Gam: Europas Banken mit Nachholbedarf

Europas Banken brauchen noch zwei bis drei Jahre, um zu US-Instituten aufzuschließen. So lautet die Einschätzung von Davide Marchesin, Fondsmanager beim Schweizer Vermögensverwalter Gam.

Davide Marchesin, Gam

Marchesin leitet den Star (Lux) Financials Alpha: „Der Bankenstresstest der Europäischen Zentralbank (EZB) hat sein Ziel verfehlt, das Vertrauen der Märkte in die Solidität der europäischen Banken wiederherzustellen. Im Vergleich zu den US-Banken haben die europäischen Häuser noch immer große Defizite bei den Eigenkapitalquoten. Das Kaufprogramm für Asset-Backed-Securities, das die EZB im Oktober begonnen hat, könnte helfen, diese Lücke zu füllen.“

Euro-Banken brauchen mehr Eigenkapital

Seiner Ansicht nach wird 2015 zum Schlüsseljahr für die Bemühungen der EZB, die Eigenkapitalquoten in Europa zu harmonisieren. Über die nächsten zwei bis drei Jahre könnte es den europäischen Banken dann gelingen, zu den US-Instituten aufzuschließen: „Anleger sollten sich allerdings darüber im Klaren sein, dass die Banken dafür Einnahmen zurückhalten müssen und die Dividenden daher in den nächsten zwölf Monaten eher gering ausfallen dürften.“

Der Fondsmanager präferiert für sein Portfolio gut kapitalisierte Banken wie ING oder Natixis und geht auf der anderen Seite Short-Positionen auf schwächere Institute ein. Europäische Versicherer, die über sehr gute Eigenkapitalquoten verfügten, seien wegen hoher Dividenden spannend, so Marchesin: „Hier sind vor allem Namen wie Zurich Financial Services und Aegon attraktiv, die einen signifikanten Anteil ihrer Gewinne in den USA erwirtschaften.“ (mr)

Foto: Gam

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