7. Dezember 2011, 11:29
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Die Halver-Kolumne: Europa im Sarajevo-Zustand

Aber sie hat auch ihre Chancen. Der Erhalt der Eurozone ist es allemal wert. Damit würden wir zeigen, dass Euroland auch ohne den IWF und ohne das Canossa-ähnliche Kriechen Richtung China zu Lösungen fähig ist. Beide würden sich ihre helfende Hand ohnehin gut bezahlen lassen. Überhaupt können die Anleger das Inflationsrisiko mit einer sachkapitalistischen Vermögensaufteilung deutlich mildern.

Euroland ist mehr als die Ansammlung von Pleitegeiern

Vor der Weihnachtspause gilt es, die frohe euroländische Botschaft zu verbreiten. Die Finanzmarktteilnehmer dürfen erst gar nicht unter dem Weihnachtsbaum oder auf der Ski-Piste in die Verlegenheit kommen, sich weiter frevelhafte Gedanken über die Eurozone machen zu müssen. Sonst beginnt das nächste Jahr mit der Farbe schwarz. Auf dem EU-Gipfel nächste Woche muss wie in der Psychologie die permanente Demoralisierung beendet werden. Das wird nach der gelebten politischen Chaostheorie eine Mammutaufgabe. Aber wir brauchen Perspektive, Vertrauen, klares Krisenmanagement und keine Politik, die in punkto Geldpolitik nur den stabilitätsheuchelnden Moralapostel mimt.

Man sollte auch mal wieder klar machen, dass Euroland deutlich mehr ist als die kümmerliche Ansammlung von halbverhungerten Pleitegeiern. Die Diskussion über den finanzpolitischen Untergang hält ja niemand mehr aus.

Die Politik muss den Sarajevo-Zustand in der Eurozone sofort beenden.

Robert Halver leitet die Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank. Mit Wertpapieranalyse und Anlagestrategien beschäftigt er sich seit Abschluss seines betriebswirtschaftlichen Studiums 1990. Halver verfügt über langjährige Erfahrung als Kapitalmarkt- und Börsenkommentator und ist durch regelmäßige Medienauftritte bei Fernseh- und Radiostationen, auf Fachveranstaltungen und Anlegermessen sowie durch Fachpublikationen präsent.


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Foto: Baader Bank

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4 Kommentare

  1. Der Artikel wirkt ja sehr pessimistisch, auch aus der Perspektive zwei Monate später. Schon im Dezember durfte man ja eigentlich davon ausgehen, dass sich die Dinge langsam aber doch kontinuierlich hin zu mehr Stabilität bewegen.

    Kommentar von Michael August — 31. Januar 2012 @ 12:24

  2. Immerhin wurde jetzt mit der Fiskalunion ein bedeutender Schritt getan – statt weniger Europa gibt es in Zukunft sogar mehr. Die Frage ist nur, wie sich das Verhältnis zu den Briten auf Dauer gestalten wird.

    Kommentar von Diana Mahlich — 11. Dezember 2011 @ 16:33

  3. Über den Inhalt lässt sich natürlich diskutieren. Grob fahrlässig finde ich die Überschrift, weil diese unpassend ist und sinnlos Ängste schürt.

    Kommentar von Kurt Senger — 11. Dezember 2011 @ 13:42

  4. Das hätten die Finanzmärkte gern – daß die Party noch 1 – 2 Jahre weitergeht, bis die gesamte Eurozone in ihren Schulden erstickt. Wenn jetzt die schwachen Länder bedingungslos gestützt würden, ginge das Schulden-machen munter weiter, und die “Kernzone”, dh die Einäugigen unter den Blinden, verlören ihre letzten Reserven. Die EZB wird anteilig durch alle €-Länder gestützt, Ds Anteil liegt bei ca 27%. Die Finanzierung der Schulden, die Politiker machen, um Wahlen zu gewinnen, mit der Notenpresse, wie in der Kolumne vorgeschlagen, führt in kürzester Zeit zum völligen Ruin, zur Enteignung aller Sparer.

    Kommentar von Dr. Ursula Renner — 9. Dezember 2011 @ 11:33

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