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15. Februar 2013, 11:57
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Kombination aus aktivem und passivem Anlegen ist Schlüssel zum Erfolg

Nach Meinung des Financial Planning Standard Boards Deutschland (FPSB) ist weder aktives noch passives Management allein zielführend. Vielmehr müssten Anleger beide Stile kombinieren.

Anleger

Rolf Tilmes, FPSB

Seit einigen Jahren schwimmen ETF, sogenannte börsennotierte Indexfonds, auf einer Erfolgswelle und gelten als Trumpf gegenüber aktiven Vermögensverwaltern, die jedoch nur selten ihre Benchmark schlagen, geschweige denn ein Alpha für den Anleger erzielen. Hierzulande verwalten die ETF-Anbieter nach Angaben des Branchenverbands BVI bereits ein Fondsvermögen von rund 70 Milliarden Euro, weltweit sind es bereits über zwei Billionen US-Dollar. Und die Auswahl an ETFs wird immer größer.

Anleger können inzwischen unter mehr als 1000 Indexfonds wählen, doppelt so viele wie noch 2008. Die Zahlen zeigen, dass Investoren zunehmend lieber auf passive Investments setzen als sich auf einen aktiven Fondsmanager zu verlassen.

Viele Studien ergaben zudem, dass es nur wenige Fonds schaffen, ihren jeweiligen Vergleichsindex im Zeitablauf nachhaltig zu schlagen. „Allerdings ist es trotz des Verkaufserfolges wichtig, dass passiv gemanagte Indexprodukte kritischer hinterfragt werden“, sagt Professor Dr. Rolf Tilmes, Vorstandsvorsitzender des Financial Planning Standards Board Deutschland e.V. (FPSB Deutschland) und Inhaber des Stiftungslehrstuhls für Private Finance & Wealth Management an der EBS Business School, Wiesbaden. Denn speziell in Seitwärts- und in fallenden Märkten können aktive Manager einen Mehrwert erzielen. „Ohne aktive Komponenten lässt sich schließlich keine Outperformance erzielen.“

Indizes häufig inaktuell

Anleger sollten zudem bedenken, dass viele Indizes die Welt von gestern abbilden. Aktien, deren Börsenwert zuvor stark gestiegen ist, werden in den Index aufgenommen beziehungsweise innerhalb des Index höher gewichtet. Das bedeutet, dass das Kurswachstum der Vergangenheit das einzige Kriterium für die Aktiengewichtung ist. Damit investieren ETF-Anleger systematisch prozyklisch.

Zudem ist man mit konventionellen Indexfonds immer voll investiert, das Portfolio entspricht in seiner Zusammensetzung dem gewählten Index, dessen Wertentwicklung man im Ergebnis in beide Richtungen mitmacht. So schön das bei steigenden Kursen sein kann, so sehr würde man sich bei fallenden Aktienkursen und bei langen Seitwärtsbewegungen wünschen, in einem aktiv gemanagten Fonds investiert zu sein.

Eine klare Aussage, dass sich aktives Management in den vergangenen Jahren mit zum Teil unruhigen Finanzmärkten stets ausgezahlt hätte, lässt sich jedoch auch nicht treffen. Tatsächlich fühlen sich immer mehr Anleger mit der Allokationsentscheidung überfordert, was sich auch in der starken Nachfrage nach flexiblen Mischfonds zeigt.

Die Anbieter von Mischfonds verzeichneten laut einer Statistik des Branchenverbandes BVI im vergangenen Jahr Mittelzuflüsse von rund 2,3 Milliarden Euro.

Für Tilmes gibt es keine goldene Regel, welcher Weg der bessere sei. „Die Diskussion, aktive versus passive Anlage, zielt meiner Meinung nach am Kern vorbei“, sagt er und verweist auf institutionelle Investoren. „Sie entscheiden sich nicht für das ein oder andere Vehikel, sondern nutzen längst die Vorteile beider Ansätze.“ Eine Kombination beider Strategien sei geeignet, um Risiken gering zu halten und dabei eine bestmögliche Performance zu erzielen. (fm)

Foto: Financial Planning Standard Boards Deutschland

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