Profianleger müssen Weichen in Anlagepolitik neu stellen

Ein Weiter so bei der Anlagepolitik großer institutioneller Investoren kann es angesichts der aktuellen Niedrigzinssituation und neuer regulatorischer Anforderungen nicht geben. Und: Ohne Änderungen der Anlagepolitik kann nur rund jeder zweite Institutionelle seine Renditeverpflichtungen erfüllen. So lautet das Fazit des Ersten Institutionellen Investorengipfels in Wien.

Uwe Rieken, Faros Consulting, und Dr. Hans Jörg Schelling, Österreichs Finanzminister (von links)

Im Rahmen der Veranstaltung diskutierten Vertreter aus Politik und Wissenschaft sowie Anlageverantwortliche und Entscheidungsträger aus dem Bereich Finanzen von mehr als 110 Pensions- und Vorsorgekassen, Versorgungswerken, Versicherern, Unternehmen, Stiftungen, Family Offices und Banken aus Österreich, Deutschland sowie der Schweiz neue Weichenstellungen in ihrer Anlagepolitik.

In härter werdender Regulierung positionieren

Wege aus dem Niedrigzinstal zu finden sowie sich mit Blick auf anspruchsvoller werdende Regularien zu positionieren, bleibt dabei die wesentliche Herausforderung für institutionelle Anleger. „Die nicht enden wollende Diskussionen über die möglichen Belastungen für Unternehmer und Investoren haben dem Finanzplatz Österreich sicherlich nicht besonders gut getan“, erklärt Dr. Hans Jörg Schelling, Finanzminister der Republik Österreich im Rahmen seines Vortrags bei dem Gipfeltreffen über die Situation des österreichischen Finanzmarkts und seiner Investitionen in Osteuropa.

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„Ausländische Investoren und multinationale Konzerne sind sehr sensibel, wenn es um die Planungssicherheit ihrer Projekte geht. Die großen Belastungen in Form von Schenkungs-, Erbschafts- und Vermögenssteuern haben wir erfolgreich abgewehrt“, so Schelling weiter.

Staatsschuldenkrise der alten Welt noch nicht vorbei

Bei der Analyse der konjunkturellen Lage kommt Prof. Dr. Hartwig Webersinke, Dekan der Fakultät Wirtschaft und Recht an der Hochschule Aschaffenburg zum Ergebnis, dass die Staatsschuldenkrise der „alten Welt“ noch nicht vorbei sei. In Europa verortet der Volkswirt wachsende politische Risiken, die Investoren im Blick behalten müssten. Hingegen sieht er die aufgehellte Lage in den USA, den mit Blick auf die anstehende Zinserhöhung durch die US-Notenbank steigenden US-Dollar und die gesunkenen Energiepreise als Konjunkturprogramm für Europa.

„Aktuell gute Einstiegsmöglichkeiten“

„Die aktuelle deutliche Konsolidierung der Renten- und Aktienmärkte bietet daher gute Einstiegsgelegenheiten in die Märkte“, sagt Webersinke. Doch auf welche Anlageklassen können institutionelle Investoren konkret ausweichen, um aus der Niedrigzinsfalle zu entkommen? „Viele Institutionelle suchen wegen des anhaltenden Niedrigzinsumfelds und aufgrund verstärkter Regularien nach „neuen“ Anlageklassen“, sagt Uwe Rieken, geschäftsführender Gesellschafter des Investmentconsultants Faros, der den Ersten Investorengipfel in Wien ins Leben gerufen hat.

Seite 2: Viele Anlageklassen sind Neuland

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