16. Juni 2015, 08:40
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Profianleger müssen Weichen in Anlagepolitik neu stellen

Ein Weiter so bei der Anlagepolitik großer institutioneller Investoren kann es angesichts der aktuellen Niedrigzinssituation und neuer regulatorischer Anforderungen nicht geben. Und: Ohne Änderungen der Anlagepolitik kann nur rund jeder zweite Institutionelle seine Renditeverpflichtungen erfüllen. So lautet das Fazit des Ersten Institutionellen Investorengipfels in Wien.

RiekenSchellinger1 in Profianleger müssen Weichen in Anlagepolitik neu stellen

Uwe Rieken, Faros Consulting, und Dr. Hans Jörg Schelling, Österreichs Finanzminister (von links)

Im Rahmen der Veranstaltung diskutierten Vertreter aus Politik und Wissenschaft sowie Anlageverantwortliche und Entscheidungsträger aus dem Bereich Finanzen von mehr als 110 Pensions- und Vorsorgekassen, Versorgungswerken, Versicherern, Unternehmen, Stiftungen, Family Offices und Banken aus Österreich, Deutschland sowie der Schweiz neue Weichenstellungen in ihrer Anlagepolitik.

In härter werdender Regulierung positionieren

Wege aus dem Niedrigzinstal zu finden sowie sich mit Blick auf anspruchsvoller werdende Regularien zu positionieren, bleibt dabei die wesentliche Herausforderung für institutionelle Anleger. “Die nicht enden wollende Diskussionen über die möglichen Belastungen für Unternehmer und Investoren haben dem Finanzplatz Österreich sicherlich nicht besonders gut getan”, erklärt Dr. Hans Jörg Schelling, Finanzminister der Republik Österreich im Rahmen seines Vortrags bei dem Gipfeltreffen über die Situation des österreichischen Finanzmarkts und seiner Investitionen in Osteuropa.

“Ausländische Investoren und multinationale Konzerne sind sehr sensibel, wenn es um die Planungssicherheit ihrer Projekte geht. Die großen Belastungen in Form von Schenkungs-, Erbschafts- und Vermögenssteuern haben wir erfolgreich abgewehrt”, so Schelling weiter.

Staatsschuldenkrise der alten Welt noch nicht vorbei

Bei der Analyse der konjunkturellen Lage kommt Prof. Dr. Hartwig Webersinke, Dekan der Fakultät Wirtschaft und Recht an der Hochschule Aschaffenburg zum Ergebnis, dass die Staatsschuldenkrise der “alten Welt” noch nicht vorbei sei. In Europa verortet der Volkswirt wachsende politische Risiken, die Investoren im Blick behalten müssten. Hingegen sieht er die aufgehellte Lage in den USA, den mit Blick auf die anstehende Zinserhöhung durch die US-Notenbank steigenden US-Dollar und die gesunkenen Energiepreise als Konjunkturprogramm für Europa.

“Aktuell gute Einstiegsmöglichkeiten”

“Die aktuelle deutliche Konsolidierung der Renten- und Aktienmärkte bietet daher gute Einstiegsgelegenheiten in die Märkte”, sagt Webersinke. Doch auf welche Anlageklassen können institutionelle Investoren konkret ausweichen, um aus der Niedrigzinsfalle zu entkommen? “Viele Institutionelle suchen wegen des anhaltenden Niedrigzinsumfelds und aufgrund verstärkter Regularien nach „neuen“ Anlageklassen”, sagt Uwe Rieken, geschäftsführender Gesellschafter des Investmentconsultants Faros, der den Ersten Investorengipfel in Wien ins Leben gerufen hat.

Seite 2: Viele Anlageklassen sind Neuland

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 05/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Private Equity – Büroflächenmangel – Datenschutz

Rendite+ 1/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Marktreport Sachwertanlagen – Windkraft – Vermögensanlagen – Bitcoin & Co.

Ab dem 22. März im Handel.

Versicherungen

Google: “Nicht der Kern unserer DNA“

Cash. sprach mit Jan Meessen, Industry Manager Insurance bei Google Deutschland, über die Unterstützung der Versicherungskonzerne bei der digitalen Transformation, einen möglichen Einstieg ins Versicherungsgeschäft und persönliche Beratung für “Digital Natives“.

mehr ...

Immobilien

Scheidung und Hausverkauf: Finanzielle Verluste vermeiden

Lassen sich Paare mit Immobilieneigentum scheiden, stehen sie vor der Frage, was mit dem Haus oder der Wohnung geschieht. Der Immobiliendienstleister McMakler gibt Tipps, welche Schritte Paare unternehmen sollten, um finanzielle Verluste zu vermeiden und zu einer sinnvollen Lösung zu kommen.

mehr ...

Investmentfonds

Die Volatilität ist zurück

Mit der Verunsicherung der Anleger bleibt auch die Volatilität an den Märkten. Doch Auslöser für die Schwankungen ist nicht allein Unsicherheit. Die Volatilität bleibt, aber das ist nicht unbedingt ein schlechtes Zeichen und Anleger können sich zudem schützen.

mehr ...

Berater

Deutsche Bank: IT-Vorstand Kim Hammonds tritt zurück

Der Vorstandsumbau bei der Deutschen Bank geht weiter: Nach nur gut eineinhalb Jahren in der Topetage verlässt IT-Vorstand Kim Hammonds das größte deutsche Geldhaus, wie das Institut am Mittwochabend in Frankfurt mitteilte.

mehr ...

Sachwertanlagen

Patrizia-Investitionen in Irland und Deutschland

Die Patrizia Immobilien AG meldet den Ankauf eines Bürogebäudes in Dublin sowie von projektierten Studenten- und Businessapartments in Leipzig und Mainz.

mehr ...

Recht

Immobilienkauf: Notartermin platzt – kein Schadensersatz

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat mit seinem Urteil vom 13. Oktober 2017 – AZ.: V ZR 11/17 – die Haftung eines potenziellen Verkäufers einer Eigentumswohnung bei einem geplatzten Notartermin nur in Ausnahmefällen bejaht.

Gastbeitrag von Oliver Renner, Rechtsanwälte Wüterich Breucker

mehr ...