Sinn fordert höhere Zinsen

Prof. Hans-Werner Sinn, Präsident des Münchener Ifo Instituts,  plädiert für höhere Zinsen und eine jährliche Tilgung bei Überziehungskrediten zwischen Euro-Notenbanken.

Hans-Werner Sinn, Ifo Institut

„Es kann nicht sein, dass dafür nur 0,05 Prozent Zinsen im Jahr gezahlt werden und dass diese Kredite niemals getilgt werden müssen. Diese Bedingungen fordern zu zusätzlicher Verschuldung geradezu auf und fördern auch noch die Kapitalflucht aus Griechenland“, sagt Sinn.

Gegen Geldflut und Kapitalflucht

Sein Vorschlag lautet: „Stattdessen sollte das US-System gelten, in dem Überziehungskredite zwischen den Distrikten der Notenbank einmal im Jahr ausgeglichen werden müssen. Das würde die Möglichkeit der Selbsthilfe mit der elektronischen Notenpresse deutlich verringern und die Länder frühzeitig zur Einführung von Kapitalverkehrskontrollen veranlassen, wenn eine Kapitalflucht droht.“

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Die Kapitalflucht aus Griechenland betrug nach neuesten Zahlen der griechischen Notenbank im März 5,3 Milliarden Euro. Um diese Summe stiegen laut Ifo Institut die Überziehungskredite der Notenbank beim Eurosystem.

Im Februar betrug der Zuwachs 15,2 Milliarden Euro, im Januar sogar 26,7 Milliarden Euro. Insgesamt belaufen sich die Kredite für Griechenland aus dem Überweisungssystem Target demanch nun auf 96,4 Milliarden Euro. (mr)

Foto: Ifo Institut

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