5. November 2019, 23:59
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Wie sich der Altbau preiswert sanieren lässt

Die wenigsten Deutschen wohnen in einem Neubau. So gibt es etwa 20 Millionen Bestandsim-mobilien – neu errichtet werden jährlich nur rund 130.000 Gebäude. Der Modernisierungsbedarf bei gebrauchten Häusern ist enorm. Je älter ein Gebäude, desto umfangreicher ist meist die Sanierung. Doch an vielen Stellen lässt sich sparen.

Bhw Pressedienst 6332 in Wie sich der Altbau preiswert sanieren lässt

Handwerklich Begabte können viel Geld sparen, indem sie mitrenovieren

Eigentümer von Wohnungen oder Reihenhäusern sollten zuerst prüfen, für welche Modernisierungen die Eigentümergemeinschaft zuständig ist. „Wenn zum Beispiel der Austausch einfachverglaster Fenster Gemeinschaftssache ist, sollte man sie nicht vorschnell auf eigene Rechnung erneuern, denn ohne gemeinsamen Beschluss hat man keinen Anspruch auf Kostenerstattung“, gibt BHW Expertin Angelika Sosnowski zu bedenken.

Baumaterial gebraucht kaufen

Baumaterial kann man auch gebraucht kaufen, etwa online über das Bauteilnetz Deutschland. Das ist nicht nur günstiger, sondern auch umweltschonend. Wer stilgerechtes Baumaterial sucht, um damit zum Beispiel fehlende oder beschädigte Dachpfannen zu ersetzen, kann unter historische-baustoffe.de fündig werden. Und: Es muss nicht immer gleich das komplette Dach neu gedeckt werden. Doch Vorsicht, die Materialwahl sollte man vor der Bestellung mit den Handwerkern abstimmen. Viele Betriebe übernehmen keine Garantie bei der Verarbeitung von recyceltem Material. Handwerklich Begabte können sparen, indem sie mitrenovieren 

Reparieren statt wegwerfen

Alte Haustüren entsprechen zwar häufig nicht dem heutigen Standard, weil sie weder gedämmt noch einbruchsicher sind. „Stilecht sind sie aber allemal“, sagt die BHW Expertin, „und das Reparieren kommt immer stärker in Mode.“ Bevor man zwei bis viertausend Euro für eine neue Holztür ausgibt, kann man besser einen Tischler fragen, ob er das gute Stück nachrüsten kann. Auch abgenutzte Treppen müssen nicht gleich ersetzt werden: Solange die Statik intakt ist, können sogenannte Renovierungsstufen aufgesetzt werden.

Sich fördern lassen

Wenn man ein Haus energetisch saniert, übernimmt der Staat einen Teil der Modernisierungskosten. Je energieeffizienter das Haus, umso höher die Förderung. Zuschüsse und Kredite gibt es bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau und beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle. Die Bundesländer bieten weitere Sanierungsprogramme an, die sich in der Regel damit kombinieren lassen. Voraussetzung ist meist eine Energieberatung, über die auch die Beantragung der Fördergelder läuft.

Prioritäten setzen

Was ist dringend, was kann warten? „Die entscheidenden Maßnahmen sollten bestmöglich ausgeführt werden, doch dort, wo sich später leicht noch etwas verändern lässt, besteht Sparpotenzial“, sagt Sosnowski. An einem undichten Dach muss sofort etwas gemacht werden, die formschöneren, doch teureren Türklinken hingegen kann man auch noch später anschaffen. Keinesfalls sparen sollte man bei Investitionen für mehr Energieeffizienz. Die Erneuerung etwa des Heizsystems oder Maßnahmen zur Dämmung des Daches zahlen sich langfristig immer aus.

Eigenleistungen klug planen

Handwerklich begabte Haus- oder Wohnungseigentümer können je nach Sanierungsumfang durch Eigenleistungen viel Geld sparen. Vorausgesetzt, sie schätzen ihre Fähigkeiten realistisch ein. Denn Fehler können zu teuren Verzögerungen oder späteren Mängeln führen. Möglich ist es aber, unter sachkundiger Führung der Fachleute bei der Sanierung mit Hand anzulegen. Zu den häufigsten Eigenleistungen gehören Tapezier- und Malerarbeiten, die Verlegung von Böden, das Fliesen von Wänden sowie vorbereitende Arbeiten.

Die Handwerkerkosten absetzen

Auch nachträglich lässt sich beim Hausbau oder einer Modernisierung noch sparen: 20 Prozent der Handwerkerkosten können in der Steuererklärung geltend gemacht werden, immerhin bis zu 1.200 Euro pro Jahr.

Netzwerke nutzen

Damit sich die Arbeiten nicht in die Länge ziehen und Mehrkosten entstehen, suchen Sie Handwerker, die mit anderen Gewerken vernetzt sind. So läuft es meist reibungsloser.

Foto: BHW

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