Anzeige
28. April 2015, 09:11
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Attraktive Alternativen zum Niedrigzins

Marktkommentar: Bodo Gauer, Credit Suisse

Ältere Sparer erinnern sich noch an die Zeiten nach der Wiedervereinigung als deutsche Bundesanleihen eine Rendite von acht Prozent und mehr aufwiesen. Das ist lange her.

 

Credit Suisse

Bodo Gauer, Credit Suisse

Befördert durch die extreme Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank erzielen Bundesanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren aktuell gerade noch eine Rendite von 0,05 Prozent. Kürzere Restlaufzeiten weisen bereits eine negative Rendite auf. Auch für Festgelder gibt es kaum mehr Zinsen, vielmehr drohen auch hier Negativzinsen. Auf jeden Fall gelingt es Sparern nicht mehr, mit traditionellen Sparformen die Teuerung auszugleichen.

Zinsen gesucht

Vor diesem Hintergrund fragen sich viele Sparer, ob es denn nicht Alternativen zum faktischen Nullzins bei klassischen Sparformen gibt. Für sicherheitsorientierte Investoren kommt allerdings eine Direktanlage in Aktien dabei nicht in Frage: Denn der Aktienmarkt weist zu hohe Schwankungen auf. Doch liefern bestimmte Anlagezertifikate, auch strukturierte Produkte genannt, Lösungen, die viel Sicherheit und attraktive Erträge bieten.

Bei Investments in Anlagezertifikaten müssen Anleger aber mehrere Aspekte beachten. So weisen strukturierte Produkte unterschiedliche Risikograde auf. Für risikoaverse Anleger sind klassische Kapitalschutzprodukte immer noch am besten geeignet. Diese bieten am Laufzeitende die Rückzahlung des investierten Kapitals; hier drohen also zumindest keine nominalen Verluste am Laufzeitende. Zusätzlich liefern Kapitalschutzprodukte bei entsprechender Entwicklung des Basiswerts attraktive Erträge, dies vor allem auch im Vergleich zu Bundesanleihen.

Auf Bonität achten

Darüber hinaus sollten Anleger nur Zertifikate von Emittenten mit erstklassiger Bonität erwerben. Strukturierte Produkte sind nämlich in der Regel von Banken begebene Schuldverschreibungen, die ein so genanntes Emittentenrisiko, sprich das Risiko eines Ausfalls der emittierenden Bank, aufweisen. Dieses lässt sich übrigens am besten nicht am Rating eines Instituts, sondern an außerbörslich gehandelten Kreditausfallversicherungen, den „Credit Default Swaps“ einer Bank ablesen. Seit der Lehman-Insolvenz achten Bankberater und Anleger zum Glück verstärkt auf eine hohe Bonität des Emittenten.

Sind Anleger bereit, auch ein gewisses Aktienmarktrisiko in Kauf zu nehmen, bieten strukturierte Produkte einen klaren Renditeaufschlag. So weisen die meisten Kupon-Anleihen regelmäßige Zinszahlungen auf, die deutlich höher als bei Bundesanleihen oder Festgeldern liegen. Wo sonst lassen sich derzeit noch attraktive Zinserträge von zwei oder drei Prozent im Jahr erzielen?

Als attraktive Alternativen zum Niedrigzins eignen sich auch Bonus- und Express-Strukturen. Wie auch bei den Kupon-Anleihen ist es natürlich auch hier für sicherheitsorientierte Anleger wichtig, Produkte mit einem möglichst geringen Risiko auszuwählen. Dies bedeutet, es sollten zum einen Strukturen auf anerkannte und leicht zu beobachtende Basiswerte wie zum Beispiel den Euroland-Aktienindex Euro Stoxx 50 bevorzugt werden. Zum anderen sollten die Produkte einen möglichst hohen Risiko- oder Sicherheitspuffer aufweisen, der die Gefahr eines unvorteilhaften Barrierebruchs deutlich mindert. Gerade in Schönwetterphasen am Aktienmarkt, wie in den vergangenen Monaten, wird dieses Risiko oft unterschätzt.

Alles in allem bieten strukturierte Produkte für Anleger, welche die genannten Punkte beachten, attraktive Alternativen zum Niedrigzins.

 

Autor Bodo Gauer ist Head of Structured Retail Products für Deutschland und Österreich bei der Credit Suisse.

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 12/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Reform der Betriebsrente – VV-Fonds – Crowdinvesting – Maklerpools

Ab dem 23. November im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

Generali: Dialog übernimmt auch das Sachgeschäft

Die Generali will sich im Maklermarkt neu aufstellen. Die Marke Generali arbeite künftig exklusiv mit dem langjährigen Vertriebspartner DVAG zusammen, die Cosmos Direkt sei weiterhin im Direkt- und Digital-Vertrieb tätig und die Dialog konzentriere sich auf den Maklermarkt, teilte das Unternehmen mit.

mehr ...

Immobilien

Wohneigentum: IVD fordert Eigentumsförderung

Die Sondierungsgespräche zwischen Union, FDP und Grünen befinden sich derzeit auf der Zielgeraden, doch besonders bei der Wohnungspolitik bestehen noch Meinungsverschiedenheiten. Darunter könnte auch die im Wahlkampf versprochene Eigentumsförderung leiden.

mehr ...

Investmentfonds

Hans-Werner Sinn: “Es kriselt überall in Europa”

Hans-Werner Sinn, ehemaliger Präsident des Ifo-Instituts warnte davor, dass sich die europäische Währungsunion in eine Transferunion verwandelt. Sinn war als Gastredner auf der 30. Feri-Tagung in Frankfurt eingeladen. Eines der Schwerpunktthemen der Veranstaltung war die Zukunft der Währungsunion.

mehr ...

Berater

DSGV-Präsident Fahrenschon tritt zurück

Der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Georg Fahrenschon, legt sein Amt im Einvernehmen zum 24. November 2017 nieder. Das teilt der DSGV mit. Die Amtsgeschäfte werden demnach übergangsweise vom Ersten Vizepräsidenten und Geschäftsführenden Vorstandsmitgliedern übernommen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Marenave: Neuer Aufsichtsrat feuert den Vorstand

Der neu formierte Aufsichtsrat der Marenave Schiffahrts AG hat die Bestellung des bisherigen Alleinvorstands Ole Daus-Petersen mit sofortiger Wirkung widerrufen.

mehr ...

Recht

BGH: Riester-Verträge mit staatlicher Förderung nicht pfändbar

Verträge für die Riester-Rente sind nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH) nicht pfändbar, wenn sie staatlich gefördert wurden. Entscheidend sei, dass die Ansprüche nicht übertragbar sind, begründete der für Insolvenzrecht zuständige IX. Senat in Karlsruhe einen entsprechenden Beschluss.

mehr ...