Sachwert contra Geldwert

Einschätzung von Herwig Weise, Geschäftsführer der Mack & Weise GmbH, Hamburg

„Während Japan seine Verschuldung immer weiter aufbläht, übersprang die Staatsverschuldung in den USA am 15. November 2011 erstmals die 15-Billionen-US-Dollar-Schallmauer. Dennoch sieht sich aber das im Vergleich wirtschaftlich wesentlich besser aufgestellte Europa mit einer „wahrhaft systemischen Krise“ (Barroso) konfrontiert. Schuld daran tragen vorrangig die Politiker selbst, die unter dem Dach einer gemeinsamen Währung Staaten zusammenführten, die nicht zueinander passten.

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Obwohl dieses spätestens seit Ausbruch der Schuldenkrise in Europa für jedermann sichtbar ist, soll – „koste es, was es wolle“ (Barroso) – ungeachtet dessen nicht nur einfach weiter daran festgehalten werden, sondern als Krönung des Ganzen nun die Vereinigten Schuldenstaaten von Europa erschaffen werden. Doch lässt sich so der Euro retten? Man darf es bezweifeln, stehen doch allein mit den beiden EFSF-Aspiranten Spanien und Italien rund 2,5 Billionen Euro an Schulden im Feuer. Selbst wenn es den Hebelungsspezialisten in Brüssel gelänge, die beiden Staaten irgendwie „hineinzuretten“, geraten die Retter schon im Vorfeld unter Druck. Frankreich droht der „offizielle“ Verlust des Triple-A-Status, während Österreichs kräftig wackelt.

Damit reduziert sich die „Feuerkraft“ des EFSF tatsächlich nur auf Deutschland, was auch einer „Yes we pay all“-Bundeskanzlerin Merkel angesichts der 3,1 Billionen Schulden der PIIGS den Angstschweiß auf die Stirn treiben sollte. Wer rettet dann aber Deutschland? Das mit Billionenaufwand entfachte Konjunktur-Feuerwerk erlischt derweil weltweit und lässt eine deflationäre Bereinigungskrise wahrscheinlicher werden. Die Notenbanken werden vermutlich mit noch mehr Gelddrucken darauf reagieren und so noch mehr Kaufkraft vernichten. Daher sind Sachwerte dem Geldvermögen vorzuziehen. Unverzichtbar sind dabei Edelmetalle.“

Einschätzung von Eckart Keil, Premium Pearls Fund AG, Herisau (Schweiz)

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