Anzeige
11. Dezember 2013, 11:02
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

GAM: Technologiesektor aussichtsreich

Im Sektor Technologie gibt es bislang keine Investitionsblase, stellt die Schweizer Fondsgesellschaft GAM fest. Zwar sei eine Übertreibung bei einigen Aktien feststellbar, der Sektor insgesamt jedoch nicht überbewertet.

Technologie

Einzelne Unternehmen haben in jüngerer Vergangeheit bei Börsengängen Rekorderlöse erzielt, einige Titel eine Rallye hingelegt und Bewertungen erreicht, die mit Fundamentaldaten nicht mehr zu erklären sind. Das sagt Mark Hawtin, Manager des GAM Star Technology, und rät Investoren zur Gelassenheit: „Im Vergleich zu der Technologieblase, die wir um die Jahrtausendwende erlebt haben, gibt es entscheidende Unterschiede. Viele der Visionen der Dotcom-Ära wie etwa Video-Streaming in hoher Qualität sind heute Realität und Grundlage funktionierender Geschäftsmodelle geworden. Die Geschäftsmodelle der Online- und Datenwirtschaft sind ausgereift.”

Auch gibt es deutlich weniger Börsengänge und solidere Kurs-Gewinn-Verhältnisse, so Hawtins Einschätzung: “Die Online-Wirtschaft ist erwachsen geworden.” In den vergangenen zehn Jahren habe sich das Geschäftsumfeld im Technologiesektor grundlegend geändert. Heute lebten ganze Wirtschaftszweige vom Netz und profitierten von der unstillbaren Nachfrage nach Diensten wie Video-Streaming, nach mobilen Endgeräten, aber auch von neuen Geschäftsideen in den Bereichen Social Media und Software-on-Demand.

IT-Branche erwachsen

Anders als in den neunziger Jahren könnten Investoren die Geschäftsmodelle heute besser einschätzen und den tatsächlichen Wert dieser Unternehmen auf der Grundlage von Einnahmen, Gewinnen oder diskontiertem Cashflow bestimmen, so der GAM-Experte.

„Facebook hat unter Beweis gestellt, dass es seine Nutzerbasis durch gezielte Werbung zu Geld machen kann“, sagt Hawtin. Die Marktkapitalisierung des Netzwerkes sei gerechtfertigt, obwohl sie vielen vor dem Börsengang zu optimistisch erschienen sei. Die Investoren, die Facebooks Pläne verstanden und an ihre erfolgreiche Umsetzung geglaubt hätten, würden nun belohnt: „Selbst auf dem Höhepunkt des Hypes um den Börsengang waren Facebooks Bewertungen stets durch verlässliche Zahlen und realistische kurz- bis mittelfristige Projektionen gerechtfertigt.“

Investoren machten derzeit Jagd auf Wachstumstitel, bevorzugten aber noch immer andere Sektoren wie etwa Konsumgüter, in denen das Wachstum stabiler und sicherer sowie die Geschäftsmodelle einfacher zu verstehen seien. Das führe in diesen Sektoren zu einem überfüllten und überbewerteten Markt. Obwohl auch Technologieaktien von der erhöhten Nachfrage profitierten, schreckten indes noch immer viele Investoren vor der hohen Komplexität des Sektors zurück, so erklärt er: „Technologietitel verlangen den Investoren genaue Kenntnis der jeweiligen Technologien und Märkte ab, um gute Geschäftsmodelle von schlechten zu unterscheiden.“

 “Start-Ups zum Teil zu teuer

Ohne Frage seien einige Bereiche des Technologiesektors überbewertet, so Hawtin. So nähmen die etablierten Unternehmen aus dem Silicon Valley Milliarden für den Erwerb von Start-Ups in die Hand, die über keinerlei stabile Umsätze, geschweige denn Gewinne verfügten. Auch bei aussichtsreichen Firmen mit spannenden Geschäftsmodellen seien die aktuellen Kurse mitunter durch nichts gerechtfertigt, so zum Beispiel bei der amerikanischen Immobiliendatenbank Zillow. „Solche Übertreibungen gibt es in allen Sektoren“, relativiert Hawtin. „Sie beweisen letztlich nur, dass Investoren die Kennzahlen genau analysieren und Unternehmen meiden sollten, die unrealistisch bewertet sind.“

(mr)

Foto: Shutterstock

 

 

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Biotech-Fonds – Kfz-Policen – Versicherungen für Wohneigentum – Family Offices

Ab dem 19. Oktober im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

xbAV Beratungssoftware mit neuem Geschäftsführer

Boris Haggenmüller verantwortet als Geschäftsführer seit September 2017 das operative Geschäft der xbAV Beratungssoftware GmbH. Zuvor war er der verantwortliche Prokurist des Tochterunternehmens der xbAV AG.

mehr ...

Immobilien

Baufinanzierung: Die Service-Champions

Welche Banken bieten deutschen Kunden den besten Kundenservice bei der Baufinanzierung? Die Kölner Beratungsgesellschaft Servicevalue hat Kunden der Banken hierzu befragt. Eine Bank konnte besonders überzeugen und sicherte sich einen “Gold-Rang”.

mehr ...

Investmentfonds

Finanzbranche befürchtet Blasenbildung an Märkten

Die Politik der Europäischen Zentralbank hat bereits zur Blasenbildung an den Finanzmärkten geführt, oder wird dies noch tun. Dessen ist sich die Finanzbranche sicher. Die Mehrheit wünscht sich den Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik, hält dies jedoch gleichzeitig für unwahrscheinlich.

mehr ...

Berater

Insurtechs: Die fairsten digitalen Versicherungsmakler aus Kundensicht

Welche digitalen Versicherungsmakler werden von ihren Kunden als besonders fair wahrgenommen? Das Kölner Analysehaus Servicevalue hat gemeinsam mit Focus-Money die Kunden von 24 Anbietern befragt. Neun von ihnen erhielten die Note “sehr gut”.

mehr ...

Sachwertanlagen

IPP-Fonds der Deutschen Finance schütten aus

Der Asset Manager Deutsche Finance aus München kündigt für seine beiden Fonds IPP Institutional Property Partners Fund I und Fund II Auszahlungen für das Geschäftsjahr 2016 an die Privatanleger an.

mehr ...

Recht

IDD: Umsetzung könnte in Teilen verschoben werden

Wie der AfW – Bundesverband Finanzdienstleistung e.V. mitteilt, könnte sich der Umsetzungstermin von Teilen der europäischen Richtlinie Insurance Distribution Directive (IDD) verschieben. Die delegierten Rechtsakte sollen nach dem Willen des europäischen Parlaments demnach erst im Oktober 2018 in Kraft treten.

mehr ...