14. Mai 2019, 07:32
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Vierkötter (BFW): „Baulandkosten explodieren: Bezahlbarer Neubau wird zur Quadratur des Kreises“

Frank Vierkötter, Vorsandschef eines Immobilienunternehmens und Vize-Präsident des Branchenverbands BFW, schildert aus seinem Alltag, wo die Probleme der Wohnungspolitik legen. Dabei geht es nicht nur um das geringe Volumen an Wohnraum. Warum ein Mangel an Bauland zunehmend zu Problemen führt.

Frank Vierkoetter in Vierkötter (BFW): „Baulandkosten explodieren: Bezahlbarer Neubau wird zur Quadratur des Kreises“

Frank Vierkötter erläutert im Interview mit dem BFW die Probleme der Immobilienbranche.

„Der Baulandmarkt in Deutschland trocknet aus“ – so lautet das alarmierende Fazit der Studie, die der BFW mit dem Verbändebündnis Wohnungsbau am 9. Mai in Berlin vorgestellt. BFW-Vizepräsident Frank Vierkötter, Mitglied der Baulandkommission des Bundesbauministeriums, hat die Studie mit den Bündnis-Kollegen auf dem Wohnungsbautag präsentiert.

Der Bremer ist Vorstandschef eines Immobilienunternehmens, das überwiegend Wohnraum im niedrigen Preissegment baut. Wie sich der Bau- landmangel auf den bezahlbaren Wohnungsneubau auswirkt, berichtet Vierkötter im Interview.

BFW: Herr Vierkötter, laut der Studie des BFW und des Verbändebündnis Wohnungsbau sind der Baulandmangel und die explodierenden Baulandprei- se die größten Hürden für den bezahlbaren Wohnungsneubau. Gilt das nur für die sieben A-Städte?

Vierkötter: Die Preise für baureifes Land haben sich in den A-Städten von 2011 bis 2017 durchschnittlich verdoppelt, in Berlin nahezu verdreifacht. In den kleineren B-Städten entwickelt sich die Situation ähnlich dramatisch:

Auch dort haben sich die Preise im genannten Zeitraum mehr als verdoppelt. Die Situation spitzt sich also in immer mehr Städten zu. Verschärft wird das Problem noch dadurch, dass immer seltener und immer weniger Bauland verkauft wird.

In den A-Standorten ist die Zahl der Verkaufsfälle zwischen 2011 bis 2017 um ein Drittel zurückgegangen. Das bedeutet einen Rückgang der verkauften Baulandfläche um 27%. Im gleichen Zeitraum ist der Verkauf von entwickelter Baulandfläche in den A-, B- und C-Städten um 775 Hektar zurückgegangen. Darauf hätten wir 62.000 Wohnungen für 120.000 Menschen bauen können!

BFW: Was bedeutet der austrocknende Baulandmarkt für Sie als Immobilien- unternehmer?

Vierkötter: Mittlerweile sind zwanzig Mitarbeiter in meinem Unternehmen allein damit beschäftigt, bundesweit nach Bauland für unsere Neubauprojekte zu fahnden. Das gleicht der Suche nach der berühmten Nadel im Heuhaufen.

Selbst wenn wir noch Bauland bekommen, können wir die explodierenden Baulandpreise im preiswerten Wohnungssegment kaum noch auffangen. Dabei ist mein Unternehmen seit 50 Jahren auf dieses Preissegment spezialisiert.

Seite 2: Könnte man woanders sparen?

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1 Kommentar

  1. Mehr Bauland auf Erbpachtbasis zu moderaten Pachtzinsen, das spart enorm Kaufkosten ( auch Grunderwerbssteuer ! ), und schafft den Kommunen dauerhafte, regelmäßige Einnahmen. Grundstücksspekulationen werden reduziert. Bundeseinheitliche Bauvorschriften, einfacherer Bauweisen ( ohne Keller, Leitungsrohre dürfen auch “auf Putz” liegen) sparen Baukosten. DAS sind die Konzepte die wir brauchen, aber welche Politiker setzen das um ?

    Kommentar von Nils Fischer — 17. Mai 2019 @ 12:12

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