Lehman-Zertifikate: Totalverlust droht

Mit der Pleite der viertgrößten US-Investmentbank Lehman Brothers ist auf dem Zertifikate-Markt erstmals der Ausfall eines großen Emittenten eingetreten, vor dem Experten schon lange gewarnt haben.

Zertifikate sind im Gegensatz zu Investmentfonds rechtlich gesehen keine Sondervermögen, sondern Inhaberschuldverschreibungen. Bei Zahlungsunfähigkeit eines Emittenten wird das Anlegerkapital deshalb nachrangig behandelt und ist nicht aus der Insolvenzmasse auszusondern.

Auf dem deutschen Zertifikate-Markt gilt Lehman Brothers als Emittent zwar lediglich als kleine Nummer. Den Zahlen des Deutschen Derivate Verbands (DDV) zufolge betrug der Marktanteil in diesem Segment zuletzt 0,3 Prozent. Dennoch befanden sich auch hierzulande bis zur Bekanntgabe der Insolvenz des Instituts über zweihundert Papiere, die entweder von dem Geldhaus begeben wurden oder denen seine Entwicklung als Basiswert zugrundeliegt, im öffentlichen Vertrieb.

Anlegern droht der Totalverlust – ob über den Kursverfall des Underlyings oder die Insolvenz als solche ? die Aussichten sind trübe. (hb)

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