 Euro ab – das sind rund 4,4 Prozent bzw. 11.000 Euro mehr als noch im Monat zuvor. Ein Kommentar von Michael Neumann, Vorstandsvorsitzender der Dr. Klein Privatkunden AG.

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Käufer und Bauherren kommen dabei aber die extrem niedrigen Zinsen zugute, die Monat für Monat neue Tiefstwerte verzeichnen.

Die Standardrate, die für einen Kredit in Höhe von 150.000 Euro mit zwei Prozent Tilgung und 80 Prozent Beleihungsauslauf berechnet wird und für Vergleichbarkeit sorgt, war demzufolge noch nie so niedrig wie im Juli: Mit 396 Euro liegt sie zum ersten Mal unter der 400-Euro-Marke und acht Euro unter dem Vormonatswert.


Etwas höherer Beleihungsauslauf, Tilgung und Zinsbindung konstant

Im Vergleich zum Juni steigt der Beleihungsauslauf um leichte 0,2 Prozent und beträgt damit im Durchschnitt 84,49 Prozent. Angesichts der hohen Preise für Wohneigentum können viele Kreditnehmer vor allem in Ballungsgebieten nicht mehr die früher empfohlenen 20 Prozent Eigenkapital plus Nebenkosten leisten.

Mittlerweile sorgt das breite Marktumfeld allerdings für gute Finanzierungsangebote auch bei hohem Beleihungsauslauf – die entsprechende Bonität vorausgesetzt.

Dass Darlehensnehmer nach wie vor darauf achten, ihre Finanzierung sicher zu gestalten, zeigt die konstant hohe Tilgung von durchschnittlich 2,82 Prozent und die lange Zinsbindung von rund 13 Jahren und 11 Monaten.

Damit zahlen sie die Kredite zügig ab und legen die historisch niedrigen Zinsen für einen langen Zeitraum fest. Sofern danach eine Anschlussfinanzierung nötig ist, bedeutet dies einen geringeren Darlehensbetrag und günstigere Konditionen.

Kaum Interesse an Forward-Darlehen

Im Juli spielen Forward-Darlehen – ebenso wie in den Monaten zuvor – nur eine Nebenrolle: Ihre Anteile betragen verschwindend geringe 6,58 Prozent. Anschlussfinanzierer sind momentan in einer sehr günstigen Position: Sie profitieren vom extrem niedrigen Zinsniveau und wer nicht jetzt handeln muss, kann sich Zeit lassen – es ist nicht zu erwarten, dass sich die Zinsen kurz- oder mittelfristig nennenswert nach oben bewegen.

Entsprechend beliebt sind „einfache“ Annuitätendarlehen, bei denen kein Aufschlag für die Bereitstellungszeit anfällt. Mit 84,24 Prozent liegt der Anteil knapp unter dem Allzeithoch im Juni diesen Jahres.

Die Nachfrage nach KfW-Darlehen zieht im Juli leicht an und die staatlich geförderten Kredite machen rund fünf Prozent vom Gesamtvolumen aus. Zuletzt überschritten sie Ende 2017 die 5-Prozent-Marke.

Foto: Shutterstock

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