27. Februar 2013, 15:36
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

DAI: Knapp 14 Prozent der Deutschen in Aktien investiert

Das Deutsche Aktieninstitut (DAI), Frankfurt, meldet erneut eine sinkende Zahl von Aktionären. Lediglich 8,8 Millionen Bundesbürger oder 13,7 Prozent waren im zweiten Halbjahr 2012 direkt oder indirekt in Aktien investiert.

DAINach einem starken Anstieg um 1,5 Millionen Anleger im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres bedeutet dies einen Rückgang um 1,3 Millionen im weiteren Jahresverlauf. Der enorme Anstieg der Aktionärszahlen im ersten Halbjahr 2012 wurde wahrscheinlich durch zwei Faktoren verursacht, und zwar die öffentliche Diskussion um Währungssicherheit und Inflationsgefahren einerseits und das extrem niedrige Zinsniveau, insbesondere im Vergleich zu den Dividendenrenditen von Dax-Aktien, andererseits, so das DAI.

Sparquote gesunken

Beide Faktoren hätten sich im zweiten Halbjahr deutlich relativiert. Die öffentliche Diskussion um die Sicherheit des Euro habe sich zwischenzeitlich stark beruhigt und Inflationstendenzen hätten sich bislang auch nicht eingestellt. Die Anleger haben sich scheinbar an die „Dauerkrise“ gewöhnt, so dass das „Angstmotiv“ für die Aktienanlage entfallen ist. Dies werde indirekt auch durch die gesunkene Sparquote der Deutschen bestätigt, die mit 10,1 Prozent ein Zehnjahrestief erreicht hat. Auch hier wird von Analysten die „Abwesenheit von Angst“ ursächlich genannt.

Darüber hinaus kann der starke Anstieg des Dax um nahezu 30 Prozent im Jahr 2012 viele Anleger zu Gewinnmitnahmen veranlasst haben. Wenn ein Anleger „nur“ wegen niedriger Zinsen die Aktie als Anlageform wählt, sei es nachvollziehbar, dass er nach den erfreulichen Kursgewinnen – zusätzlich zu einer Dividendenrendite von durchschnittlich vier Prozent im Dax-Segment – seine Gewinne sicherstellt.

Von den 8,8 Mio. Aktienbesitzern (Abb. 1) sind 2,8 Millionen (4,3 Prozent der Bevölkerung) reine Aktionäre, die ausschließlich direkt in die Aktie investieren. 4,7 Millionen Anleger halten laut DAI nur Aktienfondsanteile (7,2 Prozent) und 1,4 Mio. (2,2 Prozent) sowohl Aktien als auch Anteile an Aktienfonds. Gegenüber dem Höchststand im Jahr 2001 bedeutet die aktuelle Zahl einen Rückgang um rund 4 Mio. (minus 31,2 Prozent), gegenüber dem Jahr 1997 hingegen einen Zuwachs von 3,2 Millionen Anlegern (57,9 Prozent). Die Zahl der Anleger, die direkt in Aktien investieren, ist im zweiten Halbjahr 2012 um 712.000 (minus14,6 Prozent) gesunken. 4,2 Millionen Anleger bzw. 6,5 Prozent der Bevölkerung halten Aktien in der Direktanlage.

DAI

Gegenüber dem Rekordstand bei den direkten Aktienanlegern im Jahr 2000 ist ein Rückgang um zwei Millionen (minus 32,7 Prozent) zu verzeichnen; seit 1997 wurden jedoch 256.000 (plus 6,6 Prozent) Aktionäre hinzugewonnen. (fm)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 02/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Denkmalobjekte – Betriebsrente – Digital Day 2019

Ab dem 24. Januar im Handel.

Cash. 01/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds Finanz – Robotik – Moderne Klassik – Finanzanalyse

Versicherungen

Munich Re will Gewinn 2019 und 2020 weiter steigern

Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re will nach der Rückkehr zu einem Milliardengewinn im laufenden Jahr noch etwas höher hinaus. Das kündigte der Dax-Konzern am Dienstag überraschend kurz nach Börsenschluss in München an.

mehr ...

Immobilien

MLP baut Immobiliengeschäft aus

Die MLP Gruppe erwirbt 75,1 Prozent an der Deutschland Immobilien Gruppe. Der Kaufpreis liegt nach Angaben von MLP im unteren zweistelligen Millionenbereich und setzt sich zusammen aus einem Initialkaufpreis und einer erfolgsabhängigen Kaufpreiskomponente, die an die Geschäftsentwicklung von 2019 bis 2021 gekoppelt ist. 

mehr ...

Investmentfonds

Keine Angst vor “Fallen Angels”

Zwar ist die Anzahl der mit BBB bewerteten Unternehmensanleihen inzwischen auf über 50 Prozent des gesamten Investment Grade-Marktes gestiegen, doch ob es im breiteren Anleihemarkt zu einem erhöhten Volumen an “Fallen Angels”-Unternehmen kommen wird ist eher fraglich. Eher sorgen sollten sich Anleger um die Schulden Italiens. Ein Kommentar von Debbie King, Kames Capital

mehr ...

Berater

Widerrufs-Joker: Gericht weist Musterklage ab

Die bundesweit erste Musterfeststellungsklage von Verbrauchern gegen ein Unternehmen scheitert vor Gericht an einer formalen Hürde. In Deutschland gibt es die Musterklage erst seit vergangenem November.

mehr ...

Sachwertanlagen

Emissionshaus UDI geht in die Offensive

In einem außergewöhnlich langen, selbst verbreiteten Interview verteidigt der neue Chef des Emissionshauses UDI aus Nürnberg unter anderem die „Quersubventionierung“ von Geschäftsbereichen und kündigt ehrgeizige Ziele an.

mehr ...

Recht

Straßenverkehr: Was tun bei falschen Anschuldigungen?

Strafen vom Bußgeld bis zum Führerscheinentzug muss nur fürchten, wer sich nicht an die Verkehrsregeln hält – so zumindest in der Theorie. Trotzdem kommt es in der Praxis immer wieder zu potenziell teuren Falschanschuldigungen.

mehr ...