Vielfalt ist gefragt – nicht nur auf dem Teller

Es ist wohl eines der beliebtesten Vorurteile gegenüber den Deutschen: Auf unseren Tellern findet man nur Würstchen und Sauerkraut. Weit gefehlt!

Kolumne von Achim Küssner, Schroders

Achim Küssner, Schroders

 

 

Denn tatsächlich lieben wir die kulinarische Abwechslung. Ob Grieche, Italiener um die Ecke, spanische Tapas, vietnamesische und thailändische Köstlichkeiten oder Gerichte aus 1001 Nacht – längst haben internationale Spezialitäten ihren festen Bestandteil in unserem Alltag.

Investitionsmenu meist fad

Beim Investitionsmenü hingegen hat man bisher vergeblich auf etwas Abwechslung gehofft. Neben Aktien und Renten findet man kaum einen Exoten in den Portfolios deutscher Privatanleger. Dabei belegen Studien, dass Großanleger, Pensionsfonds aber auch Family Offices schon längst abseits des traditionellen Spektrums auf der Suche nach interessanten Anlagechancen und vor allem Renditen sind. Das dürfte nun niemanden wirklich überraschen. Bereits seit Jahren belegen wissenschaftliche Untersuchungen zur Portfoliooptimierung, wie groß der Beitrag nicht-korrelierender Anlageklassen zum Erfolg eines Portfolio sein kann. Und spätestens seit wir in einem Niedrigzinsumfeld leben, ist auch der Druck groß, über den Tellerrand zu schauen, was nun eben auch immer mehr große und vormals eher traditionell ausgerichtete Investoren tun.

Fast wie bei den Kreationen der aktuell auf Sat1 laufenden Kochshow The Taste sind auch der Fantasie der professionellen Anleger keine Grenzen gesetzt. Das gesamte Spektrum der alternativen Investments ist gefragt wie nie zuvor: Wir reden hier von Investitionen in Wald, Agrar oder Infrastruktur über Private Equity, Convertibles, Absolute Return und Katastrophenanleihen bis hin zu absolut exotischen Feldern wie Kunst oder gar Oldtimer.

Anleger sollten sich nicht mit mickrigen Renditen  abgeben

Doch wir müssen hier nicht lange um den heißen Brei reden. Dem privaten Anleger bleiben diese Assetklassen meist verschlossen. Sei es, weil er das erforderliche Research schlicht nicht abdecken kann, oder aber weil die wenigen vorhandenen Ucits-konformen Fonds mit Mindestanlagen von 100.000 Euro schlicht das Budget der meisten Privaten übersteigt.

Doch wer jetzt denkt, dass sich ein Privatanleger deshalb mit Würstchen und Sauerkraut – Verzeihung – Aktien und Anleihen und einer mickrigen Rendite zufrieden geben muss, der irrt wieder. Neben den wenigen Investmentfonds ohne aus Kleinanlegersicht horrende Mindestanlagesummen gibt es eben auch noch Multi Asset-Fonds. Analog zum Namen können sie das gesamte Anlagespektrum bewerten und je nach Marktlage ihre Asset-Allokation auch entsprechend auf den alternativen Anlagebereich ausrichten – ein Plus, das gerade im aktuellen Marktumfeld nicht zu unterschätzen ist. Denn Multi Asset-Fonds sind so konzipiert, dass sie in jedem Marktumfeld kurzfristige Marktverwerfungen abfedern oder, wenn gewünscht, sogar regelmäßige und verlässliche Erträge liefern.

Schlaflose Nächte aufgrund von Investmententscheidungen nimmt den Anlegern das Fondsmanagement ab. Privatanleger müssen also nicht länger zugucken, wie die Großen Renditen einstreichen, während ihre eigenen Aktien oder Renten hinterherhinken. Und ab sofort gibt es damit auch keine Ausrede mehr für mangelnde Vielfalt im Depot.

Autor Achim Küssner ist Geschäftsführer der Schroder Investment Management GmbH.

Foto: Schroder Investment Management

 

 

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