Anzeige
Anzeige
19. Januar 2011, 15:46
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Finanzmathematik: Fern-Uni Hagen hilft Banken rechnen

An der Fernuniversität Hagen ist es gelungen, ein seit 1973 verwendetes Modell zur Bewertung von Optionen entscheidend zu verbessern. Die optimierte Variante soll Banken bei der Risikoanalyse helfen und eine genaue Wertermittlung von Derivaten ermöglichen.

Abakus-rechnen in Finanzmathematik: Fern-Uni Hagen hilft Banken rechnen

Am Lehrstuhl für Angewandte Statistik und Methoden der empirischen Sozialforschung hat Dr. Thomas Mazzoni das mit dem Nobelpreis ausgezeichnete Modell von Fischer Black und Myron Samuel Scholes optimiert. Nach Angaben der Universität wird seine Optionspreisformel bereits in der Praxis angewendet. Mit Mazzonis Methode könne der Wert von Derivaten am Finanzmarkt sehr genau und in einer bisher nicht erreichten Geschwindigkeit bestimmt werden. Erstmals hätten Banken damit die Möglichkeit zur effizienten Risikoevaluation.

Der Hintergrund: Derivate werden auch als Finanztermingeschäfte bezeichnet. Sie sind hochentwickelte Risikotransferinstrumente, mit denen seit rund 40 Jahren auf dem globalen Finanzmarkt gehandelt wird. Ein Beispiel für ein Derivat ist eine Option, also ein verbrieftes Recht darauf, einen Basiswert zu einem vorher festgelegten Preis zu einem späteren Zeitpunkt zu kaufen oder zu verkaufen. So können sich Käufer und Verkäufer beispielsweise gegen Schwankungen des Wechselkurses, die ein zukünftiges Geschäft oder eine zukünftige Zahlungsverpflichtung betreffen, absichern. Diese Versicherung wiederum hat ihren eigenen Preis. Die Höhe dieses Preises wird durch das finanzmathematische Modell bestimmt, mit dem er berechnet wird.

Das Hauptproblem der Optionsbewertung lag bisher darin, zu ermitteln, was ein fairer und dem Risiko entsprechend angemessener Preis für eine solche Versicherung ist. Die Kritik am Black-and-Scholes-Modell: Es enthält die Annahme, dass der Finanzmarkt konstanten Schwankungen unterliegt und das Risiko für Käufer und Verkäufer dementsprechend auch gleichbleibend ist.

„Es ist seit einigen Jahren empirisch belegt, dass diese Schwankungen am Finanzmarkt zeitlich variabel sind und nicht dazu neigen, zufällig zu variieren. Zu Beginn einer Finanzkrise sind sie exorbitant hoch, wie sich zuletzt 2009 gezeigt hat, mittlerweile sind sie wieder moderat“, erklärt Dr. Mazzoni. Der Wissenschaftler hat es nach eigener Ansicht geschafft, diese Schwankungen in ein Modell zur Bewertung von Derivaten zu integrieren und so eine exakte Berechnung zu ermöglichen.

„Mit dieser Methode sind Banken nun in der Lage, den Wert eines Derivats auch auf einem Finanzmarkt mit variabler Volatilität in analytischer Form und deshalb in wenigen Millisekunden zu berechnen“, fasst Mazzoni das Ergebnis seiner Forschungen zusammen.

Foto: Shutterstock

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 6/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Berufsunfähigkeitsversicherung –Investitionen am Zweitmarkt –Personalplanung – Zweitmarkt

+ Heft im Heft: Cash.Special Investmentfonds

Ab dem 26. Mai im Handel erhältlich.

Cash.Special 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Best Ager – Rentenversicherungen – Riester-Rente – betriebliche Krankenversicherung


Ab dem 18. Mai im Handel erhältlich.

Versicherungen

“Erfreulich hohes Niveau”: Softfair prüft BU-Tarife

Die Qualität der Berufsunfähigkeitsversicherungen ist weiter gestiegen. Zu diesem Ergebnis kommt das diesjährige BU-Leistungsrating von Softfair. Die Analysten haben nach eigenen Angaben 167 Tarife von 38 Anbietern auf den Prüfstand gestellt, gefiltert nach Berufsstatus.

mehr ...

Immobilien

Immobilien-Crowdinvesting: Vorerst keine Einschränkungen

Die Abgeordneten des Bundestags diskutierten vergangene Woche die Evaluation des Kleinanlegerschutzgesetzes und haben vorerst keine Einschränkungen vorgesehen. Somit können Crowdinvesting-Angebote für Immobilien weiter in der bestehenden Form durchgeführt werden.

mehr ...

Investmentfonds

Folgen der Normalisierungs-Strategie der Fed

Die amerikanische Notenbank Fed ist aktuell dabei, ihre Strategie für eine “Normalisierung” ihrer Bilanz zu überdenken. Entzieht das dem US-Anleihenmarkt und dem Markt für globale risikobehaftete Aktiva das Fundament, fragt sich Gavyn Davies von Fulcrum AM.

mehr ...

Berater

Ertrags-Nießbrauch: Firmenanteile schenken, Gewinne behalten

Das Maklerunternehmen soll nach und nach an die nächste Generation übertragen werden, aber die generierten Gewinne sollen den Beschenkten noch nicht zufliessen? Die Lösung: Schenker können sich an den verschenkten Unternehmensanteilen einen Nießbrauch einräumen lassen.

mehr ...

Sachwertanlagen

G.U.B. Analyse: „A+“ für Ökorenta Erneuerbare Energien IX

Das Hamburger Analysehaus G.U.B. Analyse bewertet den Sachwertfonds „Erneuerbare Energien IX“ der Ökorenta aus Aurich mit insgesamt 82 Punkten. Das entspricht dem G.U.B.-Urteil „sehr gut“ (A+).

mehr ...

Recht

BU-Streitfälle vor Gericht: Wie stehen Ihre Chancen?

Wird ein Versicherungsnehmer berufsunfähig und verweigert sein Versicherer die Zahlung einer BU-Rente, landen diese Streitfälle nicht selten vor Gericht. In seiner aktuellen Ausgabe hat das Verbrauchermagazin Finanztest 143 BU-Urteile ausgewertet – worüber wurde am meisten gestritten?

mehr ...