Anzeige
21. Juli 2015, 10:48
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Kames: Keine Zinswende in Europa vor 2018

Die europäische Zentralbank EZB wird ihre Zinsen nicht vor dem Jahr 2018 anheben. Davon ist die schottische Fondsgesellschaft Kames Capital überzeugt.

Kames

Wegen der Widrigkeiten in der Region – vor allem in Anbetracht der jüngsten Ereignisse in Griechenland – glaubt John McNeill, Co-Manager des Kames Absolute Return Bond Global Fund, nicht an eine Zinsanhebung in der Eurozone im Jahr 2017, so wie es der Markt erwartet.

Wirtschaft braucht erst Erholung

Seines Erachtens wird es deutlich länger dauern, bis sich die wirtschaftliche Erholung – und die Inflation – so gefestigt haben, dass ein solcher Schritt erforderlich ist. Hinzu komme, dass sich die EZB gegenwärtig auf ihr laufendes QE-Programm konzentriert.

McNeill erklärt: “Der Markt hat begonnen, Ende 2017 als Termin für EZB-Zinsanhebungen einzupreisen, aber dieser Zeitpunkt erscheint uns zu früh. Da in Europa weiterhin eine lockere Geldpolitik vorherrscht und die Inflation praktisch immer noch bei fast Null liegt, werden einige Jahre vergehen, bis die EZB die Zinsschraube wieder anziehen kann.” Außerdem nehme das Griechenland-Drama kein Ende, was laut McNeil für die EZB ein weiterer Grund für ein Verschieben der Zinserhöhungen ist.

Geopolitische Risiken

“Geopolitische Risiken, die unter der Oberfläche schwelten, rückten in letzter Zeit stärker in den Vordergrund, wie etwa die aktuelle Entwicklung der Griechenland-Krise und die Volatilität an Chinas Börse. Die europäischen Anleihenmärkte verzeichneten höhere Verluste als ihre Pendants in Großbritannien und den USA. Die Auflösung von Positionen, die Anleger im Vorfeld des EZB-Liquiditätsprogramms aufgebaut hatten, verstärkten die Abflüsse“, so der Fondsmanager.

Angesichts der extremen Renditeentwicklung in der Eurozone könnte es durchaus wieder lohnen, eine Wette einzugehen: “In Kerneuropa haben wir nach besagten Positionsauflösungen eigens eine Position eröffnet, mit der wir vom QE-Programm der EZB profitieren möchten, ohne vollständig long zu gehen“, so McNeill.

Der Fonds baute laut McNeill eine Long-Position in 30-jährigen Bundesanleihen auf und ging short in Euro-Swaps mit einer Laufzeit von 30 Jahren in Erwartung einer hohen Nachfrage nach Bunds – wegen des EZB-Kaufprogramms.

“Angesichts des sehr begrenzten Angebots an Bonds im Sommer und der Tatsache, dass die EZB ihre Käufe beschleunigen muss, sollten die Kurse der Bunds stärker als die der Swaps steigen“, sagt McNeill.

Kames Capital ist ein Asset Manager mit Sitz in Edinburgh und London. Das Unternehmen verwaltet 80.4 Milliarden Euro für seine britischen und internationalen Kunden – darunter Pensionsfonds, Finanzinstitute, Vermögensverwalter, Family Offices und Finanzberater. (mr)

Foto: Shutterstock

 

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

Kfz-Ersatzteile: GDV sieht “monopolartige” Strukuren

Bemerkenswerte Preisentwicklung bei Kfz-Ersatzteilen: So sind etwa Rückleuchten, Motorhauben und Windschutzscheiben in den letzten zwölf Monaten erneut deutlich teurer geworden. Von August 2017 bis August 2018 im Schnitt um vier Prozent, Scheinwerfer sogar um sieben Prozent. Das geht aus einer GDV-Auswertung der Schadenkalkulations-Datenbank Audatex hervor.

mehr ...

Immobilien

Energieeffizientes Bauen zahlt sich nicht immer aus

Energieeffizientes Bauen entlastet den Geldbeutel privater Bauherren – was Politik und Hersteller häufig versprechen, trifft in der Praxis nicht immer zu. Die Verbraucherschutzorganisation nennt Tipps, damit sich Energiemaßnahmen wirklich lohnen.

mehr ...

Investmentfonds

So behalten Sie den Überblick über ihr Depot

Chaos im Depot, einseitige Anlagestrategie oder noch gar kein Depot? Wer sein Depot aufräumen oder neu aufbauen will, muss wissen wie. Dafür hat Stiftung Warentest eine Anleitung in vier Schritten erstellt und eine Übersicht über 18.000 Fonds und ETFs.

mehr ...

Berater

Keine Angst trotz Provisionsdeckel

Das nennt man wohl ein Remis: 47,2 Prozent der Mitgliedsunternehmen des Bundesverbands Deutscher Versicherungsmakler (BDVM) gehen davon aus, dass die Auswirkungen eines Provisionsdeckels sie kaum treffen würde. Dagegen erwarten 30,3 Prozent spürbare Auswirkungen, für 22,5 Prozent wäre es hart oder sehr hart. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage des Verbands.

mehr ...

Sachwertanlagen

Neuer Spezial-AIF von d.i.i.

Die d.i.i. Investment GmbH hat mit dem “d.i.i. 10” einen weiteren geschlossenen Immobilien-Spezial-AIF aufgelegt. Der neue Fonds richtet sich an Family Offices, vermögende private Investoren und Stiftungen.

mehr ...

Recht

Mietrecht: Was da ist, muss bleiben

Sind bei der Besichtigung einer Mietwohnung noch Gegenstände oder Einbauten des bereits ausgezogenen Vormieters vorhanden, kann der neue Mieter verlangen, dass diese auch bleiben. Macht der Vermieter den Mieter nicht ausdrücklich darauf aufmerksam, dass ein Gegenstand nicht zur Wohnungsausstattung gehört, schließt ihn der Mietvertrag automatisch mit ein. So entschied laut D.A.S. Rechtsschutz Leistungs-GmbH das Amtsgericht Nürnberg hinsichtlich einer vom Vormieter zurückgelassenen Markise.

mehr ...