Anzeige
31. Mai 2010, 12:17
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

BVI warnt vor Alleingang beim Verbot von Leerverkäufen

Die deutsche Investmentfondsbranche spricht sich gegen einen nationalen Alleingang bei der vom Bundesfinanzministerium geplanten Ausweitung des Leerverkaufsverbots aus. Ansonsten drohen nach Einschätzung des Branchenverbands BVI Arbeitsplatzverluste und Steuerausfälle.

Stop-127x150 in BVI warnt vor Alleingang beim Verbot von Leerverkäufen„Der Finanzplatz Deutschland würde bei einem nationalen Alleingang gegenüber anderen Finanzplätzen, die solche Leerverkaufsverbote nicht erlassen, Wettbewerbsfähigkeit verlieren. Anleger würden dann ihr Geld verstärkt im Ausland verwalten lassen”, prognostiziert Stefan Seip, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Investment und Asset Mangement BVI. In der Folge sei zu befürchten, dass auch Fondsgesellschaften Deutschland den Rücken kehren und ihre Aktivitäten in andere Länder verlagern.

Mit dieser Einschätzung reagiert der BVI auf den Diskussionsentwurf des Bundesfinanzministeriums zu einem „Gesetz zur Stärkung der Stabilität der Finanzmärkte“. Demnach soll sich das Verbot künftig auf sämtliche im regulierten Markt einer inländischen Börse gelisteten Aktien oder Schuldtitel sowie Derivate auf solche Wertpapiere erstrecken. Es bleibt allerdings dabei, dass ausschließlich ungedeckte Leerverkäufe verboten werden.

Dass das auf EU-Ebene geplante Informationsblatt für Investmentfonds (“Wesentlichen Informationen für den Anleger”/”Key Investor Document”/KID) als Blaupause auch für Beipackzettel anderer Anlageprodukte eingesetzt werden könnte, begrüßt der Branchenverband hingegen ausdrücklich.

„Nur wenn sich der Inhalt und das Format der Informationsblätter für andere Finanzinstrumente eng an die Vorgaben zu den „Wesentlichen Informationen für den Anleger“ anlehnen, lässt sich die im Sinne des Anlegerschutzes notwendige Vergleichbarkeit über alle Produktgruppen erzielen“, sagt Seip.

Anschleichen verboten

Auch Vorschlägen, die Anschleich-Taktiken zur Unternehmensbeteiligung – wie bei der versuchten Übernahme VWs durch Porsche – mit größerer Transparenz entgegenzuwirken, steht Seip aufgeschlossen gegenüber: „Wir begrüßen das Bestreben, die Vorschriften zur Beteiligungstransparenz auszuweiten. Allerdings sehen wir noch Nachbesserungsbedarf, um unnötigen administrativen Aufwand zu verhindern.“

Langfristig orientierte Anleger müssten grundsätzlich davor geschützt werden, dass sich potenzielle Bieter im Vorfeld von Unternehmensübernahmen durch Termingeschäfte an Zielunternehmen unbemerkt heranschleichen können, so die Verbandsmeinung. Werden solche Vorgänge plötzlich bekannt, kommt es zu Kurskapriolen, die nicht nur langfristig orientierten Anlegern schaden, sondern auch die Reputation des Kapitalmarkts beeinträchtigen. (mr)

Foto: Shutterstock

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Biotech-Fonds – Kfz-Policen – Versicherungen für Wohneigentum – Family Offices

Ab dem 19. Oktober im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

Hannover Rück erwartet 2018 größeren Ergebnissprung

Der weltweit drittgrößte Rückversicherer Hannover Rück will nach einer absehbaren Gewinndelle 2017 im kommenden Jahr wieder höher hinaus. “Es ist unwahrscheinlich, dass wir 2017 den Gewinn je Aktie steigern”, sagte Vorstandschef Ulrich Wallin am Donnerstag und verwies auf die absehbar hohen Schäden durch Wirbelstürme und Erdbeben.

mehr ...

Immobilien

Anstieg der Immobilienpreise im Norden und Osten verlangsamt

Die Wohnimmobilienpreise steigen weiter. In einigen Märkten zeichnet sich aber bereits ab, dass die Geschwindigkeit, mit der die Preise wachsen, abnimmt. Der Dr. Klein Trendindikator Immobilienpreise Region Nord/Ost hat die Wohnimmobilienmärkte in Dresden, Hamburg, Hannover und Berlin untersucht.

mehr ...

Investmentfonds

LSE-Chef Xavier Rolet verlässt Londoner Börse

Die London Stock Exchange (LSE) verliert Ende 2018 ihren Vorstandsvorsitzenden Xavier Rolet. Der Franzose wollte das Unternehmen bereits nach der gescheiterten Fusion mit der Deutschen Börse verlassen. Rolet schaffte es, den Wert der LSE während seiner Amtszeit zu vervielfachen.

mehr ...

Berater

Company Builder “Finconomy” startet in München

Finconomy ist ein Company Builder für Fin- und Insurtechs, der sich auf B2B-Geschäftsmodelle konzentriert. Das neue Unternehmen hat bereits drei Fintechs gegründet, die sich am Markt etablieren konnten. Bereits Anfang 2018 soll eine weitere Neugründung erfolgen.

mehr ...

Sachwertanlagen

ZBI schließt Fonds 10 und bringt Nachfolger

Die ZBI Fondsmanagement AG aus Erlangen hat den im vergangenen Jahr aufgelegten ZBI Professional 10 nach Ablauf der Zeichnungsfrist Ende September mit einem beachtlichen Volumen geschlossen und nahtlos den Nachfolger in die Platzierung geschickt.

mehr ...

Recht

IDD: Umsetzung könnte in Teilen verschoben werden

Wie der AfW – Bundesverband Finanzdienstleistung e.V. mitteilt, könnte sich der Umsetzungstermin von Teilen der europäischen Richtlinie Insurance Distribution Directive (IDD) verschieben. Die delegierten Rechtsakte sollen nach dem Willen des europäischen Parlaments demnach erst im Oktober 2018 in Kraft treten.

mehr ...