Finanzindustrie verschenkt Social-Media-Potenzial

Die deutsche Finanzbranche vernachlässigt Social-Media-Aktivitäten. Eine Studie zeigt, dass die Präsenz der Investmenthäuser auf Portalen wie Facebook, Twitter und Xing aktuell noch sehr begrenzt ist. Damit bleibt Potenzial ungenutzt.

Domain Internet wwwIn ihrer Studie „Bedeutung von Social Media in der Investmentindustrie“ zeigt die Beratungsgesellschaft Kommalpha Potenziale für institutionelle Marktteilnehmer auf und untersucht die Rolle interaktiver Elemente des Web 2.0 in der Finanzindustrie.

Die Analyse, an der 115 Entscheidungsträger aus der Finanzbranche teilnahmen, kommt zu dem Ergebnis, dass die zunehmende Aktivität im Bereich Social Media sich für Unternehmen zwar als sehr attraktiv erweist und viele ihr große Bedeutung beimessen. Auch sehen 22 Prozent der Befragten akuten Handlungsbedarf. Dennoch tut sich in der Investmentindustrie in Sachen Social Media gegenwärtig nur wenig.

Die Hälfte der Teilnehmer gab an, dass der Anteil der Onlineaktivitäten in der Kommunikationspolitik ihres Unternehmens aktuell unterhalb von 25 Prozent liegt. Gründe für diese Vernachlässigung sind unter anderem das noch fehlende Know how sowie eine gewisse Berührungsangst mit sozialen Medien, so die Studie.

So sind die Unternehmen zu über 50 Prozent nur bedingt mit Social Media vertraut: Häufig gibt es für den erfolgversprechenden Einsatz keine Strategie in der Investmentindustrie. Es fehlen derzeit noch die speziell zuständigen Abteilungen, die sich intensiv mit dem Thema auseinandersetzen.

Dabei können diese neuen Kommunikationsformen, mit der richtigen Strategie eingesetzt, nach Einschätzung der Analysten durchaus unternehmerischen Nutzen schaffen: Die vergleichsweise geringen finanziellen Mittel, die benötigt würden, um das Unternehmen zu positionieren, seien ein wesentlicher Vorteil.

Zudem ermöglichen soziale Netzwerke laut Kommalpha eine direkte und interaktive Kommunikation mit den Zielgruppen und helfen den Bekanntheitsgrad zu erhöhen. Positive Effekte seien auch in den Bereichen Markenpositionierung, Benchmark-Analyse und Networking zu erzielen, was letztlich zu Umsatzsteigerungen beitragen könne. (hb)

Foto: Shutterstock

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