16. September 2019, 14:09
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Temporäres Wohnen: Wann sich das Konzept für wen lohnt

Das Angebot am Markt für temporäres Wohnen wächst. Die Konzepte bieten Nutzern kleine, möblierte Apartments, die sich durch Komfort und Zugänglichkeit auchzeichnen. Savills zeigt am Beispiel Berlin, dass die Apartments günstiger als Ein-Raum-Wohnungen sind, insofern die Wohndauer nicht mehr als drei Jahre beträgt. 

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In Deutschland boomt der Bau kleiner Wohnungen. So stieg die Zahl von Ein-Raum-Wohnungen zwischen den Jahren 2010 und 2018 um rund 11 % und wuchs damit mehr als zweieinhalb Mal so schnell wie der gesamte Wohnungsbestand. Ein nennenswerter Teil dieses Wachstums dürfte laut Savills dem Markt für Temporäres Wohnen zuzuordnen sein.

Wohnen auf kleiner Fläche boomt

„Im Temporären Wohnen werden besonders kleine, möblierte Ein-Raum-Wohnungen angeboten. Üblicherweise bleiben die Nutzer hier nur einige Monate bis wenige Jahre lang wohnen“, erläutert Matti Schenk, Senior Consultant Research bei Savills.

„Die vielen vollausgelasteten Wohnanlagen und auch die Expansionspläne der meisten Betreiber deuten darauf hin, dass die Nachfrage nach solchen Apartments groß ist“, ergänzt so Michael Gail, Director und Teamleader Investment Munich bei Savills.

In fast allen Wohnanlagen gibt es Gemeinschaftsflächen

Auf den ersten Blick bestehen die Angebote lediglich aus sehr kleinen Apartments, die für eine befristete Wohndauer konzipiert sind und zu vergleichsweise hohen Preisen angeboten werden.

So sind die Apartments in den privaten Wohnanlagen des Temporären Wohnens in Berlin im Median 21 m² groß und kosten 618 Euro im Monat (inklusive aller Kosten). Das sind rund 29 Euro je m².

In fast allen Wohnanlagen gibt es jedoch zusätzlich zu den Apartments verschiedene Gemeinschaftsflächen, die von allen Bewohnern genutzt werden können. „In Berlin gibt es in fast allen Wohnanlagen mindestens eine Gemeinschaftsfläche“, berichtet Schenk und konkretisiert:

„Dabei handelt es sich oftmals um Funktionsflächen wie etwa Waschräume. Flächen, die hauptsächlich für die Bildung einer Gemeinschaft da sind, gibt es deutlich seltener“. Vor allem bei Angeboten, die sich nicht explizit an Studierende oder junge Berufstätige richten, ist der Umfang der Gemeinschaftsflächen begrenzt.

Noch wichtiger als Gemeinschaft: Komfort

Was sich hingegen in fast allen Konzepten des Temporären Wohnens wiederfindet, ist ein größerer Komfort für die Mieter im Vergleich zu Wohnungen am klassischen Wohnungsmarkt. Durch das All-In-Konzept sparen die Nutzer Zeit und Kosten. Zudem können die Apartments deutlich leichter angemietet werden, weil die Betreiber eigene Homepages oder Buchungsportale anbieten.

„Die Konzepte stellen sich für die angesprochene Zielgruppe sowohl bei der Wohnungssuche als auch während des Nutzungszeitraums komfortabler dar als die Angebote am klassischen Wohnungsmarkt. Das ist vermutlich ihr größter Wettbewerbsvorteil“, schlussfolgert Schenk.

Apartment bis zu einer Wohndauer von drei Jahren günstiger als Ein-Raum-Wohnung

Menschen, die für eine begrenzte Zeit eine Wohnung für sich alleine suchen, haben die Wahl: Sie können entweder die Angebote im Temporären Wohnen nutzen oder sich eine Wohnung am klassischen Wohnungsmarkt suchen. Die Kosten für diese beiden Optionen hat Savills am Beispiel Berlin verglichen.

Das Ergebnis: Werden alle Kosten berücksichtigt, ist das Apartment im Temporären Wohnen im ersten Jahr im Durchschnitt gut 1.200 Euro günstiger als die Ein-Raum-Wohnung am klassischen Wohnungsmarkt. Die Differenz resultiert vor allem aus Einmalkosten, denn bei den laufenden monatlichen Kosten ist die Ein-Raum-Wohnung ca. 480 Euro pro Jahr günstiger.

Dennoch bleibt das Apartment bis zu einer Wohndauer von drei Jahren günstiger als die Ein-Raum-Wohnung. Schenk gibt zu bedenken: „Pro Quadratmeter mag ein Apartment deutlich teurer sein als eine klassische Wohnung, viele Nutzer dürften bei der Wohnungssuche aber vor allem ihr Gesamtbudget im Blick haben.“

 

Foto: Savills

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