18. Januar 2012, 11:06
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Studie warnt vor Finanzierungslücke

Privatanleger meiden Kapitalanlagen, was die Finanzierung der Wirtschaft gefährdet und die Konjunktur dämpft. Laut einer Studie kann dies OECD-Länder jährlich rund 0,75 Prozent ihres BIPs kosten, den einzelnen Bürger im Schnitt circa 15.000 US-Dollar seines Einkommens.

FinanzierungGrund ist, dass private Haushalte deutlich weniger Anlagen langfristig tätigen als sie könnten, heißt es in einer Analyse der Unternehmensberatung Oliver Wyman, Frankfurt. Ursächlich seien Liquiditätspräferenzen, niedriges Vertrauen in Banken und unattraktive Steuern auf Zinseinkommen vor allem im Vergleich zu Immobilien.

Außerdem schränkten neue Regulierungsmaßnahmen die Fristentransformation durch Banken und Versicherer, den Ausgleich von unterschiedlichen Anlage- und Kreditzeiträumen, ein, so die Analyse.

Ein systemisches Scheitern sei die Folge. Die sozialen Kosten für künftige Generationen in den OECD-Ländern entsprechen nach Berechnungen von Oliver Wyman einem durchschnittlichen Einkommensverlust von rund 15.000 US-Dollar jährlich.

Deutschland noch sicherer Hafen

„In Deutschland gelten diese Beobachtungen analog zu anderen westlichen Ländern. Ein Sondereffekt ist jedoch, dass Deutschland als sicherer Hafen viele langfristige Staats- und Unternehmensanleihen im Ausland platzieren kann“, sagt Finja Carolin Kütz, Geschäftsführerin von Oliver Wyman in Deutschland. Sinke jedoch die Nachfrage internationaler Investoren, wird das Problem in Deutschland ähnlich dramatisch.

Als Lösung empfiehlt die Unternehmensberaterin der Finanzbranche, ihre Geschäftsmodelle anzupassen, beispielsweise in dem sie einfachere und günstigere Sparprodukte anbietet, ihre operativen Kosten durch den Einsatz von Technologie senkt und konsequent daran arbeitet, sicherere Institute aufzubauen. (mr)

Foto: Shutterstock

1 Kommentar

  1. Kunden weigern sich, ihren Liquiditätsbedarf genau zu analysieren – sie wollen sich spontane Entscheidungen vorbehalten. Angesichts der Beträge auf den Girokonten fragt man sich schon “sind sie auf der Flucht?”

    Kommentar von Dr. Ursula Renner — 20. Januar 2012 @ 11:22

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Coronakrise: Wieder erste Erholung bei Beitragseinnahmen der Rentenkasse

In der Rentenkasse zeigt sich trotz der Corona-Krise eine erste Erholung. Es gehe bei den Einnahmen “aktuell wieder nach oben”, sagte die Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung Bund, Gundula Roßbach, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Im März und April habe es als Folge massiver Corona-Beschränkungen geringere Beitragseingänge gegeben.

mehr ...

Immobilien

Bauträgergeschäfte von Mehrwertsteuersenkung nicht betroffen

Wer ein neues Eigenheim oder eine Eigentumswohnung von einem Bauträger erwirbt, profitiert nicht von der aktuellen Mehrwertsteuersenkung.

mehr ...

Investmentfonds

Wie reagieren die Märkte auf den sich verschärfenden US-Präsidentschafts-Wahlkampf?

Die Corona-Krise hat Präsident Trump in eine etwas schwierige Lage gebracht. Dies hat dazu geführt, dass seine Chancen auf eine Wiederwahl im November von einigen Beobachtern in Frage gestellt wird. Wenn man bedenkt, was Präsident Trump während seiner Amtszeit zugunsten des Unternehmenssektors bewirkt hat, gibt es in der Tat guten Grund zur Sorge, sollten einige der von ihm eingeführten Maßnahmen im Falle eines Biden-Sieges rückgängig gemacht werden. Aber ist es so einfach? Genauso wichtig ist es zu berücksichtigen, wie der Kongress aufgeteilt sein wird. Ein Kommentar von François Rimeu, Senior Strategist, La Française AM

mehr ...

Berater

Steuerbetrug: Ein europäischer Wettbewerb

Deutschland verliert etwa 26 Prozent des erzielbaren Körperschaftsteueraufkommens durch Gewinnverschiebungen multinationaler Unternehmen. Forscher der Universitäten Berkeley und Kopenhagen haben herausgefunden, dass 2017 weltweit etwa 700 Milliarden US-Dollar an multinationalen Gewinnen in Steueroasen verschoben wurden. Die Statista-Grafik zeigt den geschätzten Anteil des gewonnenen oder verlorenen Körperschaftsteueraufkommens ausgewählter europäischer Länder für 2017.

mehr ...

Sachwertanlagen

Deutsche Finance konzentriert institutionellen Vertrieb in der Schweiz

Die DF Deutsche Finance Capital Markets GmbH mit Sitz in Zürich verantwortet zukünftig das Capital Raising bei institutionellen Investoren. Kernaufgabe ist die Koordination und Durchführung der internationalen Distribution aller institutionellen Investitionsstrategien der Deutsche Finance Group.

mehr ...

Recht

Insolvenzen: Die Oktober-Welle abschwächen

Die Insolvenz-Zahlen für den April 2020 sagen nichts aus über die tatsächliche Zahlungsfähigkeit der Unternehmen in der Corona-Krise. Im Herbst steigt die Zahl der Insolvenzen voraussichtlich sprunghaft. Sicher kann der Staat nicht alle Firmen retten – und künstlich am Leben gehaltene Zombie-Firmen will niemand. Eine Insolvenzwelle würde aber auch den Bankensektor bedrohen. Anstelle von noch größeren Not-Krediten sollten die rückzahlbaren Liquiditätshilfen unter bestimmten Bedingungen in Zuschüsse umgewandelt werden.

mehr ...