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26. Juli 2012, 10:15
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La Française AM: China stemmt sich gegen Abschwung

Der globale Wirtschaftsabschwung wirkt sich kaum auf die Volksrepublik China aus. Das stellt der französische Asset Manager La Française AM in seinem jüngsten Marktkommentar fest.

ChinaDie teilweise Erholung der meisten volkswirtschaftlichen Indikatoren im Juni in China sei demzufolge ein Anzeichen dafür gewesen, dass die Auswirkungen des globalen Abschwungs auf die chinesische Volkswirtschaft moderater ausfallen als erwartet.

Als konkrete Kennzahlen, welche diese These belegen können, nennt La Française AM unter anderem die Exporte im Mai, die mit plus 15,3 Prozent (im Jahresvergleich) deutlich besser ausfallen als  die 4,9 Prozent im April. Die Importe kletterten im Mai um 12,7 Prozent statt mit lediglich 0,3 Prozent im April.

Auch die industrielle Produktion stieg im Mai mit 9,6 Prozent wieder stärker an als zuvor. Der Kfz-Absatz boomt weiterhin mit plus 15 Prozent im Jahresvergleich.

Weiter heißt es in dem Marktkommetar von La Française AM: Einerseits fiel der offizielle Einkaufsmanagerindex PMI (Purchasing Manager Index) wieder von 50,4 im Mai auf 50,2 im Juni, doch in Anbetracht der Tatsache, dass aufgrund saisonaler Faktoren der Juni normallerweise einen kompletten Prozentpunkt schlechter ausfällt und die Konsensus-Schätzung bei 49,9 lag, fiel der PMI für den Monat Juni vergleichsweise gut aus. Das Hauptelement der offiziellen Politik dieses Monats war die seit Dezember 2008 erstmalige Senkung des Zinssatzes Anfang Juni, gefolgt von einer weiteren Senkung Anfang Juli. Die asymmetrischen Senkungen erfolgten in der Absicht, sowohl Kreditvergabe als auch Bankeinlagen zu inzentiveren, um dadurch Investitionen zu beleben.

Genauer gesagt wurde der Lombardsatz um 56 Basispunkte auf 6,0 Prozent gesenkt, wodurch es nun Banken ermöglicht wird, um 30 Prozent billigere Kredite zu vergeben, verglichen mit dem Basiskreditsatz von 4,20 Prozent. Der Termingeldsatz wurde um 50 Basispunkte von 3,5 Prozent auf 3,0 Prozent gesenkt. Das erlaubt es den Banken, einen um 10 Prozent besseren Basistermingeldsatz von 3,3 Prozent anzubieten. Dies bedeutet einen signifikanten Schritt in der Lockerung der Geldpolitik der VR China, und wir erwarten weitere Senkungen bis zum Jahresende. Der Verbraucherpreisindex fiel, wie erwartet, wieder auf einen sehr niedrigen Wert von 2,2 Prozent im Juni, was umso mehr Spielraum für eine Lockerung der Geldpolitik lässt.

Der Immobiliensektor wird gewöhnlich von solchen Maßnahmen profitieren und damit auch der Baustoffsektor. Andererseits werden die chinesischen Banken jedoch ihre Gewinnspannen durch die asymmetrische Senkung der Zinssätze eingeengt sehen und wahrscheinlich keine interessanten Investments in naher Zukunft darstellen. …und was macht Asien?

Die globale Konjunkturabschwächung scheint auf alle Länder Asiens Auswirkungen zu haben, denn die meisten Länder der Region haben einen PMI unter 50. Die einzige bemerkenswerte Ausnahme ist Indonesien, wo es weiterhin eine starke Binnennachfrage gibt. Leider steht kein PMI für Thailand oder die Philippinen zur Verfügung, sonst wären diese wahrscheinlich auch eher auf einem Aufwärtstrend. Der wichtigste Faktor, der diesen Monat die asiatischen Volkswirtschaften betrifft, war der plötzliche Ölpreissturz von 30 US-Dollar pro Barrel. Dies hatte in der Region eine weitere Senkung der Inflation zur Folge, verbunden mit weiterem Spielraum für Zinssenkungen. Einige Länder profitieren davon mehr als andere, insbesondere Thailand, Taiwan und Korea als größte Ölimporteure relativ zu ihrer volkswirtschaftlichen Größe.

Positiv ist dies auch für Indonesien, das 15 Prozent seines Haushalts für Treibstoff ausgibt. Der globale Wirtschaftsabschwung betrifft eher die nördlich gelegenen Länder wie Korea oder Taiwan, im Gegensatz zu anderen Ländern, die stärker auf das Wachstum der Binnenmarktnachfrage angewiesen sind. Alle asiatischen Länder jedoch haben noch Möglichkeiten, zusätzliche Anreize zu setzen, um ihren Wachstumskurs beizubehalten. (mr)

Foto: Shutterstock

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