UBP: Positive Aussichten für Aktienmärkte

Martin Möller, Leiter Global & Swiss Equity bei der Union Bancaire Privée (UBP), über die Marktentwicklungen in den USA und Europa.

Martin Möller, Union Bancaire Privée

Die Aussichten für die Aktienmärkte sind mittelfristig positiv, denn das derzeitige Wirtschaftswachstum der meisten Länder liegt unter ihrem Potenzial und die ländereigenen Zentralbanken versuchen, die Wachstumsraten anzukurbeln. In solchen Zeiten sind die Folgejahre an den Aktienmärkten meist von guter Wertentwicklung geprägt. Allein die USA stehen besser da, obwohl sie ebenfalls noch früh im Wirtschaftszyklus liegen, da die Fed noch nicht angefangen hat, die Zinsen zu erhöhen.

Marktentwicklung USA

Wir schauen vor allem auf die wirtschaftliche Entwicklung in den USA, die typischerweise und auch derzeit, anderen Märkten vorausläuft. Wie erwartet, erholte sich das Land nach der Finanzkrise sehr langsam, auch wenn es mit den Unternehmensgewinnen und Margen, Steueraufkommen, und nicht zuletzt dem Arbeitsmarkt, dank der expansiven Geldpolitik, weiter aufwärts geht. Inzwischen sind die USA in einer soliden aber keineswegs euphorischen Situation. Wir beobachten weder eine anziehende Inflation noch einen massiven Kapazitätsaufbau oder eine steigende Verschuldung von Unternehmen oder Haushalten.

Europa und die Schweiz

Kurzfristig ist insbesondere Europa stark gelaufen; hier sollte mit saisonal typischen Korrekturen gerechnet werden. Ein guter Start in den ersten zwei Monaten eines Jahres ist häufig, genauso oft hatte man in der Vergangenheit Gelegenheit, Aktien in der Periode April bis September noch einmal deutlich günstiger kaufen zu können. Die Entscheidung der Schweizer Nationalbank (SNB) hat den Schweizer Markt nur kurzzeitig belastet.

Rentabilitätsziele bestätigt

Die Unternehmen haben seit Jahren der starken Währung einen Fokus auf hochwertige Produkte, ausgelagerte Produktion, Innovation und Kostendisziplin entgegengesetzt. Seit dem 15. Januar 2015 erholen sich Schweizer Aktien auch vor dem Hintergrund abnehmender Volatilität an den Devisenmärkten. Viele Unternehmen haben zusätzlich ihre Dividendenzahlungen und mittelfristigen Rentabilitätsziele bestätigt, wie etwa Richemont, Givaudan oder Swatch.

Europa-Ausblick hilft der Schweiz

Der optimistischere Ausblick für Europa hilft auch den Schweizer Titeln und sollte die Rolle des Schweizer Franken als „Safe Haven-Währung“ weniger wichtig erscheinen lassen. Bewertungen wie Kurs-Gewinn-Verhältnisse liegen im Rahmen langfristiger Durchschnitte von zehn bis zwanzig Jahren. Einige Kriterien, wie Risikoprämien gegenüber Anleihen und Dividendenrenditen, deuten sogar auf eine Unterbewertung von Aktien hin. Schweizer Unternehmen schütten zum Beispiel höhere Anteile des Gewinns aus als in der Vergangenheit, sind aber mit ähnlichen Gewinnmultiplikatoren bewertet und bieten daher derzeit überdurchschnittlich attraktive Dividendenrenditen.

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