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30. November 2015, 08:15
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Wir gehen in die Verlängerung

Zum Jahresende wird ein hart umkämpftes Match in der Wirtschaft und an den Märkten vor einem Publikum verwirrter Investoren ausgetragen. Die Pessimisten stürzen sich auf jedes kleinste enttäuschende Signal, als Zeichen einer bevorstehenden Rezession. Während sich die Optimisten auf die eher positiven Veröffentlichungen fokussieren und für sich beanspruchen, dass die Zahlen besser werden.

Gastbeitrag von James Swanson, MFS Chief Investment Strategist

Wir gehen in die Verlängerung

“Normalerweise heilen steigende Zinsen die Auswüchse oder Blasen, die sich in der Wirtschaft gebildet haben. Im Moment sehen wir allerdings keine großen Auswüchse – nicht am Arbeitsmarkt, nicht an den Finanzmärkten und nicht in den Inflationszahlen.”

Allein im letzten Monat sind die US-Einzelhandelsumsätze ins Stocken geraten, gefolgt von der Nachricht, dass der gesamte private Verbrauch (PCE) zugenommen hat. Ähnlich in China, wo mehr und mehr schlechte Nachrichten über Fertigung und Produktion zu lesen waren.

Zwei Schritte vorwärts, einen Schritt zurück

Dennoch wurde einige Tage später berichtet, dass die Einzelhandelsumsätze um zehn Prozent jährlich gestiegen sind und der chinesische Dienstleistungssektor sich gut behauptet. In Europa, wo das verarbeitende Gewerbe zwar rückläufig bleibt, hat die schwächere Währung den Exporten geholfen und deutsche sowie italienische Verbraucher haben ihre Ausgaben ausgeweitet.

Im Zinsuniversum bedrängen uns Sorgen, dass der bevorstehende Zinsschritt der Fed das US-Wirtschaftswachstum verlangsamen und globales Wachstum behindern könnte. Zugleich prognostizieren die Märkte weiterhin, dass die Zinsen langfristig niedrig bleiben. Wer hat recht und wer nicht? Werden sich die Dinge besser oder schlechter entwickeln?

Den Sinn erkennen

Zunächst einmal sollte das Risiko einer Rezession die größten Sorgen bereiten. Das Ende eines Wirtschaftszyklus bringt Probleme für Portfolios, die nicht total wasserdicht und risikofrei sind. Rezessionen sind Episoden scharfer Ausgabenkürzungen und stark abnehmender Gewinne. Aber Rezessionen passieren nicht ohne Grund. Hierfür muss es eine Art Schock geben, der die Expansion beendet und die Ausgaben und Gewinne vereinnahmt.

Seit Ende des 2. Weltkrieges zählten zu derartigen Schocks etwa Zinssteigerungen, Ölpreis- und Währungsverschiebungen oder andere Exzesse, die einer Korrektur bedurften. In den meisten Fällen haben wir eine Kombination an Schocks erlebt. Normalerweise heilen steigende Zinsen die Auswüchse oder Blasen, die sich in der Wirtschaft gebildet haben.

 

Seite zwei: “Längere Atempause dank gleichmäßigerer Wachstumsrate

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