Meriten senkt Prognose für Eurozone

In der Eurozone sind die Konjunktursorgen wieder aufgeflammt, stellt Holger Fahrinkrug, Chefvolkswirt beim Düsseldorfer Fondsanbieter Meriten Investment Management, fest und senkt seine Wachstumsprognose.

In Deutschland, Italien und Zypern schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal, Frankreichs Wirtschaft stagniert wie die Eurozoine insgesamt: „Die Ukraine-Krise und die Angst vor langsamerem Wachstum in China haben zu einem Vertrauensverlust bei Unternehmen und Investoren sowie zu einem Rückgang konjunktureller Frühindikatoren geführt“, sagt Fahrinkrug. Die Konjunktur sei weiterhin Belastungen ausgesetzt, denen auf der positiven Seite allerdings extrem günstige Finanzierungsbedingungen zumindest in der Kern-Eurozone sowie der schwächere Euro gegenüberständen.

Keine schnellen Maßnahmen der EZB erwartet

Portugal, Spanien und die Niederlande konnten im zweiten Quartal die höchsten Wachstumsraten vorweisen.

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„Frühindikatoren deuten bereits seit Anfang des Jahres auf eine Verlangsamung des Wachstums vor allem in Deutschland hin. Durch die Ukraine-Krise hat sich der Ausblick für die zweite Jahreshälfte nochmals eingetrübt“, so Fahrinkrug. Der Chefvolkswirt senkt die Wachstumsprognose für 2014 für den Euroraum und Deutschland um je 0,5 Prozentpunkte auf 0,7 Prozent und 1,5 Prozent. Spanien sei das einzige Euro-Land, für das sich der Ausblick leicht gebessert habe.

Die EZB wird seiner Einschätzung nach die Wirkung der im Juni beschlossenen Maßnahmen abwarten, ehe sie konkret über weitere Maßnahmen wie direkte Ankäufe von Staatsanleihen nachdenkt. Angesichts weiterhin niedriger Inflationszahlen dürfte aber der Druck auf die EZB zunehmen. (mr)

Foto: Shutterstock

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