Fondsmanager verwalten mehr und verdienen weniger

Trotzdem fiel die Profitabilität der Fondsmanager auf einen Tiefstand. Der operative Gewinn ging vor allem infolge sinkender Nettoerträge von 10,8 Basispunkten 2008 auf rund 9,6 Basispunkte im Jahr 2009 zurück. Dies entspricht einem Gesamtgewinn von 6,4 Milliarden Euro. Die Verschiebung der Nachfrage hin zu Produkten und Anlageklassen mit geringeren Margen sowie der verstärkte Preisdruck waren die Hauptgründe der Ertragseinbußen. Der Trend zu passiv verwalteten Produkten beschleunigte den durchschnittlichen Gebührenrückgang zusätzlich.

Für die Umfrage untersuchte McKinsey weltweit mehr als 300 Asset-Management-Firmen mit einem verwalteten Vermögen von rund 17 Billionen Euro. Dies entspreche 60 Prozent des weltweiten Marktes, so die Researcher. In Europa beteiligten sich 106 Asset Manager mit rund sechs Billionen Euro AuM an der Studie.

„Obgleich Fondsmanager wieder mehr Kapital verwalten und in diesem Jahr die Profitabilität anzieht, wird diese in absehbarer Zeit nicht das Vorkrisenniveau erreichen“, sagt Martin Huber, Director im Kölner Büro von McKinsey und Co-Autor der Studie.

Die Branche stehe aber trotz des schwierigeren wirtschaftlichen Umfelds und geringerer Margen auf solidem Fundament. So habe sich die Branche in der Krise im Vergleich zu anderen Bereichen der Finanzindustrie als widerstandsfähiger erwiesen. Darüber hinaus seien die langfristigen Prognosen für Fondsmanager positiv.

Im ersten Quartal 2010 konnten Asset Manager in allen europäischen Ländern mit Ausnahme von Frankreich, Italien, Portugal und Spanien Nettozuflüsse verbuchen. Die hohe Volatilität und die Unsicherheit der Anleger angesichts der Staatsverschuldung in Europa sowie der Spannungen an den Interbankenmärkten könnten dieser positiven Entwicklung jedoch schnell ein Ende setzen.

Infolge der hohen Volatilität ist laut McKinsey zu erwarten, dass die Vermögenszuflüsse auch 2010 sowohl an den Retail- als auch an den institutionellen Märkten unter der Zwei-Prozent-Marke bleiben werden. Dennoch sei es wahrscheinlich, dass die Profitabilität sowie der Gesamtertrag der Branche 2010 steigen werden, da der Marktaufschwung 2009 erst 2010 voll auf die Profite der Industrie durchschlage. (hb)

Foto: Shutterstock

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