20. September 2019, 08:00
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Cash.Gala 2019: “Singen befreit die Seele”

Auf Ihrer Homepage schreiben Sie: “Es steht nach wie vor nicht gut um das aktive Musikleben vieler Kinder in unserem Land”. Was bemängeln Sie?

Zuckowski: In vielen Kindergärten fehlen musikalisch ausgebildete Erzieherinnen. Das heißt nicht, dass dort überhaupt keine Musik erklingt, aber sie erklingt vielleicht etwas zu oft nur aus dem CD-Player und kommt nicht von Frauen und Männern, die mit den Kindern im Stuhlkreis sitzen, ein Instrument auf dem Schoß haben und singen. Wir wissen von vielen Kindergärten, dass da große Defizite herrschen. In den Schulen ist es ähnlich. Musiklehrerausbildung ist ein Mangelfach, darum sind in den Grundschulen fachfremde Lehrer eher die Regel. Das sind zwar nicht unbedingt die schlechtesten Musiklehrer, aber ihnen fehlt oft eine gewisse Grundausstattung an Musikpädagogik. Von der Kulturpolitik, die die Lehrpläne gestaltet, aber auch von vielen Eltern wird das Fach Musik als nicht besonders wertvoll eingeschätzt. Die kognitiven Fächer machen sich wichtig, die Kinder sollen lernen, es soll etwas aus ihnen werden. Dabei wird unterschätzt, wie sehr die Lernfreude durch Musik gefördert wird.

Was hat Sie dazu bewogen, die Stiftung zu gründen? Gab es ein Schlüsselerlebnis?

Zuckowski: Ja, immer wieder. Ein wiederholtes Schlüsselerlebnis, weil ich bei meinen Konzertauftritten in Schulen immer wieder gespürt habe, wie gut Musik diesen Gemeinschaften tut. Ich wollte etwas machen, in dem sich die Erfahrung aus meiner Tourneetätigkeit verdichten lässt, über meine Person und mein eigenes Repertoire hinaus. So ist die Idee zu dieser Stiftung gewachsen.

DSC01909-1 in Cash.Gala 2019: Singen befreit die Seele

Rolf Zuckowski im Gespräch

Was tun Sie mit der Stiftung ganz konkret?

Zuckowski: Unser Hauptprojekt nennt sich “Eine Klassenreise zur Musik”. Dabei handelt es sich um eine einwöchige Reise für jeweils drei dritte Schulkassen – wenn es grenzüberschreitend ist, zum Beispiel deutsch-polnisch, sind es fünfte Schulklassen. In dieser Projektwoche studieren drei bis vier Künstler in Workshops ein Aufführungsstück mit den Kindern ein, eine Art “Mini-Musical”. Am Anfang der Woche werden die Klassenverbände aufgelöst und die Kinder einzelnen Themen zugeordnet, zum Beispiel Percussion, Schauspiel, Tanz, Chor oder Sologesang. Die meisten durchlaufen gleich mehrere dieser Angebotsgruppen, bis klar ist, wer in der Aufführung was macht. Es sollen alle die Chance haben, sich mit ihren Talenten einzubringen. Es kommt dabei immer wieder vor, dass die Lehrer zu uns kommen und sagen: “Wir erleben unsere Schüler auf dieser Reise völlig neu!” Die Abschlussaufführung ist dann für die Eltern und Familien, deshalb ist das Reiseziel maximal 150 Kilometer vom Wohnort entfernt. Unsere Hoffnung ist, dass die Musik in den teilnehmenden Schulen einen neuen Stellenwert bekommt und auch die Eltern erkennen, wie gut aktive Musikerlebnisse ihren Kindern tun.

Fördern Sie auch externe Projekte?

Zuckowski: Ja, die Palette ist bunt. Das können zum Beispiel Kindergärten in sozialen Brennpunkten sein, denen altersstufengerechte Instrumente fehlen, oder einzelne Aufführungsprojekte. Wir tun uns auch mit anderen Stiftungen zusammen, die Kinder in schwersten Lebenslagen fördern. Es gibt in Hamburg eine Einrichtung namens “Mattisburg”, ein Schutzhaus für Kinder mit schwer traumatisierten Lebensläufen – Misshandlung, Vernachlässigung, psychische und physische Gewalt in der Familie. Sie werden von den Jugendämtern für zwei Jahre in der “Mattisburg” untergebracht, um dort herausfinden zu können, was dem Kind geschehen ist, was es braucht, um in ein normales Leben zurückzukehren und wo es in Zukunft besser betreut werden kann als in der eigenen Familie. Dahinter steht die Stiftung “Ein Platz für Kinder”, mit der wir jetzt zusammenarbeiten. Wir fördern in der “Mattisburg” den musiktherapeutischen Unterricht.

Seite drei: “Ich liebe nach wie vor anfassbare Tonträger”

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