Fürstlich Castell’sche Bank: Keine Normalisierung der Kapitalmärkte

Die Fed-Entscheidung im September und die Turbulenzen in China machen die Hoffnung auf eine Abkehr von der Nullzinspolitik und eine Normalisierung in diesem Jahr zunichte.

Dr. Sebastian Klein, Fürstlich Castell’sche Bank: „Das Risikomanagement hat derzeit höchste Priorität.“

Das bisherige Verhalten der Kapitalmärkte in diesem Jahr kann man als manisch beschreiben. Es schwankte zwischen „himmelhoch jauchzend“ in den ersten vier Monaten und „zu Tode betrübt“ in den folgenden. Sind wir noch im Januar mit Wachstumserwartungen von knapp 1,5 Prozent in Deutschland und 3,2 Prozent in den USA gestartet, so erwarten wir inzwischen für die deutsche Volkswirtschaft zwar stolze 1,8 Prozent, in den USA aber nur noch 2,4 Prozent Wachstum.

Wettrennen gegen die Verschuldung

„Mit den großen Erwartungen für die globale Wachstumslokomotive USA verband man auch die Hoffnung auf eine Abkehr von der Nullzinspolitik und auf eine Normalisierung, die gewissermaßen einen Abschluss der Finanzkrise darstellen sollte – das Wettrennen zwischen Verschuldung und Wachstum wäre gewonnen gewesen“, so Dr. Achim Hammerschmitt, Leiter Vermögensverwaltung und Fondsmanagement der Fürstlich Castell’schen Bank und weiter „Die US-Notenbank hat, unseren Analysen und Erwartungen entsprechend, in ihrer vielbeobachteten Sitzung im September die Zinsen jedoch nicht erhöht. Damit sind alle Hoffnungen auf eine Normalisierung gefährdet; das Wettrennen gegen die Verschuldung noch nicht gewonnen.“

Keine guten Nachrichten für Schwellenländer

Das sind auch für Schwellenländer, die aktuellen Sorgenkinder der Weltwirtschaft, keine guten Nachrichten. Dort stehen wichtige Anpassungen noch bevor. Hier hat man vielfach die günstigen Bedingungen der letzten Jahre nicht genutzt, Strukturen für eine prosperierende Zukunft zu schaffen. Vor diesem ökonomischen Hintergrund ist es unwahrscheinlich, dass Unternehmen ihre Rekordgewinne der letzten Jahre übertrumpfen können. Eher muss mit einem weiteren Anhalten hoher Volatilität gerechnet werden.

„Wir werden daher folgerichtig defensiv agieren, da wir nicht der Auffassung sind, dass das verbliebende Risikobudget in diesen ungewissen Zeiten vollständig investiert sein sollte“, so Hammerschmitt.

Dr. Sebastian Klein, Vorsitzender des Vorstands der Fürstlich Castell’schen Bank, kommentiert: „Das umsichtige Management von Risiken hat, gerade in diesen Zeiten, in der Vermögensverwaltung der Fürstlich Castell’schen Bank höchste Priorität.“ (fm)

Foto: Michael Sommer

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