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6. August 2008, 00:00
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Zentralbanken in der Stagflations-Falle

Stagflation ? dieses Schlagwort ist bereits seit Monaten in aller Munde. Die unselige Kombination aus lahmender Konjunktur und ausufernder Inflation hat die globalen Aktien- und Rentenmärkte nach Meinung von Keith Wade bereits erreicht. Der Chefvolkswirt der Investmentgesellschaft Schroders, London, sieht die Zentralbanken in einem Dilemma.

Keine Leitzinsänderung vor Jahresende erwartet

Die Leitzinsen erhöhen, um die Inflation zu bekämpfen? Sie senken, um die Auswirkungen der Kreditkrise abzuwenden und die Konjunktur anzukurbeln? Diese Entscheidung erscheint derzeit wie ein Glückspiel. Der Schroders-Experte geht deshalb davon aus, dass die Zinsen vorerst auf konstantem Niveau belassen werden.

Aus Sicht von Wade belastet die Finanzkrise den Konsum auch weiterhin. Die Banken zierten sich noch immer, Kredite zu vergeben, was den Markt für Wohnimmobilien und den Konsum negativ beeinflusse. Andererseits könnte die daraus resultierende Zurückhaltung der Verbraucher die Inflation auch ohne das Eingreifen der Zentralbanken normalisieren, da die sinkende Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen die Preise drücke.

Einen weiteren Ausweg aus der Stagflationsfalle eröffne der Rückgang der Energiepreise, die maßgeblich zum Anstieg der Teuerungsrate beigetragen hatte. Die Aktienmärkte profitieren von Investoren, die aufgrund des fallenden Ölpreises wieder damit beginnen, vom sicheren Hafen der Staatsanleihen in riskantere Anlagen umzuschichten, so Wade.

Fallende Energiepreise als Ausweg aus der Stagflation

Ein Nachlassen der Inflation wirke sich nicht nur positiv auf Aktien und Unternehmensanleihen aus, sondern beende zugleich den Interessenkonflikt der Zentralbanken und ebne so den Weg für Zinssenkungen, mit denen das Wachstum angekurbelt werden kann.

?In Europa wird das Thema Wirtschaftswachstum seinen Spitzenplatz auf der Tagesordnung der Europäischen Zentralbank zurückerobern. Die Inflation steigt zwar auch auf dem europäischen Kontinent weiter, aber bedrückende Meldungen über den Immobilienmarkt und die Kreditbedingungen werden das Wachstumsthema wieder in den Vordergrund schieben?, so Wade.

Schroders erwartet, dass die EZB den aktuellen Leitzins bis zum Jahresende beibehält und ihn im kommenden Jahr senken wird, um das schwächelnde Wachstum zu stimulieren. (hb)

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