DAI: Knapp 14 Prozent der Deutschen in Aktien investiert

Das Deutsche Aktieninstitut (DAI), Frankfurt, meldet erneut eine sinkende Zahl von Aktionären. Lediglich 8,8 Millionen Bundesbürger oder 13,7 Prozent waren im zweiten Halbjahr 2012 direkt oder indirekt in Aktien investiert.

Nach einem starken Anstieg um 1,5 Millionen Anleger im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres bedeutet dies einen Rückgang um 1,3 Millionen im weiteren Jahresverlauf. Der enorme Anstieg der Aktionärszahlen im ersten Halbjahr 2012 wurde wahrscheinlich durch zwei Faktoren verursacht, und zwar die öffentliche Diskussion um Währungssicherheit und Inflationsgefahren einerseits und das extrem niedrige Zinsniveau, insbesondere im Vergleich zu den Dividendenrenditen von Dax-Aktien, andererseits, so das DAI.

Sparquote gesunken

Beide Faktoren hätten sich im zweiten Halbjahr deutlich relativiert. Die öffentliche Diskussion um die Sicherheit des Euro habe sich zwischenzeitlich stark beruhigt und Inflationstendenzen hätten sich bislang auch nicht eingestellt. Die Anleger haben sich scheinbar an die „Dauerkrise“ gewöhnt, so dass das „Angstmotiv“ für die Aktienanlage entfallen ist. Dies werde indirekt auch durch die gesunkene Sparquote der Deutschen bestätigt, die mit 10,1 Prozent ein Zehnjahrestief erreicht hat. Auch hier wird von Analysten die „Abwesenheit von Angst“ ursächlich genannt.

Darüber hinaus kann der starke Anstieg des Dax um nahezu 30 Prozent im Jahr 2012 viele Anleger zu Gewinnmitnahmen veranlasst haben. Wenn ein Anleger „nur“ wegen niedriger Zinsen die Aktie als Anlageform wählt, sei es nachvollziehbar, dass er nach den erfreulichen Kursgewinnen – zusätzlich zu einer Dividendenrendite von durchschnittlich vier Prozent im Dax-Segment – seine Gewinne sicherstellt.

Von den 8,8 Mio. Aktienbesitzern (Abb. 1) sind 2,8 Millionen (4,3 Prozent der Bevölkerung) reine Aktionäre, die ausschließlich direkt in die Aktie investieren. 4,7 Millionen Anleger halten laut DAI nur Aktienfondsanteile (7,2 Prozent) und 1,4 Mio. (2,2 Prozent) sowohl Aktien als auch Anteile an Aktienfonds. Gegenüber dem Höchststand im Jahr 2001 bedeutet die aktuelle Zahl einen Rückgang um rund 4 Mio. (minus 31,2 Prozent), gegenüber dem Jahr 1997 hingegen einen Zuwachs von 3,2 Millionen Anlegern (57,9 Prozent). Die Zahl der Anleger, die direkt in Aktien investieren, ist im zweiten Halbjahr 2012 um 712.000 (minus14,6 Prozent) gesunken. 4,2 Millionen Anleger bzw. 6,5 Prozent der Bevölkerung halten Aktien in der Direktanlage.

Gegenüber dem Rekordstand bei den direkten Aktienanlegern im Jahr 2000 ist ein Rückgang um zwei Millionen (minus 32,7 Prozent) zu verzeichnen; seit 1997 wurden jedoch 256.000 (plus 6,6 Prozent) Aktionäre hinzugewonnen. (fm)

Foto: Shutterstock

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