Vermögensverwalter flieht in die Schweiz

Der Vermögensverwalter Morgen Portfolio AG hat seinen Sitz von Oberursel ins Schweizer Walzenhausen verlegt und firmiert zukünftig als Morgen + Partner AG. Als Anlass gibt Vorstand Heinrich Morgen die Wettbewerbsnachteile vor allem für kleine Vermögensverwalter in Deutschland an.

Wesentlicher Kritikpunkt ist die seit Einführung der MiFID notwendige Zulassung seitens der BaFin. Diese führe unter anderem zu erheblichen Mehrkosten und redundanten Kontrollen durch die Aufsichtsbehörde, so der Vermögensverwalter. Weiterhin kritisiert Morgen die ?aufgeblasene Bürokratie? und fehlende interne Leistungskontrolle der Behörde. Negative Beispiele für das Versagen der BaFin seien insbesondere IKB-Bank und Sachsen-LB, die trotz BaFin-Prüfung durch die Krise der Immobilienfinanzierung in den USA in Schieflage geraten waren. Weiterer wirtschaftlicher Nachteil einer BaFin-Zulassung sei die Zwangsmitgliedschaft in der EdW, der Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen, die auch für einen Teil der Phoenix-Veruntreuung aufkommen soll (cash-online berichtete hier).

?Die endgültige Höhe der zu leistenden Belastungen ist bis heute nicht bekannt und damit auch nicht kalkulierbar. Das heißt, eine BaFin-Zulassung und damit eine Zwangsmitgliedschaft in der EdW ist neben vielen anderen Gründen auch wirtschaftlich nicht vertretbar?, erklärt Vorstand Morgen. ?Wir haben die Hoffnung aufgegeben, dass sich an der Situation der kleinen Vermögensverwaltungsgesellschaften in Deutschland etwas ändert und ziehen deshalb die Konsequenzen.? (mr)

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