Anzeige
10. Dezember 2012, 16:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

„US-Regionalbanken haben die Nase vorn“

Greg Kolb, Portfolio Manager und CFO bei Perkins Investment Managers, und Tom Reynolds, Analyst bei Perkins, kennen den Markt für US-amerikanische Finanzdienstleister aus dem Effeff. Wohin die Reise geht.

Kolb-Janus in „US-Regionalbanken haben die Nase vorn“

Greg Kolb, Portfoliomanager und CFO der Janus Capital Group

Viele kleine Institute haben ein fokussiertes Geschäftsmodell und schreiben trotz Finanzkrise solide Gewinne. Doch sind Bankaktien nach über vier Jahren Finanzkrise eine gute Anlage?

“Chancen sehen wir derzeit vor allem bei kleineren Regionalbanken in den USA. Im Vergleich zu den großen US-Geschäfts- und Investmentbanken sind viele dieser Institute deutlich gesünder und nach unserer Einschätzung mehr ‚plain vanilla’, denn sie verfügen über ein klar fokussiertes Geschäftsmodell, haben minimale Risiken innerhalb ihres Kreditportfolios, sind gut kapitalisiert und günstig bewertet”, so Kolb.

Vorsicht oberstes Gebot

Grundsätzlich raten die beiden Experten bei Finanztiteln jedoch zur Vorsicht. Viele Geldhäuser seien zwar nach dem Kurseinbruch gemessen an ihrem Kurs-Buchwert- und Kurs-Gewinn-Verhältnis günstig bewertet.

Deswegen sind sie unter risikoadjustierten Gesichtspunkten aber nicht automatisch ein attraktives Investment. Es kommt sehr genau darauf an, sich das Geschäftsmodell anzuschauen, ebenso wie das makroökonomische Umfeld, in dem das Institut tätig ist.

US-Banken punkten

Punkten können unter diesem Gesichtspunkt US-Banken. Denn auch wenn sich die US-Wirtschaft immer noch schwer tut, in Schwung zu kommen, zeigt der Konjunkturtrend eindeutig aufwärts. Vor allem am Immobilienmarkt hellen sich die Perspektiven auf.

Die Aktienkurse vieler europäischer und amerikanischer Großbanken haben sich allerdings nach der rasanten Talfahrt in der ersten Jahreshälfte seit dem Sommer bereits deutlich erholt. Kursgewinne von 50 oder gar 60 Prozent seit Ende Juli sind keine Seltenheit. Der Kurs der Bank of America hat sich im laufenden Börsenjahr sogar annähernd verdoppelt.

Systemische Risiken in Europa

Dagegen seien in Europa die systemischen Risiken für den Finanzsektor kaum abzuschätzen, solange die Schuldenproblematik weiterhin ungelöst ist und tiefgreifende Reformen innerhalb der Europäischen Union auf sich warten lassen.

Davon betroffen sind nicht nur europäische Institute, sondern auch US-Banken mit starkem Europageschäft. „Im Moment glauben wir, dass die Investoren das Downside-Risk in Europa nicht ausreichend beachten” gibt Kolb zu bedenken.

So sei in vielen europäischen Ländern der Finanzsektor im Verhältnis zur Höhe des jeweiligen Bruttoinlandsproduktes zu hoch. Nach Berechnungen machen zum Beispiel die gesamten Assets der US-Bank J.P. Morgan gerade mal 15 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) der USA aus, die französische BNP Paribas kommt dagegen auf eine Quote von 70 Prozent des BIP Frankreichs.

Für europäische Regierungen sei es daher viel schwerer, im Krisenfall die Banken des Landes zu retten, weil die finanziellen Lasten kaum zu stemmen sind. (fm)

Foto: Janus Capital Group

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

Extremwetter: Absicherung muss nicht teuer sein

Der Herbst ist in Deutschland eingezogen und mit ihm kommt auch wieder extremes Wetter: Schon heute werden im Norden der Republik Sturmfluten erwartet. Jetzt sollte das eigene Heim gegen Schäden durch diese Umweltbedingungen versichert sein.

mehr ...

Immobilien

Deutschlands Westen im Zehn-Jahresvergleich: Mietanstieg von bis zu 65 Prozent

Die Mieten steigen nicht nur in den Metropolen, sondern auch in vielen Stadt- und Landkreisen. Das Portal Immowelt hat die Entwicklung in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland analysiert. Frankfurt ist mit 13,80 Euro pro Quadratmeter am teuersten, dahinter folgt Mainz. Den größten Zuwachs verbucht eine Region, die weniger im Fokus steht.

mehr ...

Investmentfonds

Robo Advisor bietet bAV-Lösung

Der Robo-Advisor-Angebot Fintego der European Bank for Financial Services GmbH (Ebase) steht nun auch für die Nutzung im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) zur Verfügung.

mehr ...
23.10.2018

Brüssels Dilemma

Berater

Verkaufen nach Farben: Die Biostruktur-Analyse

Im Verkauf ist häufig von “grünen”, “roten” und “blauen” Kunden die Rede. Mit dieser sogenannten Biostruktur-Analyse lassen sich potentielle Abnehmer in drei grobe Kategorien einteilen. Die Vorteile dieses Systems erklärt der Vertriebstrainer und Gründer von OK-Training Oliver Kerner.

mehr ...

Sachwertanlagen

Agathon bringt Geier-Fonds für Biosgasanlagen

Die Agathon Kapitalverwaltung GmbH & Co. KG hat den Vertrieb ihres geschlossenen Spezial-AIF „Biopower Fonds 1“ gestartet. Er soll in bestehende Biosgasanlagen investieren und will dabei auch von den bisherigen Misserfolgen der Branche profitieren.

mehr ...

Recht

P&R–Insolvenz: Über 4.500 Gläubiger in Münchner Olympiahalle

Für die ersten Gläubigerversammlungen der insolventen deutschen P&R-Gesellschaften fanden sich in dieser Woche 4.500 Gläubiger in der Münchner Olympiahalle ein. Was geschah dort?

mehr ...