1. April 2020, 10:42
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Neuer Mieterschutz in Kraft: Wie Sie durch die Krise kommen

Ab heute gilt für Mieterinnen und Mieter, die durch finanzielle Einschnitte in besonderem Maße von der Corona-Krise betroffen sind, ein erweiterter Kündigungsschutz. Es ist aber für Betroffene laut GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen weitere Unterstützung nötig.

Mieten-runter in Neuer Mieterschutz in Kraft: Wie Sie durch die Krise kommen

Wenn Mieter ihrem Vermieter glaubhaft machen, dass sie durch Einkommenseinbußen infolge der Corona-Pandemie ihrer Mietzahlung nicht wie gewohnt nachkommen können, wird eine Kündigung in Bezug auf Mietschulden aus den Monaten April bis Juni 2020 ausgeschlossen. Die dadurch entstehenden Mietschulden müssen aber spätestens bis zum 30. Juni 2022 zurückgezahlt werden. Das haben Bundestag und Bundesrat in der vergangenen Woche beschlossen.  

Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW, erklärt, worauf es jetzt ankommt, damit Mieter und Vermieter gemeinsam gut durch die Krise kommen:

“Für unsere Mieterinnen und Mieter gilt: Keiner muss sich in dieser herausfordernden Situation der Corona-Krise Sorgen machen, seine Wohnung zu verlieren. Die Wohnungsunternehmen helfen hier mit individuellen Lösungen für besonders Betroffene. Damit sie das auch weiterhin tun können, sind sie aber insbesondere auf drei Dinge angewiesen:

Wer in den nächsten Wochen coronabedingte Einkommensverluste zu beklagen hat, sollte sich frühzeitig an seinen Vermieter wenden, um gemeinsam die bestmögliche Lösung zu finden. Hier kommt es darauf an, dass sich im Sinne der Solidarität nur diejenigen melden, die auch tatsächlich finanziell betroffen sind.

Wer wegen der Corona-Pandemie finanzielle Einschnitte erleidet, sollte prüfen, ob Anspruch auf Sozialleistungen besteht. Das kann Arbeitslosen-, Kurzarbeiter- und auch Wohngeld sein. Besteht im Fall von Jobverlust ein Anspruch auf Grundsicherung, sollte ein entsprechender Antrag beim Jobcenter gestellt werden. Infolge einer von Bundestag und Bundesrat ebenfalls vergangene Woche beschlossenen Änderung des Sozialgesetzbuchs können die Ämter in den Kommunen für Anträge, die bis zum 30. Juni 2020 gestellt werden, auf eine Prüfung von Vermögen und Wohnungsgröße verzichten und damit unbürokratische Hilfe für Arbeitslose ermöglichen.

Durch ausbleibende Mietzahlungen darf keine fatale Kettenreaktion in Gang gesetzt werden, von der dann auch Handwerker, Energieversorger und viele Beschäftigte in Wohnungsunternehmen betroffen sind, weil Vermieter hier ihren fälligen Zahlungen nicht mehr nachkommen können. Deshalb sind sowohl Mieter als auch Vermieter dringend auf zusätzliche Unterstützung durch einen solidarischen Sicher-Wohnen-Fonds angewiesen. Der gemeinsam mit dem Deutschen Mieterbund und vielen weiteren Verbänden geforderte Fonds muss schnell aufgesetzt werden und ab Mai funktionsfähig sein, damit Wohnungsunternehmen nicht aus zu erwartenden finanziellen Engpässen frühzeitig Aufträge stornieren müssen. Bund und Länder müssen den Fonds jetzt umsetzen – ansonsten werden Mieter und Vermieter gemeinsam im Regen stehen gelassen.”           

Weitere Infos für Mieter, unter anderem zu Nachweismöglichkeiten

Übersicht über coronabedingte Regelungen in ausgewählten europäischen Ländern

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Telefonica und Allianz starten Glasfaserprojekt in Deutschland

Der spanische Telekomkonzern Telefonica hat sich beim Glasfasernetz-Ausbau die Allianz als Partner an Bord geholt. Beide Konzerne sollen jeweils zur Hälfte am Gemeinschaftsprojekt beteiligt sein, teilten sie am Donnerstag in Madrid und München mit.

mehr ...

Immobilien

Seehofer will erschwerte Umwandlung von Mietwohnungen

Bundesbauminister Horst Seehofer (CSU) plant nun doch höhere Hürden für die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen. Das sieht ein neuer Entwurf für das Baulandmobilisierungsgesetz vor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Er soll voraussichtlich am kommenden Mittwoch vom Kabinett verabschiedet werden.

mehr ...

Investmentfonds

Ex-Wirecard-Manager wohl V-Mann von Geheimdienst in Österreich

Der frühere Wirecard-Manager Jan Marsalek war möglicherweise V-Mann des österreichischen Nachrichtendienstes. Einen V-Mann in einem Dax-Unternehmen zu platzieren, wäre ein Affront und könnte die deutsch-österreichischen Beziehungen belasten.

mehr ...

Berater

DKM 2020: digital.persönlich.erfolgreich

Der Umzug der DKM 2020 von der Messe Dortmund in die digitale Welt war ein voller Erfolg. Mit über 19.700* Messeteilnehmern verteilt auf 4 Messetage, 157 Ausstellern und mehr als 200 Programmpunkten bei Kongressen, Workshops, Roundtables und Speaker’s Corner hat die 24. Auflage der Leitmesse auch in der digitalen Version die Finanz- und Versicherungsbranche überzeugt.

mehr ...

Sachwertanlagen

Deutsche Finance mit 650-Millionen-Dollar-Closing in San Francisco

Der Asset Manager Deutsche Finance und SHVO Capital haben gemeinsam für ein institutionelles Joint Venture um die Bayerische Versorgungskammer den Gebäudekomplex „Transamerica Pyramid“ in San Francisco erworben.

mehr ...

Recht

Kauf bricht nicht Miete: Tipps für den Verkauf einer vermieteten Wohnung

Erst Vermieten, dann Verkaufen: Eine vermietete Wohnung zu verkaufen stellt Eigentümer vor besondere Herausforderungen. Denn das bestehende Mietverhältnis wirkt sich nicht nur auf den Verkaufspreis aus, auch die Käuferzielgruppe ist eine andere als bei einem unvermieteten Objekt. Welche Besonderheiten Eigentümer beim Verkauf einer vermieteten Wohnung beachten müssen, fassen die Experten des Full-Service Immobiliendienstleisters McMakler zusammen.

mehr ...