20. Mai 2015, 14:23
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Laufende Erträge ja – aber mit Scharfblick

Kolumne von Achim Küssner, Schroders

Ein sicheres regelmäßiges Einkommen aus der Geldanlage zu erzielen, hat für Anleger eine größere Bedeutung als manche glauben.

Schroders

Achim Küssner, Schroders

 

Laut dem von Schroders in Auftrag gegebenen Global Trends Investment Report 2015, bei dem mehr als 20.000 Privatanleger aus 28 Ländern befragt wurden, gaben 87 Prozent der Investoren weltweit an, mit ihren Investments genau darauf abzuzielen.

Viele Gründe sprechen für laufende Erträge

Die Gründe dafür sind vielschichtig. Für manche Anleger geht es darum, ein zusätzliches Einkommen für die Altersvorsorge zu haben, andere wollen ihr laufendes Einkommen aufpeppen, wieder andere nutzen laufende Erträge, um sie zu reinvestieren, und ihren Vermögensaufbau voranzutreiben. Doch egal, welche Zielsetzung ein Anleger damit verfolgt, aktuell hat er ein Problem: Die von den Notenbanken künstlich niedrig gehaltenen Zinsen. Ertrag ohne Risiko – das gehört der Vergangenheit an.

Viele Experten empfehlen deshalb eine Dividendenstrategie. Das macht zunächst einmal Sinn, schließlich bekommen Anleger bei manchen Aktien auf das eingesetzte Kapital eine Art Verzinsung, die derzeit deutlich über der von Bundesanleihen liegt. Und diese Überzeugung setzt sich allmählich auch in Deutschland durch, wie ebenfalls der Global Trends Investment Report 2015 beweist.

Anleger nehmen Aktienfonds ins Visier

Fast jeder fünfte deutsche Anleger plant laut der Umfrage, laufende Erträge über Aktienfonds zu erzielen. 17 Prozent wollen Multi-Asset-Produkte dafür nutzen und 13 Prozent sogar Einzeltitel. Das sind fast schon revolutionäre Ergebnisse, angesichts der Zahlen zum Aktienbesitz. Denn laut dem Deutschen Aktieninstitut sind aktuell nur 6,4 Prozent der Menschen in Deutschland direkt in Aktien investiert.

Allerdings birgt die Dividendenstrategie eine Gefahr: Nämlich, dass dieser Euphorie einmal mehr Ernüchterung folgt. Denn auch wenn die Dividendenrenditen derzeit reizvoll erscheinen, so sollten Anleger zweierlei berücksichtigen. Zum einen, dass eine hohe Dividendenrendite allein nicht reicht. Schließlich können Ausschüttungen auch schnell gekürzt oder auch ganz gestrichen werden, wenn es dem Unternehmen schlecht geht. Stattdessen gilt es, auf die Nachhaltigkeit der Ausschüttung zu achten.

Zum anderen dürfen Anleger Zins und Dividendenrendite nicht gleichsetzen. Denn während die Kurse von Anleihen in der Regel kaum schwanken, sind Aktien von Natur aus sehr volatil. Das heißt, sie können auch in wenigen Stunden deutlich an Wert verlieren. Eine Aktie, die Anlegern auf das eingesetzte Kapital drei Prozent Dividendenrendite verspricht, kann diese drei Prozent – und noch viel mehr – über Kursverluste in wenigen Stunden einbüßen.

Auf der Zielgeraden bieten Multi-Asset Income Strategien hier eine ausbalancierte Lösung, um ein kontinuierliches Einkommen zu erzielen und gleichzeitig das Investmentrisiko in Schach zu halten.

Autor Achim Küssner ist Geschäftsführer der Schroder Investment Management GmbH.

Foto: Schroders

 

 

Ihre Meinung



 

Versicherungen

„Denken und Führen in Zeiten der Digitalisierung“

Dr. Stefan M. Knoll, Gründer und Vorstandsvorsitzender der DFV Deutschen Familienversicherung AG, veröffentlicht ein neues Buch. In „Denken und Führen in Zeiten der Digitalisierung“ geht es um die Merkmale eines guten Führungsstils sowie um die Auswirkungen des digitalen Wandels auf die Verantwortlichen und ihre Unternehmensführung.

mehr ...

Immobilien

FDP und Grüne stimmen Grundsteuerreform zu

Im Bundestag deutet sich eine klare Mehrheit für eine Grundgesetzänderung zur Reform der Grundsteuer an. Neben den Koalitionsfraktionen und der FDP wollen auch die Grünen am Freitag zustimmen, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Koalitionskreisen erfuhr.

mehr ...

Investmentfonds

Berater der Zukunft

Aus einer Dienstleistung, die bisher den Vermögenden vorbehalten war, sollte durch Robo Advisor ein Anlageprodukt für alle entstehen. Wie sieht es heute aus? Ein Beitrag von Sven Keese, Partner, und Fabian Neumann-Holbeck, Projektleiter bei disphere interactive GmbH.

mehr ...

Berater

Neuer Ärger für Deutsche Bank

Die Deutsche Bank sieht sich mit neuen Vorwürfen zu früheren Geschäften in China konfrontiert. In den Jahren 2002 bis 2014 soll sich Deutschlands größtes Geldhaus mit Hilfe von Geschenken und Gefälligkeiten Zugang zu führenden Politikern und Managern in China verschafft haben, berichten “Süddeutsche Zeitung”, WDR und “New York Times” unter Berufung auf eine Auswertung von bankinternen Unterlagen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Neuer Asset Manager bei Deutsche Investment

Die Deutsche Investment Retail (DIR) hat Matthias Kreil (39) zum 1. Oktober 2019 als Leiter Asset Management und Research gewonnen. Er übernimmt künftig das Asset Management für lebensmittelgeankerte Nahversorgungs- und Fachmarktzentren, Lebensmittelvollsortimenter und Discounter.

mehr ...

Recht

Roland: Die Wahrheit über die häufigsten Rechtsirrtümer

Eric Schriddels, Partneranwalt der Roland Rechtsschutz-Versicherungs-AG von der Kanzlei Kaiser und Kollegen, klärt in einer aktuellen Presse-Information des Versicherers über die häufigsten Rechtsirrtümer auf. Welche das sind, lesen Sie hier.

mehr ...